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Wermelskirchen: Weihnachtsgottesdienst in der Flutkirche

Präses Latzel im Bergischen Land : Weihnachtsgottesdienst in der Flutkirche

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, wird den Gottesdienst an Heiligabend in Unterburg feiern. Es wird eine besondere Messe. Das Gotteshaus war durch die Flut schwer beschädigt worden.

Die Kirche von Unterburg ist durch die Flutkatastrophe vom 15. und 16. Juli dieses Jahres schwer beschädigt worden – wie so viele andere Gotteshäuser, Firmen, Fabriken und Wohnhäuser in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und NRW auch. An Heiligabend wird nun ein besonderer Gottesdienst gefeiert. Gemeinsam mit Antje Menn, Superintendentin im Kirchenkreis Lennep, und Schulpfarrerin Anke Schäfer, wird der Präses der Rheinischen Landeskirche, Dr. Thorsten Latzel, den Gottesdienst leiten. Latzel hat die kleine Kirche in Unterburg am 12. September besucht, als die Schäden noch ganz frisch und offensichtlich waren. „Ich war im Kirchenkreis unterwegs und habe die Gemeinden und Kirchen besucht, die von der Flut betroffen waren. Die Kirche in Unterburg war sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden – und gleichzeitig habe ich gemerkt, wie wichtig der Ort für die Menschen in Unterburg ist“, sagt der Präses.

 Präses Thorsten Latzel.
Präses Thorsten Latzel. Foto: picture alliance/dpa/epd/Hans-Juergen Bauer/DPA

Latzel werde am Heiligabend vor der Christvesper um 18 Uhr noch in der JVA in Wuppertal-Vohwinkel einen Weihnachtsgottesdienst feiern, danach noch eine Kinderklinik besuchen und dann nach Unterburg kommen. „Ich habe im September mit der Küsterin Christine Jakobi gesprochen, die immer noch ganz entsetzt über die Schäden war – und genau wie viele andere Gemeindeglieder tatkräftig mitgeholfen hat, diese möglichst zu beheben“, sagt der Präses, der zum Gespräch via Zoom aus Düsseldorf zugeschaltet ist. Es sei ihm sehr wichtig, den Weihnachtsgottesdienst nicht in einer der großen, schönen und unbeschadeten Kirchen zu feiern. „Das Thema meiner Predigt werden die Hirten sein. Die Menschen brauchen Hirten, jetzt umso mehr“, betont der Präses.

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Für den Gottesdienst muss man sich anmelden, maximal 100 Gläubige werden in der Kirche Platz finden. Zumindest zum jetzigen Stand, denn natürlich könne sich auch noch kurzfristig ergeben, dass Corona in seiner Omikron-Variante den Präsenzgottesdiensten noch einen Riegel vorschiebe. „Man kann sich auf unserer Internetseite anmelden, im Moment haben wir schon 60 Anmeldungen“, sagt Anke Schäfer. Allerdings werde der Gottesdienst auch live ins Internet übertragen. Wie übrigens an vielen anderen Stellen im Kirchenkreis auch. Musikalisch untermalt wird der Gottesdienst von Kreiskantor Johannes Geßner und seiner Frau, der Sopranistin Hae Min Geßner. „Ich habe bei der Andacht im September schon nur mit Melodika und Tuba gespielt, diese Instrumente kommen auch jetzt wieder zum Einsatz – unterstützt durch den Gesang meiner Frau“, sagt der Kreiskantor.

Almuth Conrad, Pfarrerin in Hünger, die auch für Unterburg zuständig ist, freut sich darüber, dass der Gottesdienst stattfinden kann. „Wir haben ein Hygienekonzept, der Boden ist wieder verlegt und im Moment wird die Heizung eingebaut, der Baum steht – und wir freuen uns sehr“, sagt sie. Sie selbst werde am Hünger den Gottesdienst feiern. Bei den bisherigen Anmeldungen habe sie zudem bemerkt, dass die Mehrzahl der bereits angemeldeten Personen von außerhalb sei. „Das ist auch das, was wir uns für die Kirche in Unterburg künftig wünschen – dass sie auch als Anlaufstelle für Menschen außerhalb des Kirchenkreises möglich sein soll“, sagt Almuth Conrad.

Dieses Weihnachtsfest stehe natürlich ebenfalls wieder unter dem Corona-Stern, sagt Antje Menn. „Wir haben aus dem Vorjahr gelernt – und uns entsprechend breit aufgestellt. Es wird in vielen Gemeinden Outdoor-Gottesdienste geben, aber auch die Möglichkeit, die gestreamten oder eigens vorbereiteten Gottesdienste online mitzufeiern“, sagt die Superintendentin. Um zu zeigen, dass man im Kirchenkreis zusammenstehe, habe man das wieder aufgegriffen, was zu Ostern bereits sehr gut funktioniert habe. „Wir haben ein Banner erstellt, das zeigen soll, was uns im Kirchenkreis eint. Es hängt bereits in allen Gemeinden, darauf steht: Dich schickt der Himmel“, sagt Antje Menn. Zu Ostern habe man den Spruch gewählt: „Weil Hoffnung alles verändert.“

Die unterschiedlichen Bedürfnisse sehe man auch in der Stadtkirchengemeinde in Remscheid. „Viele wollen Live-Streams, viele andere können sich Weihnachten ohne Präsenzgottesdienst nicht vorstellen“, sagt Pfarrerin Annette Cersovsky. Gerade Familiengottesdienste werde man im Freien feiern, weil da viele Kinder dabei seien, die noch nicht geimpft sind. „Ich finde es schön, dass es so eine Vielfalt gibt, und ich wünsche mir auch, dass wir das so in die Zukunft mitnehmen können.“