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Wermelskirchen: Wanderbus startet am 14. März in die neue Saison

Wanderbus : Wanderbus startet in die neue Saison

Auch bei belgischen und niederländischen Touristen, die im Bergischen wandern wollen, ist das Interesse an dem Bus gestiegen.

Der gelbe Bus schlängelt sich langsam den idyllischen Weg hinab zum Hotel „Maria in der Aue“. Für den Busfahrer gehört diese Strecke von Frühling bis November zu den Lieblingsstrecken. An Wochenenden und Feiertagen hilft er meist gut gelaunten Wanderern, Strecken im Bergischen zu überbrücken. 30.000 Passagiere haben in den vergangenen zehn Jahren im Wanderbus Platz genommen – 2019 sind die Zahlen erstmals gesunken. Hatten sich die Fahrgastzahlen bis dahin bei 4000 eingependelt, stiegen in der vergangenen Saison 3536 Fahrgäste ein. „Es war heiß und das Wetter für Wanderer nur bedingt geeignet“, erklärt Alexander Schiele, Pressesprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises. Der stärkste Tag für den Wanderbus war der 10. August: Damals stiegen insgesamt 134 Wanderer ein. Als besonders beliebt entpuppten sich während der Saison die Haltestellen Altenberg und Schöllerhof. Die meisten Passagiere (872) verließen den Bus im Eifgen, um dort ihre Wanderung zu beginnen.

Generell sei das Interesse der Wanderer an dem Bus groß: „Auf Messen, an der Tourist-Information in Altenberg und auch bei den Partner im Öffentlichen Nahverkehr in Köln ist die Nachfrage nach den Fahrplänen groß“, sagt David Bosbach, stellvertretender Geschäftsführer bei „Das Bergische“. Auch deshalb habe man die Auflage des Fahrplans für den Wanderbus erhöht: Statt 20.000 Fahrpläne werden für diese Saison 30.000 Exemplare gedruckt. Viele davon werden auch in den Händen von belgischen oder niederländischen Touristen landen. „Wir machen die Erfahrung, dass sich auch immer mehr Gäste aus den Nachbarländern bei uns melden und sich über die Möglichkeiten des Wanderns im Bergischen Land informieren“, sagt Wilfried Rodenbach, Geschäftsführer im Hotel „Maria in der Aue“. Er sei froh, dass das Projekt auch „eine Bushaltestelle am Ende der Welt“ ermögliche, ergänzt er. Viele Wanderer würden den Haltepunkt vor dem Hotel für einen Stopp bei Kaffee und Kuchen nutzen.

Der Startschuss für die neue Saison fällt am 14. März. Seiner Strecke zwischen Odenthal und Wermelskirchen bleibt sich der Bus treu – morgens und abends bietet er auch die Anbindung an Rösrath, Bensberg und Bergisch Gladbach. An Wochenenden, Feiertagen und an den Brückentagen 22. Mai und 12. Juni fährt der Wanderbus im Zweistundentakt. „Das hat sich bewährt“, sagt Gregor Mauel, RVK-Niederlassungs- und Betriebsleiter. Richtig eng werde es nur, wenn große Gruppen an den Haltestellen warten. Der Bus habe 30 Plätze. „Einen größeren Bus können wir nicht auf den Weg schicken, weil er dann die Kurven nach Maria in der Aue nicht mehr fahren könnte“, erklärt Bosbach. Allerdings ergäben sich auch nur selten Probleme, weil der Bus schon voll sei. Reservierungen sind nicht möglich, betonen die Verantwortlichen. Alle Wanderer sollen die gleiche Möglichkeit haben, die Region an Eifgen und Dhünn zu Fuß und mit Hilfe des Busses zu erkunden.

Touristen und Einheimische sollen gleichermaßen von dem Angebot profitieren, betont unterdessen Florian Leßke. „Wir sind kein klassisches touristisches Ziel“, sagt der Wermelskirchener Wirtschaftsförderer, „wir freuen uns, dass mit dem Wanderbus auch ein touristisches Angebot außerhalb der großen Städte geschaffen wird.“ Und letztlich sei Tourismusförderung auch Wirtschaftsförderung – gastronomische Betriebe in Wermelskirchen würden gestärkt, weiche Standortfaktoren verbessert.