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Wermelskirchen wird keine Modellkommune

Corona-Lockerungen in Wermelskirchen : Kein „Sormas“, keine „Luca-App“, keine Modellkommune

Das Land NRW hat die Städte und Kreise, die an Modellversuchen für neue Öffnungskonzepte teilnehmen sollen, bekannt gegeben. Wermelskirchen ist nicht dabei.

In einigen Städten und Kreisen, die jetzt als Modellkommune ausgewählt wurden, wird das öffentliche Leben ab Montag, 19. April, zumindest teilweise wieder hochgefahren. Auch Bürgermeisterin Marion Lück hatte eine Bewerbung eingereicht, wollte diese Chance in Wermelskirchen nutzen. Doch weder Wermelskirchen, noch eine andere Kommune im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden ausgewählt. „Das ist für uns sehr enttäuschend, weil es einen großen Pioniergeist in unserer Stadt gibt und immer wieder neue, gute Ideen entwickelt und umgesetzt werden“, sagt sie auf Nachfrage dieser Redaktion und fügt hinzu. „Da waren wir im Kreis einfach nicht fit und schnell genug bei Themen wie Digitalisierung. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir unsere Konzepte in Wermelskirchen noch umsetzen.“

Als Modellkommunen in NRW kamen nur Bewerber in die engere Auswahl, deren Inzidenzwert unter 100 liegt – und die bereits die IT-Systeme „Sormas“ fürs Gesundheitsamt oder die „Luca-App“ für den Handel einsetzen. Die Software „Sormas“ soll im Rheinisch-Bergischen Kreis erst noch eingeführt werden: „Die Verträge sind unterschrieben, die Schulungen laufen, aber eine neue Software einzuführen, klappt eben nicht einfach auf Knopfdruck“, sagt Kreissprecherin Birgit Bär. Auch für die Einführung der „Luca-App“ gibt es aktuell noch kein finales grünes Licht im Kreis, obwohl Politiker und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen seit Wochen auf eine digitale Lösung im Kreisgebiet drängen. Man warte auf eine einheitliche Lösung des Landes, hieß es noch vergangene Woche aus dem Kreis, während in Solingen und im Oberbergischen Kreis die „Luca-App“ bereits im März installiert wurde. „Es wirkt, als ob unser Kreis nicht richtig in Schwung zu kommen scheint“, sagt Marion Lück. Auch ihr Amtskollege aus Burscheid, Stefan Caplan, drängt auf Nachfrage: „Es ist jetzt dringend notwendig, dass eine App installiert wird.“

Seit Wochen appellieren Politiker aus Wermelskirchen dafür, dass die „Luca-App“ oder eine andere digitale Lösung im Kreis eingeführt wird, um die Kontaktnachverfolgung zu vereinfachen – bisher erfolglos. „Offenbar ist es noch nicht gelungen, dem Kreis oder dem Landrat die Wichtigkeit für die sofortige Einführung einer App darzulegen“, beschwert sich Oliver Platt, Bürgerforum. Seine Befürchtung, wenn die „Luca App“ in benachbarten Städten genutzt werde und in Wermelskirchen nicht: „Dann gehe ich in Remscheid ins Kino, weil unser Film-Eck geschlossen bleiben muss.“

Aktuell kümmere sich im Kreis eine Arbeitsgruppe um die Technikfragen, um Sormas und darum, wie eine mögliche App eingebunden werden kann, erklärte Birgit Bär vergangene Woche, was bei Henning Rehse (WNKUWG) nur noch blankes Unverständnis auslöst: „Warum läuft das anderenorts denn alles schon und das seit Wochen?“, fragt er. Auf Nachfrage sagt Kreissprecherin Birgit Bär: „Wir müssen noch technische Fragen klären.“