Einzelhändler verhalten zufrieden mit Umsatz Regen fordert Tribut vom Shopping-Sonntag

WERMELSKIRCHEN · Nicht „himmelhoch jauchzend“, aber zumindest zufrieden bilanziert der Handel in der Innenstadt den Verkauf des verkaufsoffenen Sonntag. Regen und Aktionen in den umliegenden Städten ließen Besuchermassen ausbleiben.

 Zum verkaufsoffenen Sonntag hatten viele Händler – so auch die Inhaber von  Sweetex – Rabattaktionen angeboten.

Zum verkaufsoffenen Sonntag hatten viele Händler – so auch die Inhaber von Sweetex – Rabattaktionen angeboten.

Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Der Schneesturm, der im vergangenen Jahr sowohl den Markt „Bergische Weihnachten“ und das Geschäft im Einzelhandel just zum traditionellen, verkaufsoffenen Sonntag am zweiten Advent lahm legte, ist noch nicht vergessen. So schlimm wie 2017 spielte der Wettergott den Akteuren in diesem Jahr nicht mit. Aber von Besuchermassen, die zum Shopping-Sonntag in der Innenstadt unterwegs waren, kann aber nicht gesprochen werden. Das regnerische, teils windige Wetter forderte Tribut. Als Indikator dafür waren mindestens zehn freie Parkplätze in der Jörgensgasse genau zur „Halbzeit“ der sonntäglichen Ladenöffnung von 13 bis 18 Uhr auszumachen.

„Die Besucher konnten doch mit Schirm von Geschäft zu Geschäft gehen – ich habe hier nichts Negatives gehört“, stellte Sylvia Mundstock aus der Geschäftsstelle vom Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ fest. Bislang seien 470.000 Zählscheine an den Handel ausgegeben worden: „Das läuft gut – und wir haben ja noch zwei Wochen vor uns. Das ist dann erst die ‚heiße Phase‘ vor Weihnachten.“

Die Zählscheine dienen als Losnummer einer Tombola, mit der WiW über 2000 gestiftete Preise unter die Leute bringt. In der Regel geben teilnehmende Händler pro fünf Euro Umsatz einen Zählschein an ihre Kunden aus – WiW finanziert mit dem Erlös aus der Zählscheinausgabe die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt. Auch die Beschicker des Marktes „Bergische Weihnachen“ geben Zählscheine aus.

Das Wetter könne niemand ändern, meinte Stefan Rojewski, Inhaber der beiden Oberbekleidungssgeschäfte „Male“ und „Female“ und Sprecher des WiW-Netzwerks „Einzelhandel“: „Der verkaufsoffene Sonntag ist gut gelaufen, war zufriedenstellend frequentiert.“ Er wünsche sich jetzt kältere Temperaturen, damit die Winterware ihre Abnehmer findet: „Und dann am liebsten weiße Weihnachten.“

Gut besetzt waren am Sonntagnachmittag die Tische im Café Bauer oder in der Eisdiele Cordella, denn dort bot sich die passende Gelegenheit, sich im Trockenen in gemütlicher Runde aufzuwärmen. Dass es Wermelskirchener gut verstehen, dem bergischen Regen zu trotzen, zeigten Jeannette Lechner und Anca Pestritu, die hervorragend gelaunt mit Mützen, Mänteln und Schirmen gewappnet auf der Telegrafenstraße unterwegs waren. „Es ist gut zu ertragen“, sagten die Freundinnen lachend. „Wir haben auch etwas Schönes ergattert“, lenkte Jeannette Lechner den Blick auf die Einkaufstaschen in den Händen der beiden Damen. „Wir wollen die Stadt unterstützen. Wenn keiner kommt, ist es doch nur schade. Und der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt war lecker“, erzählte Anca Pestritu.

Anfangs sei der verkaufsoffene Sonntag schleppend angelaufen, danach wäre von Langeweile keine Rede mehr gewesen, berichteten Ines Stubenrauch und Alexander Schuster von der Buchhandlung „Marabu“: „Wir können zufrieden sein.“ Und weiter: „Allerdings mussten wir unsere Kartenständer, die sonst vor der Tür stehen, schnell wieder hereinholen, denn der Wind drohte sie umzuwerfen.“

Aus ihrer Sicht wäre der Shopping-Sonntag als „durchwachsen“ zu bezeichnen, resümierten die beiden Parfümerie Becker-Mitarbeiterinnen Birgit Schmidt-Brandenburg und Sandra Koppe: „Wir hatten schon bessere verkaufsoffene Sonntage. Aber viele umliegende Städte haben auch offene Sonntag und Weihnachtsmärkte – das macht sich bemerkbar.“ Die Kunden, die gekommen seien, hätten jedoch sehr gut eingekauft: „Uns hat es heute auf jeden Fall Spaß gemacht.“ Auf dem Markt „Bergische Weihnachten“ war „Kaffee-Teufel“ erstmals mit einem Stand für Kaffee-Variationen, heißer Schokolade und Lumumba vertreten. „Das Wochenende und der Sonntag waren für uns schon okay“, sagten Andreas Deus und Sven Bregulla kurz vor Feierabend: „Wir setzen jetzt auf das nächste Wochenende mit bestimmt besserem Wetter.“ Dann  ist der Weihnachtsmarkt wieder geöffnet.