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Wermelskirchen: Volle Straßen und zufriedene Händler

Verkaufsoffener Sonntag in Wermelskirchen : Volle Straßen und zufriedene Händler

Zum verkaufsoffenen Sonntag flanierten Tausende durch die Innenstadt und nutzten die Gelegenheit zum Stöbern und Einkaufen. Die Corona-Regeln wurden laut Marketingverein eingehalten. Nicht alle Einzelhändler machten mit.

Stefan Rojewski hatte in den vergangenen Tagen angestrengt auf die Wettervorhersage geblickt. „Am Donnerstag hieß es noch, dass uns am Sonntag Dauerregen erwarte“, erzählt er. Da hatte der Einzelhändler den verkaufsoffenen Sonntag schon fast abgehakt. Aber umso näher das in Wermelskirchen denkwürdige Datum des letzten Augustwochenendes kam, desto positiver sah die Wettervorhersage aus. Am Sonntag schien dann schließlich die Sonne und Tausende machten sich auf den Weg in die Innenstadt, um beim verkaufsoffenen Sonntag durch die Geschäfte zu flanieren, zu stöbern und einen Halt im Café zum machen.

„Tolles Wetter, ein toller Loches-Platz: Das wäre eine richtig schöne Kirmes geworden“, stellte dann auch Schuhhändlerin Ulrike Schnütgen fest. Aber die Wehmut währte nicht lange. Der Erfolg des verkaufsoffenen Sonntags sei eindeutig ein Trostpflaster, befand sie und blickte sich in ihrem vollen Geschäft um. Der Sonntag bleibe der Tag der Familien: Eltern und Kinder seien zusammen in der Stadt unterwegs und es werde viel gekauft. Ohnehin sei sie nach der sechswöchigen Schließzeit im Frühling dankbar für jeden Tag, den sie öffnen dürfen.

Das sahen nicht alle Einzelhändler so: Vor allem auf der Kölner Straße blieben Geschäfte zu. Man habe Sorge, dass die geforderten Abstandsregelungen nicht eingehalten werden könnten, teilte Wolfgang Müllenmeister beim Holzwürmchen mit. Deswegen habe man sich gegen eine Öffnung entschieden. Tatsächlich wurde es in vielen Geschäften voll, vereinzelt bildeten sich Schlangen. „Aber die Menschen halten sich an die Regeln, tragen Mundschutz und achten auf den Abstand“, bilanzierte Dankmar Stolz, Vorsitzender des Marketingvereins „Wir in Wermelskirchen“ am Nachmittag. Während Kunden in vielen Geschäften mit einem schnellen Blick überschlugen, ob die erlaubte Besucherzahl schon erreicht war, hatte sich Stefan Rojewski für ein anderes Konzept entschieden: Er ließ am Eingang Kleiderbügel verteilen, um die Kundenzahl kontrollieren zu können. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich vorhin raus geguckt habe und gesehen habe, dass viel los ist“, erzählte Rojewski. Und auch mit dem Betrieb im Geschäft war er zufrieden. „Heute kommen Kunden, die in der Woche keine Zeit haben“, stellte Rojewski fest. Dazu gehörte zum Beispiel Moritz Vielhauer, der auf der Suche nach Hemd und Anzug für eine Konfirmation war. Er freue sich über die Extra-Öffnungszeit, erklärte er – kaufte ein Hemd und bestellte den Anzug.

Auch Birgit Weigand und ihr Mann genossen das gemeinsame Schlendern durch die Stadt: „Für uns sind diese verkaufsoffenen Sonntage immer schön entspannt“, erzählte sie. Aber: „Uns fehlt die Kirmes sehr“, ergänzte sie.

So ging es vielen Wermelskirchenern und auch den Einzelhändlern. „Wir dürfen gar nicht erst versuchen, diesen Tag mit dem Fest zu vergleichen“, befand Dankmar Stolz und sagte für den Matinee-Montag noch eine größere Portion Wehmut voraus als schon für das Wochenende. Auch in der Buchhandlung van Wahden warnten Kunden und Händlerin vor einem Vergleich mit anderen letzten Augustwochenende: „Das ist heute eben kein Fest, sondern ein verkaufsoffener Sonntag“, befand Karsten Wittenburg, der gemeinsam mit seiner Frau in der Buchhandlung stöberte. Er freue sich, dass die Händler trotzdem Einsatz zeigten. „Wir schlendern einmal rund und gönnen uns dann ein Eis“, erzählte er noch, bevor sich die beiden wieder auf den Weg machten.

Unterdessen blickte Gabriele van Wahden in ihre Schaufenster, in dem sie eine Mini-Kirmes installiert hat: „Das ist heute schon merkwürdig ohne Kirmes“, erzählte sie, „aber es läuft viel, viel besser, als ich erwartet hatte.“