Krippenspiel in Neuenhaus „Weihnachtsbotschaft schweißt uns alle zusammen“

Neuenhaus · Hanna Möller hat im Krippenspiel in Hilgen-Neuenhaus die Rolle des Engels übernommen – aus Überzeugung. ist Hanna Konfirmandin – und die beteiligen sich in der Gemeinde schon fast traditionell am Krippenspiel.

 Verkündigungsengel ist dieses Jahr Hanna Möller (13).

Verkündigungsengel ist dieses Jahr Hanna Möller (13).

Foto: Jürgen Moll

Ihr Blick wird ernst, sie scheint noch ein Stück zu wachsen, nimmt Haltung an und blickt in die leeren Bankreihen: „Fürchtet euch nicht. Denn ich verkündige euch große Freude: Euch ist heute der Heiland geboren“, sagt Hanna Möller und ist dann fast ein bisschen atemlos. Die 13-Jährige will sich vor allem an dieser Stelle im Krippenspiel nicht verhaspeln oder womöglich den Text vergessen. „Dieser eine Satz sagt doch eigentlich alles über Weihnachten“, findet Hanna, als die Probe für das Krippenspiel im Stephanus-Gemeindezentrum endet. Deswegen ist ihr dieser Satz so wichtig.

Das kleine Ensemble des Krippenspiels probt mit viel Abstand – die Kostümprobe schließt sich an. Hanna muss nicht lange suchen. Die weißen Flügel und der weiße Umhang gehören zu ihrer Rolle. In diesem Jahr hat die 13-Jährige den Part des Verkündigungsengels übernommen – für zwei Online-Gottesdienste am Heiligen Abend. Sie verkleide sich gerne, sagt sie. Und so ein Engel sei eine schöne Gestalt: Letztes Jahr Karneval sei sie auch als Engel gegangen, erzählt Hanna und lacht.

„Beim Krippenspiel bin ich, glaube ich, das erste Mal dabei“, ergänzt sie und erzählt von dem Anruf, mit dem sie zur ersten Probe eingeladen wurde. „Ich habe nicht gezögert“, erzählt sie, „denn Schauspiel fasziniert mich sehr.“ Außerdem ist Hanna Konfirmandin – und die beteiligen sich in der Gemeinde schon fast traditionell am Krippenspiel. „Dass ich die Rolle des Verkündigungsengels bekommen habe, das war großes Glück“, sagt Hanna, „ich mag Engel, und ich mag diese Rolle.“

Deswegen hat sich die 13-Jährige viel Mühe gegeben mit dem Text. Gemeinsam mit ihrer Freundin hat sie geübt, bis jede Zeile saß. Bei der Probe kurz vor Weihnachten zeigt sie nun ihr Können. Lampenfieber? „Ich habe keine Angst vor der Bühne“, erzählt Hanna Möller. Sie tanze schon fast ihr ganzes Leben lang. Mit sechs stand sie zum ersten Mal auf der Bühne. „Am Anfang war ich immer sehr aufgeregt“, erzählt sie. Aber mit den Erfolgen beim Tanzen kamen immer mehr Wettbewerbe auf sie zu – in diesem Jahr hätten eigentlich die Weltmeisterschaften im Tanzen für die 13-Jährige auf dem Programm gestanden. Aber dann kam Corona dazwischen.

Also steht sie nun auf keiner Weltbühne, sondern im Gottesdienstraum in Neuenhaus – und wirkt außerordentlich zufrieden. „Ich freue mich auf den Moment, wenn ich dran bin“, sagt sie – auch wenn die Gemeinde nicht im Saal, sondern vor den Bildschirmen sitzen wird. Dann will sie laut und deutlich die frohe Botschaft des Weihnachtsfestes verkünden. „Das ist was ganz Besonderes für mich“, sagt sie, „und ich finde, irgendwie schweißt uns die Botschaft alle zusammen.“

(resa)
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