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Wermelskirchen: Vier Direktkandidaten werden Abgeordnete im Bundestag

Bundestagswahl in Wermelskirchen : Kurze Nacht für Maik Außendorf: Montag früh ging’s nach Berlin

Maik Außendorf von den Grünen, Hermann-Josef Tebroke von der CDU, Harald Weyel von der AfD und Christian Lindner von der FDP werden in den kommenden vier Jahren als Politiker in Berlin sein. Wie sie den Wahlabend verbracht haben.

Maik Außendorf hat sich von Bergisch Gladbach aus gleich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Für das Telefonat einen Tag nach der Bundestagswahl braucht es darum zwei Anläufe. Die Verbindung im ICE ist schlecht. „Das typische Funkloch“, sagt der 50-Jährige. Während eines fünfminütigen Aufenthalts in Hamm klappt es dann doch mit dem Interview. Und so erzählt Außendorf, Direktkandidat der Grünen für den Rheinisch-Bergischen Kreis, mit piependen Zugtüren und rauschenden Durchsagen im Hintergrund, von der Wahlnacht und seinen Zielen für Berlin. Dort wird der 50-Jährige in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall öfter sein. Als Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Das Direktmandat aus dem Kreis konnte Außendorf zwar nicht gewinnen. In den Bundestag einziehen wird der Politiker jedoch trotzdem. Der Grund: Sein 18. Platz auf der Landesliste. Nach drei Bundestagswahlkämpfen hat es für Außendorf nun also gereicht für Berlin. „Für uns ist es natürlich sehr schön, dass wir jetzt den ersten grünen Abgeordneten aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis haben“, sagt er. Gefeiert hat der 50-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Anke – bei der Wahlparty der Grünen und zwischenzeitlich im Kreishaus in Bergisch Gladbach. Länger als Mitternacht sei es aber nicht gegangen. Um 7 Uhr habe er schließlich gemeinsam mit seinen 16-jährigen Zwillingen Finja und Lars aufstehen müssen. In Berlin stehen für Außendorf neben der Wohnungssuche erst einmal einige organisatorische Dinge an. Laptops und Ausweise besorgen. Bewerberinnen und Bewerber für sein Team auswählen. Geschäftsführer seiner IT-Firma wird Außendorf nun nicht mehr sein. Um das Thema Digitalisierung wolle er nun eben als Abgeordneter kümmern.

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Für Hermann-Josef Tebroke, Gewinner des Direktmandats aus dem Kreis, wird es erst am Dienstag nach Berlin gehen. Seine Wiederwahl feierte der CDU-Politiker bis etwa 23 Uhr mit seiner Frau, den Kindern und seinem Enkelkind in der Kreisstadt im Bergischen Löwen. Und? Wie war die Stimmung? „Zweigeteilt“, sagt Tebroke. „Auf der einen Seite gab es auf jeden Fall die Erleichterung über das Direktmandat. Auf der anderen Seite aber auch die Enttäuschung, dass wir sowohl bundesweit als auch im Kreis Stimmen verloren haben.“ Er freue sich aber natürlich, den Kreis auch in den kommenden vier Jahren vertreten zu dürfen. Ob als Teil der Regierung oder der Opposition – das werde sich nun zeigen. In den Tag nach der Wahl sei er erstmal mit einem ausgiebigen Frühstück gestartet. Kraft tanken für die vielen Gespräche, die in den kommenden Tagen anstehen. „Wir haben als CDU die Wahl verloren. Es darum jetzt erst einmal darum gehen, wie wir uns in Zukunft aufstellen werden“, sagt Tebroke.

Am Dienstag wird sich auch Harald Weyel von der AfD auf den Weg nach Berlin machen. „Da wird natürlich geflogen“, sagt der Direktkandidat. Der Bergisch Gladbacher konnte bereits nach der vergangenen Bundestagswahl über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag einziehen. Nun hat es wieder gereicht. „Und auch im Kreis konnte ich meine persönliche Fünf-Prozent-Hürde überspringen“, sagt er. Den Abend hatte der 62-Jährige zunächst im Kreishaus verbracht. Von da aus sei er dann zu einem privaten Essen in eine Gaststätte gefahren.

Christian Lindner, Direktkandidat für den Kreis und Bundesvorsitzender der FDP, war am Wahlabend nur auf dem Bildschirm im Kreishaus in Bergisch Gladbach präsent: bei der Live-Übertragung der Gespräche mit den anderen Spitzen-Kandidierenden in Berlin.

(mcv)