Wermelskirchen: Wasser hat in den Sälen des Bürgerzentrums große Schäden verursacht

Die Haftungsfrage wird noch geprüft : Bürgerzentrum nach „Schlauch-Platzer“ dicht

Der Wasserschaden liegt im sechsstelligen Bereich. Die Instandsetzung wird einige Monate dauern. 50 Bautrockner wurden aufgestellt.

Noch ist unklar, wer für den enormen Wasserschaden aufkommen muss, der durch eine technische Panne in den Sälen im Bürgerzentrum in der Nacht von Freitag auf Samstag entstanden ist. Zurzeit geht die Stadtverwaltung von einer sechsstelligen Summe aus. Aber noch laufen die Untersuchung und die Dokumentation der Schäden, das wahre Ausmaß ist daher noch nicht bekannt. Ebenso unklar ist, wie lange die Säle und das Foyer nicht genutzt werden können, welche Veranstaltungen wann abgesagt werden müssen – ob zum Beispiel der „Tanz in den Mai“ am 30. April stattfinden kann. Abgesagt wurde bisher nur die Musiknacht am vergangenen Samstag.

„Am stärksten betroffen sind die Decken im Foyer, das Parkett in den Sälen, aber das Wasser ist auch bis in die Kellerräume unter den Sälen gelaufen, in die sogenannten Künstlerumkleiden. Schäden in den Aktenarchiven, im Lager und in der Haustechnik gibt es zum Glück nicht“, zieht Hartwig Schüngel, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, am Montag eine vorläufige Bilanz – mitten im Ratssaal stehend, während die Bautrockner brummen. 50 solcher Geräte hat die beauftragte Fachfirma aus Remscheid, Franz und Krause, aufgestellt. „Wir analysieren, wo sich das Wasser verteilt hat. Dazu gehören auch Probebohrungen“, sagt Geschäftsführer Daniel Franz. Bereits am Samstag war der Notdienst der Firma im Einsatz. Die Stadt habe zunächst ihre Versicherung informiert, die noch am Wochenende das Unternehmen aus der Nachbarstadt nach Wermelskirchen schickte, um Sofortmaßnahmen einzuleiten – unabhängig von der Frage, wer für die Schäden haften wird, sagt Schüngel. Wie berichtet, war der Wasserschaden am Samstagvormittag aufgefallen. Schüngel: „Passanten sahen, wie das Wasser aus der Eingangstür quoll und riefen die Feuerwehr.“ Die Einsatzkräfte pumpten das mehrere Zentimeter hoch stehende Wasser im Foyer aus. Es könnte ein Dutzend Kubikmeter gewesen sein. Die Ursache wurde ermittelt: ein abgeplatzter Schlauch an der mobilen Ausschanktheke, die für die Musiknacht aufgebaut worden war. Aus Sicherheitsgründen sagte die Stadt die Veranstaltung ab.

Die 50 Bautrockner laufen derzeit in den Sälen, im Foyer und in Teilen des Kellers, um die Feuchtigkeit aus den Räumen zu ziehen. Zehn Mitarbeiter der Fachfirma prüfen, wo das Wasser überall hineingelaufen ist – auch in einem Labyrinth aus nicht einsehbaren Gebäudeteilen wie etwa in Schächte und in die abgehängte Decke im Foyer. Im Ratssaal wurden an einigen Stellen Teile des Parketts geöffnet. Denn im Boden steckt die Feuchtigkeit, „vor allem in der Dämmung“, sagt Hartwig Schüngel und deutet auf die Schichten des Bodens: unter dem Massivholz-Parkett ist der Estrich, darunter die Dämmung, darunter eine diffusionsoffene, keine wasserabdichtende Folie, darunter liegt die Betonschicht. „Die ist nicht betroffen. Daher gibt es auch keine statischen Bedenken“, betont Schüngel. Wer über den Parkettboden läuft, spürt die stark aufgewölbten Ränder der Parkettstäbchen unter der Sohle. Es sei sehr fraglich, ob der Bodenbelag noch zu retten ist. Es könne sein, dass ein neues Parkett verlegt werden muss. „Ein Sachverständiger wird das prüfen“, sagt der Amtsleiter.

Eine Etage darunter weisen dunkle Ränder auf den Platten der abgehängten Decke darauf hin, wo das Wasser sich seinen Weg nach unten gesucht hat. Untersucht werden muss, welche Schäden unter dem Marmorboden durch eindringendes Wasser entstanden sind. Es sollen neue Deckplatten eingebaut und eine neue Beleuchtung installiert werden.

Technik, Kabel und Co. sind offenbar nicht beschädigt worden. Der Strom war am Samstag vorsorglich abgeschaltet worden, bis der Elektriker die Sache überprüft hatte. Zu einem Kurzschluss sei es jedoch trotz des Wasserschadens nicht gekommen. Bevor die Bautrockner angeschlossen wurden, überprüfte der Elektriker, an welchem Stromkreis dies möglich war. Zu den Instandsetzungskosten werden sich am Ende also Stromkosten summieren – auch der Stromverbrauch der 50 Bautrockner wird zu Buche schlagen. Die Daten werden über Zwischenzähler gesammelt. Schüngel: „Den Stromverbrauch können wir dann genau berechnen.“

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