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Wermelskirchen: Vorsitzender von "Zukunft Wermelskirchen" überreichte Landrat Santelmann Unterschriftenliste "Polizeiwache"

Bessere Erreichbarkeit und Präsenz soll Sicherheitsgefühl stärken : Polizei ab September im Stadtcafé

Andreas Müßener überreicht Unterschriftenliste zur Petition „Polizeiwache“ an den Landrat.

Die Polizeidienstelle wird aus ihrem eher versteckt liegenden Büro im Rathaus in die Räume des ehemaligen Stadtcafés umziehen. „Am 1. September werden die neuen, viel exponierter liegenden Räume eröffnet“, kündigte Bürgermeister Rainer Bleek am Freitagnachmittag an. Er sowie Landrat Stephan Santelmann und Andreas Weilermann, Leiter der Polizeiwache in Burscheid, sehen in dem Umzug zur Telegrafenstraße eine deutlich bessere Erreichbarkeit und Präsenz der Polizei in der Stadt: barrierefrei, im Ortszentrum weithin sichtbar, auch durch eine Beschilderung und einen Stellplatz für den Streifenwagen vor der Tür.

Anlass, den Termin bekannt zu geben, war die Übergabe der Unterschriftenlisten zur Petition „Polizeiwache in Wermelskirchen“, die der Verein „Zukunft Wermelskirchen“ initiiert hatte. Vorsitzender Andreas Müßener überreichte die Unterlagen auf einem USB-Stick vor  dem ehemaligen Stadtcafé. Zu dem Thema gebe es eine Anfrage der Freien Wähler, die Antwort liege bald vor, sagte der Landrat zum weiteren Verfahren. „Über 5000 Menschen haben unterschrieben – das nehmen wir sehr ernst“, sagte Santelmann, der sich bei Müßener gleichzeitig für dessen Engagement bedankte.

Alle seien sich darüber einig, dass dem Anliegen der Bürger, sich in der Stadt „sicher fühlen“ zu können, Rechnung getragen werden müsse. Von den neuen Räumen im Stadtcafé, die diese Zeitung bereits Anfang Januar ins Gespräch gebracht hatte, verspreche man sich, dass Bürger eher mal auf die Polizei zugehen, um ein Anliegen vorzutragen. „Die neuen Räume sind eine Bereicherung. Aber eine durchgehend besetzte Wache wird das nicht sein.  Die Kernaufgabe der Bezirksbeamten ist es vielmehr, draußen vor Ort zu sein. Durch Räume wird das Sicherheitsgefühl der Bürger nicht gestärkt“, betonte Weilermann. Nur zu Großveranstaltungen werden Polizisten auch am Wochenende in der Dienststelle sein. „Wir werden dem Bedürfnis der Bürger nach einen besseren Polizeipräsenz in der Stadt gerecht“, bewertete auch Stefan Leßenich, stellvertretender Bürgermeister, den Umzug der Polizei. Aber auch die Verlagerung des Ordnungsamtes an die Telegrafenstraße diene der Stärkung des Sicherheitsgefühls von Bürgern.

Müßener sieht in den neuen Räumen einen Fortschritt, gleichzeitig bemängelte er aber, dass die Sprechstundenzeiten nicht ausgeweitet werden und die Dienststelle am Wochenende nicht besetzt ist. „Dafür fehlt uns schlicht das Personal“, stellte Weilermann fest. Mit einer personellen Aufstockung durch das Land sei nicht zu rechnen. Diese erfolge nach einer festgelegten Belastungsrechnung, welche auf der Kriminalitätsstatistik basiere. Und wie die jetzt vorgestellten Zahlen für Wermelskirchen zeigen, geht die Kriminalitätsrate zurück. In diesem Zusammenhang machten Bleek und Leßenich nochmals deutlich, dass der Umzug der Polizei in besser erreichbare Räume unabhängig von der Petition geplant war. Auch die von Müßener geforderte Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt laufe bereits sehr erfolgreich.

Die Kritik mancher Bürger an den Infoständen von Zukunft Wermelskirchen, bei Prügeleien und Einbrüche müsse man zu lange auf die Polizei warten, wies Weilermann zurück: „Die Einsatzreaktionszeiten haben sich seit dem Fortzug der Wache kaum verändert.“ Einsätze der Polizei werden nach Priorität abgearbeitet, ein Überfall rangiere ganz oben.