Kinderschutzbund in Wermelskirchen Volles Haus beim Kinderschutzbund

Wermelskirchen · Außer der Reihe öffneten die Ehrenamtlichen ihren Kleiderladen an der Eich am Samstag zum „Tag der offenen Tür“. Die Resonanz war sehr gut.

 Ursula Lorenz (links) vom Kleiderteam des Kinderschutzbundes und Besucherin Birgit Matic.

Ursula Lorenz (links) vom Kleiderteam des Kinderschutzbundes und Besucherin Birgit Matic.

Foto: Jürgen Moll

Die Körbe sind schnell vergriffen, die Regale leeren sich in Windeseile. Kurz nachdem Ludwig Fein vom Kinderschutzbund am Samstagmorgen die Türen des Kleiderladens an der Eich geöffnet hat, herrscht Hochbetrieb. Besucher stöbern an den Kleiderständern, sichern sich kleine Schätze und kommen miteinander ins Gespräch. „Wir freuen uns über die gute Resonanz“, sagt Ludwig Fein. Schließlich sei der „Tag der offenen Tür“ am Samstagmorgen auch ein kleiner Versuchsballon. Der Verein spiele mit dem Gedanken, den Laden neben den Wochentagen auch regelmäßig an Samstagen zu öffnen. „Für uns ist es aber wichtig, zu sehen, ob es dafür überhaupt einen Bedarf gibt“, sagt Fein. Erst danach könne sich der Kinderschutzbund um ein ehrenamtliches Team bemühen, das künftig auch samstags im Einsatz ist. Bis dahin bleibt es bei den Öffnungszeiten von montags bis freitags.

Die Nachfrage jedenfalls ist am Samstag groß. Viele Stammkunden haben schon um Punkt 10 Uhr vor der Tür gestanden. Sie wissen: Heute gibt es die Kleidung zum halben Preis. Aber auch Besucher, die zum ersten Mal hier sind, schauen sich in den Regalen und an den Kleiderständern um. Als Ludwig Fein drei Stunden später zufrieden durchatmet, ist es etwas ruhiger geworden im Laden. „Heute sind unglaublich viele Kleidungsstücke über die Theke gegangen“, bilanziert er. Die Ehrenamtlichen haben unterdessen dafür gesorgt, dass aus dem gut gefüllten Lager immer neue Kleidungsstücke ihren Weg an die Kleiderständer fanden.

Hier stöbert am Mittag auch Birgit Matic: „Ich finde es richtig, dass gut erhaltene Kleidung eine zweite Chance bekommt, statt im Kleidercontainer zu landen“, sagt sie. Deswegen gefällt ihr der Second-Hand-Gedanke, und deswegen kommt sie auch gerne im Kleiderladen vorbei. „Ein Vorteil ist auch, dass gebrauchte Kinderkleider schon oft gewaschen wurden und für Kinder mit Allergien deswegen besonders gut geeignet sind“, sagt Doris Pankonin, die ebenfalls im Geschäft stöbert. In den vergangenen Jahren hätten immer mehr Wermelskirchener den Weg in den Laden gefunden, die aus Überzeugung auf gebraucht Kleidung setzen, sagt Ludwig Fein. „Wir freuen uns darüber“, bekundet der Vereinsvorsitzende. Genauso willkommen seien aber auch all jene, die aus finanziellen Gründen im Kleiderladen einkaufen. „Wir fragen nicht nach den Gründen“, sagt Fein. Gerade hat ein Vater Schuhe für sich und eine Hose für seinen Sohn gefunden und bezahlt eilig an der Kasse, bevor er weitereilt. Andere kommen zum „Tag der offenen Tür“ mit viel Zeit in den Kleiderladen. „Wir freuen uns, dass heute auch Kinder da sind“, sagt Ludwig Fein und deutet auf das Glücksrad. Dann ergänzt er lächelnd: „Wir sind schließlich der Kinderschutzbund, da soll ruhig ein bisschen Leben in die Bude kommen.“

Vom 15. Juli bis zum 7. August schließt der Kinderschutzbund den Laden übrigens vorübergehend – um den Boden zu erneuern. „Wir verändern hier seit Jahren kontinuierlich eins nach dem anderen“, sagt Fein und freut sich, dass die Kunden die Mühe honorieren. Schließlich nimmt der Verein mit dem großen ehrenamtlichen Einsatz im Kleiderladen jenes Geld ein, das er an anderer Stelle den Kindern der Stadt zugute kommen lassen kann – wie beim Wunschbaum, beim Weltkindertag in der Kattwinkelschen Fabrik oder dem großen Kinonachmittag im Film-Eck im vergangenen Jahr.

(resa)
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