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Wermelskirchen Weihnachtsbaum-Verkäufer machen weiter

Lockdown in Wermelskirchen : Weihnachtsbaum-Verkäufer machen weiter

Gute Nachrichten im bevorstehenden Lockdown für die Verkäufer von Weihnachtsbäumen: Ihr Geschäft wird nicht unterbrochen. Obi indes schließt seinen Baumarkt. Dort gibt es am Mittwoch keine Weihnachtsbäume mehr.

Zu Beginn des Advents und damit der Hochsaison für Weihnachtsbaum-Verkäufer war sich Boris Flosbach sicher: „Den Weihnachtsbaum wird den Deutschen wohl niemand nehmen.“ Der Wipperfürther, der die August Klein-Weihnachtsbaumkulturen nebst Verkaufsplätzen in Dabringhausen und Umgebung betreibt, behält mit dieser Einschätzung auch angesichts des bevorstehenden Lockdowns Recht. Weihnachtsbaum-Verkäufe müssen nicht geschlossen werden, was Flosbach angesichts der Unsicherheiten der zurückliegenden Tage mit einem Augenzwinkern kommentiert: „Wir sind jetzt systemrelevant und sind bis zum bitteren Ende für die Leute da.“ Besagtes Ende sieht Boris Flosbach am Heiligen Abend, denn dann ist der Tannenbaum-Verkaufsschlager zumindest für die kommenden zehn Monate ein Ladenhüter. „Mit dem bisherigen Verkauf von Weihnachtsbäumen sind wir zufrieden“, bewertet Flosbach die bisherige Bilanz. Die „Spitze“ des täglichen Absatzes sei seines Erachtens erreicht: „Am vergangenen Wochenende sind wir förmlich gestürmt worden – in Grünenbäumchen herrschte Verkehrschaos. Es war deutlich spürbar, dass ein erneuter Lockdown drohte und die Leute Sorge hatten, keinen Baum mehr zu kriegen.“

Der Verkauf von Tannen sei das Kerngeschäft von Weihnachtsbaumverkäufern im Gegensatz zu beispielsweise Baumärkten, ist Boris Flosbach überzeugt: „Die leben vom Verkauf von Lichterketten oder Glitzersternen für den Baum. Zusätzlich nehmen deren Kunden dann vielleicht noch einen Baum mit.“ Diese Einschätzung scheint Obi in Wermelskirchen zu teilen, denn wie eine Sprecherin an der Presse-Hotline mitteilt, werde der Baumarkt am Biberweg entsprechend der neuen Corona-Verordnungen für Privatkunden ab dem 16. Dezember geschlossen und damit genauso der Verkauf von Weihnachtsbäumen.

Ihm wäre ein „Stein vom Herzen gefallen“, als er erfahren habe, dass der Verkauf von Weihnachtsbäumen weitergehen dürfe, gesteht Händler Sven Albert gegenüber unserer Redaktion ein. Albert betreibt sechs Verkaufsstellen. „Wäre der Verkauf nicht weiter möglich, hätte ich ein finanzielles Problem. Denn ich habe die Ware ja vorfinanziert – und wir reden nicht von zehn sondern mehr als 2000 Bäumen“, betont Sven Albert: „Am vergangenen Wochenende herrschte eine große Nachfrage.“

Dennoch rechne er in den nächsten Tagen und besonders am Wochenende mit weiterem Zuspruch, denn längst hätten nicht alle einen Baum. An seinen sechs Verkaufsplätzen laufe das Geschäft generell gut, am Drive-In „etwas zurückhaltend“. „Beim Drive-In auf dem Rhombus-Gelände hätte ich mir bislang etwas mehr gewünscht“, sagt Albert.