Wermelskirchen: Weniger Bewerber haben bessere Chancen auf dem Ausbildungsamarkt

Demografische Wandel beschert Bewerbern mehr Auswahl : Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Für junge Leute brechen gute Zeiten an, denn ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind gut, teilt die Agentur für Arbeit. Es gibt noch viele freie Ausbildungsstellen. Auch das Handwerk spricht von einem positiven Start ins Ausbildungsjahr.

In der ersten Hälfte des Berufsberatungsjahres macht sich agenturweit der demographische Wandel bemerkbar: Es konnten bislang weniger Bewerber um eine Ausbildungsstelle gewonnen werden. Andererseits wurden wesentlich mehr Ausbildungsplätze an die Agentur für Arbeit gemeldet als zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Die Halbjahresbilanz fällt dennoch gemischt aus, da im Vergleich zu März 2018 zwar weniger Bewerber als unversorgt gelten, dafür aber mehr Ausbildungsstellen bislang nicht besetzt werden konnten.

Marcus Weichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach: „Arbeitgeber in unserer Region suchen verstärkt nach jungen Talenten. Dies bietet Bewerbern viele Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.“ Bei der Vielzahl und der Wandlung in nahezu allen Berufen, erhalte der vermeintliche „Traumberuf“ immer weniger Bedeutung. Der regionale Ausbildungsmarkt sei voller Möglichkeiten. Die Agentur berate derzeit Unternehmen und biete unterschiedliche Unterstützungs-Möglichkeiten an.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden bislang 922 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon sind derzeit noch 569 unbesetzt – 13 mehr als im Vorjahr. Auf Bewerberseite stehen diesen Stellen 1168 gemeldete Ausbildungssuchende gegenüber. Dies sind 12 Prozent weniger als im Vorjahr. 668 gelten zum aktuellen Stand als unversorgt – dies sind 123 oder 15,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Einen erfreulichen Start ins Ausbildungsjahr 2019 kann die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land melden. Bereits vor zwei Wochen ist das Vorjahresziel erreicht worden und nun, Ende März, liegen die Zahlen der eingetragenen Ausbildungsverträge im Rheinisch-Bergischen Kreis und Leverkusen deutlich im Plus.

Der Stichtag im Frühjahr ist für das Ausbildungsjahr noch früh, so dass sich eine Prognose, wie sich die Zahl weiter entwickeln wird, noch nicht möglich, gibt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto, zu bedenken. Aber ein paar Tendenzen lassen sich bereits absehen. Insbesondere die Ausbildungsverhältnisse in den Handwerken Anlagenmechaniker SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) und Elektroniker haben die Vorjahreszahl schon deutlich überholt. Die besonders positive Entwicklung im Beruf Anlagenmechaniker SHK sei bereits wiederholt festzustellen. 2018 waren schon so viele Verträge in der Region wie nie eingetragen. Das Berufskolleg in Bergisch Gladbach musste daraufhin eine zweite Klasse einrichten.

Auch wenn das Ausbildungsjahr noch ganz jung ist, setzt sich dieser positive Trend in Rhein-Berg fort. Leverkusen hat in diesem Ausbildungsberuf das Vorjahrsziel noch nicht ganz erreicht, ist aber auf einem sehr guten Weg. Trotz der positiven Entwicklung im Sanitärhandwerk und der allgemein erfreulichen Entwicklung gibt es in Rhein-Berg und Leverkusen zwei Sorgenkinder: Das Friseurhandwerk und die Nahrungsmittelhandwerke. In diesen Zweigen sind laut Kreishandwerkerschaft bislang noch keine Ausbildungsverträge unterschrieben worden. Für diese und weitere Berufe stehen für das Ausbildungsjahr 2019 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung. Derzeit sind noch 77 freie Plätze in Leverkusen und Rhein-Berg in der Lehrstellenbörse gelistet.

 Wer noch auf der Suche nach einer freien Lehrstelle ist, kann sich gerne unter der E-Mail Adresse: ausbildung@handwerk-direkt.de bei der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land melden.

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