Wermelskirchen: Viele Jugendliche beim Bergischen Ausbildungstag

3. Bergischer Ausbildungstag : Wo Schüler auf Unternehmen treffen

Viele Jugendliche sahen sich am Samstag beim 3. Bergischen Ausbildungstag in der Katt und dem Berufskolleg um. Das neue Konzept außerhalb der Schulzeit fruchtet. Auch die Bergische Morgenpost war mit einem Stand vertreten.

Finja macht im nächsten Jahr ihren Schulabschluss. Wie es danach weitergeht? „Das weiß ich noch nicht so genau“, sagt die 15-Jährige, „wahrscheinlich eher was im sozialen Bereich.“ Und weil der Wermelskirchener Schülerin noch der Überblick über die unzähligen Möglichkeiten fehlt, hat sie sich am Samstag mit ihrer Mutter auf den Weg zum Ausbildungstag gemacht. Viele Eltern begleiten ihre Kinder zum 3. Bergischen Ausbildungstag, zu dem heimische Unternehmen und das Berufskolleg gemeinsam einladen. Auf Bitten der Unternehmen gibt es ein neues Konzept: Statt Donnerstags Abends Jugendliche und ihre Eltern anzusprechen und den Ausbildungstag dann freitags zum Pflichtprogramm für Schüler zu machen, sind Jugendliche nun großenteils auf freiwilliger Basis nur noch am Samstag eingeladen.

„Für uns funktioniert dieses Konzept viel besser“, sagt Gaby Möller, Personalleiterin bei Interroll. Nun würden die Schüler nicht mehr durchgeschleust, sondern machten sich selbst – in vielen Fällen mit den Eltern – auf den Weg zum Ausbildungstag. Das habe die Atmosphäre verändert und sorge auch dafür, dass man immer öfter auf echtes Interesse treffe.

Und so knüpfen Gaby Möller und Kollegin Anne Wiedenhoff an diesem Samstag viele gute Kontakte. „Der Tag ist auch für uns als Unternehmen wichtig“, sagt Gaby Möller. Auch wenn Interroll bisher keine Not hat, Lehrstellen zu besetzen, sei der Ausbildungstag eine gute Möglichkeit, um in Kontakt zu kommen. „So können wir dieses Jahr auch unseren neuen Ausbildungsgang für Kaufleute im E-Commerce vorstellen“, sagt Anne Wiedenhoff.

Auch das Team am Stand der Firma Steinco spricht interessierte Jugendliche an. „Für uns ist das heute die Gelegenheit, um auch noch mal klar zu machen: Hier sind wir! Es geht weiter!“, betont Ausbilderin Nicola Flanhardt. Das Insolvenzverfahren habe viele verunsichert, inzwischen bildet Steinco wieder aus. „Uns ist es wichtig, den Jugendlichen heute auf Augenhöhe zu begegnen“, sagt Nicola Flanhardt.

Und deswegen werden die meisten Gespräche von den aktuellen Auszubildenden selbst geführt. „Ich erzähle aus meinem Arbeitsalltag und versuche, auch andere dafür zu begeistern“, sagt Arne Katerndahl und geht auf eine kleine Gruppe von Schülern zu, die sich noch fragend umschaut. Auch das Team von Ortlinghaus spricht die Jugendlichen an. „Wir haben Probleme, passende Auszubildende zu finden“, sagt Ausbildungsleiter Achim Wetzel, „wir wünschen uns junge Menschen, die für ihren Beruf brennen.“ Und deswegen sei es dem Unternehmen so wichtig, beim Ausbildungstag präsent zu sein. „Anschließend erhalten wir immer viele Bewerbungen“, sagt Wetzel.

Viele der Schüler sind zum Aktionstag nämlich auf der Suche nach einem Praktikumsplatz – auch deshalb hat das Berufskolleg die Veranstaltung für ihre Vollzeitschüler dann doch zum Pflichtprogramm gemacht. Sie bekommen dafür einen freien Tag. „Ich find es super, dass es diese Möglichkeit hier gibt“, sagt Leonardo Margheriti (17), der sich für das Fach Wirtschaft und Verwaltung am Berufskolleg entschieden hat. Er sei genauso wie sein Kumpel Sharam Karimi (16) auf der Suche nach einem Praktikumsplatz.

„Wir haben jetzt schon Gespräche geführt“, erzählen die beiden am Mittag. Und ihre Fragen, die sie schon im Unterricht zuvor erarbeitet haben, sind auch alle beantwortet worden. „Jetzt fehlt nur noch die Bewerbung“, sagt Leonardo Margheriti, „die schicke ich nächste Woche ab.“

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