Wermelskirchen-Dhünn Rege Beteiligung beim Weihnachtsdorf

Dhünn · Zum zweiten Mal lud der CVJM Dhünn zum Weihnachtsmarkt unter dem Kirchturm ein – viele heimische Vereine zogen mit. Trotz Dauerregens lag am Samstag Weihnachtszauber in der Luft.

Besucher des Weihnachtsdorfes (von links): Margit und Silke Kannengießer waren mit Lore Hindrichs im Dorf und haben sich mit Holzpilze und Seife eingedeckt.   Foto: Jürgen Moll

Besucher des Weihnachtsdorfes (von links): Margit und Silke Kannengießer waren mit Lore Hindrichs im Dorf und haben sich mit Holzpilze und Seife eingedeckt. Foto: Jürgen Moll

Foto: Jürgen Moll

Wer den Schritt über die Schwelle des Kirchhofs geht, erreicht eine eigene kleine Welt. Im Weihnachtsdorf in Dhünn scheint das Licht ein bisschen wärmer, der Glühwein-Duft ein bisschen reizvoller und das Kunsthandwerk ein bisschen persönlicher. Lichterketten zieren die Stände. Bunte Strahlen klettern die Bäume hinauf, und wer ein trockenes Plätzchen sucht, wird in den vielen weißen Pavillons fündig. Der CVJM hat am Samstag vor dem zweiten Advent mit großer Unterstützung aus dem Dorf einen besonderen Treffpunkt unter dem Turm der Dorfkirche geschaffen. Zwar meint es das Wetter nicht gut: Die Dhünnschen kommen aber trotzdem. Und so wird es am späten Nachmittag noch richtig voll im Weihnachtsdorf.

„Wir freuen uns total, dass so viele mitmachen“, sagt Verena Hofmann vom CVJM und blickt sich auf dem Kirchhof um. Der Förderkreis des Kindergartens backt Waffeln. Der SSV Dhünn serviert Getränke. Die Feuerwehr grillt und bietet „die beste Currywurst der Welt“ an. Das Team des Kindergottesdienstes um Anne Keller lädt Kinder und Jugendliche zum Hämmern ein: So entstehen in der vollen Bastelecke bunte Nagelbilder. „Wir halten hier in Dhünn zusammen“, bringt es dann Andreas Katerndahl von der Feuerwehr auf den Punkt, „also sind wir dabei.“ Die Ehrenamtlichen trotzen dem Regen und machen gleichzeitig noch etwas Werbung für den Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Zu den heimischen Vereinen gesellen sich Kunsthandwerker aus der Region: Für Ilse-Marie Roth ist es ein Heimspiel. Sie hat ihre schmucke Kunst aus Beton mitgebracht. „Nachher spiele ich noch im Posaunenchor“, erzählt sie, „keine Frage, dass ich dabei bin.“ Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr hat sie dieses Mal Nachbarin Danika Bechmann mitgebracht. Die beiden teilen sich einen Pavillon. Und so gesellt sich zum Beton filigrane Papierkunst mit geistlichen Versen. „Ich komme aus Dhünn“, sagt Danika Bechmann, „und auch wenn das Geschäft heute eher durchwachsen ist, genieße ich es, hier zu sein.“

Ein paar Pavillons weiter stehen Andreas Klement und Kevin Lienen gemeinsam in einem Holzhäuschen. Der eine ist Pastor der freikirchlichen Gemeinde in Dhünn. „Als ich im vergangenen Jahr hier war, dachte ich: Hier fehlen die gebrannten Mandeln“, sagt er und lacht. Deswegen habe er in diesem Jahr spontan angeboten, selbst für den köstlichen Weihnachtsmarktduft zu sorgen. Klement hat sein Rezept und die Zutaten mitgebracht und produziert Pfanne für Pfanne der gebrannten Mandeln.

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Kevin Lienen hat seine Arbeit unterdessen schon erledigt: Er steuert seine beliebten Plätzchen aus der Weihnachtsbackstube bei. Mit dabei ist auch die Wermelskirchnerin Julia Demessieur, die inzwischen in Uganda lebt. Sie ist auf Heimaturlaub und hat Holzschüsseln mitgebracht, die sie für den guten Zweck verkauft: Das Geld fließt in die Arbeit einer neu gegründeten Grundschule in Uganda. Im gleichen Zelt haben auch Sarah Sonnborn und Tochter Dana einen Platz gefunden. „Ich wollte schon immer mal auf einem Markt mitmachen“, erzählt Dana. Sie hat selbst gemachte Weihnachtskarten und Wachteleier beigesteuert, ihre Mutter selbst gemachte Marmelade.

Wer den Regen irgendwann leid ist, kann einen Abstecher in die gemütlich beleuchtete Kirche machen: Hier sorgt erst der Familychor für Melodien, dann übernimmt der Männerchor, bevor der Posaunenchor an der Reihe ist. Dazu werden weihnachtliche Texte gelesen. Die Besucher jedenfalls nehmen das Angebot gerne an – und füllen schnell die Reihen.

„Wir uns über den Erfolg des Weihnachtsdorfs – trotz des Wetters“, stellen dann Verena Hofmann und CVJM-Vorstandskollege Benjamin Roth fest. Viel Arbeit stecke in der Vorbereitung. Die Ehrenamtlichen sorgen für Pavillons, Strom und Licht. „Aber wir haben uns schon während der Pandemie vorgenommen, dorthin zu gehen, wo die Menschen sind. Und das ist der Dorfplatz“, sagt Verena Hofmann. Man könne als Verein und auch als Kirche heute nicht mehr darauf warten, dass die Menschen zu einem kommen. Deswegen sind Benjamin Roth und Verena Hoffmann auch zuversichtlich: „Ich glaube, wir machen weiter. Das ist nicht das letzte Weihnachtsdorf.“

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