Wermelskirchen: Viel Musik und Witz auf der Bühne

Theater im Wermelskirchener Film-Eck : Viel Musik und Witz auf der Bühne

Kulturverein mit neuem Programm: Viele Künstler kommen wieder ins Film-Eck – haben aber neue Ideen und Stücke im Gepäck.

Wer einmal auf der Bühne im Film-Eck gestanden, das Publikum aus nächster Nähe erlebt und die besondere Atmosphäre des alten Raums eingeatmet hat, der will häufig wiederkommen. „Die meisten Künstler sind total begeistert“, sagt Peter Scheben, Vorsitzender des Kulturvereins. Und so wundert es nicht, dass viele Künstler, die in der nächsten Saison auf der Bühne stehen, Wiederholungstäter sind. Wenn ein Stück gut ankomme, wenn das Publikum begeistert und das Kino ausverkauft sei, setze der Vorstand des Kulturvereins gerne auf einen zweiten oder auch dritten Besuch der Künstlers, sagt Scheben. Dann aber mit neuen Stücken und neuen Ideen.

So wird das Herbstprogramm am 12. September um 20 Uhr mit der fröhliches Altenpflegerin Sybille Bullatschek eröffnet – die bereits für ausverkaufte Reihen im Film-Eck gesorgt hat. Vor allem Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen freuen sich gewöhnlich über den Besuch und die skurrilen Geschichten und Anekdoten aus dem Pflegealltag. „Pfläge, lieber ungewöhnlich“ heißt ihr neues Programm, das an musikalischen Einlagen und nachdenklichen Momenten nicht spart.

Katja Heinrich und Harald Schwaiger spielen in „Alle sieben Wellen“. Foto: Kulturverein Wermelskirchen

Am 10. Oktober ist die Ein-Frau-Komödie „Haie küsst man nicht“ von Stefanie Stroebele zu sehen. Sie erzählt die Geschichte von Kindergärtnerin Eva Liebling – gespielt von Svenja Dee – die ihren Liebsten beim Fremdgehen erwischt, sich in den Kindergarten einschließt und in heiteren Selbstgesprächen versucht, die Katastrophe abzuwenden.

„Das Wunschkind“: Gilla Cremer kommt mit einer Komödie. Foto: Kulturverein Wermelskirchen

Ein musikalisches Glanzlicht präsentiert der Kulturverein zum Jahresabschluss: Am 14. November ist die „Frank Sinatra Show“ zu Gast – Sänger Christoph Schobesberger, Partnerin Susanne Eisenkolb und Band schwelgen in musikalischen Erinnerungen und sparen nicht mit unbekannten Seiten des Sängers.

Stephan Masur wird mit einem Varieté-Programm begeistern. Foto: Kulturverein Wermelskirchen

Im neuen Jahr geht es weiter mit dem Stück „Alle sieben Wellen“ – der Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind.“ Katja Heinrich und Harald Schwaiger erzählen die Geschichte von Emmi Rothner und Leo Leike, deren Liebesgeschichte sich bisher ausschließlich über Mails entwickelte – und nun eine neue Wendung bekommt.

Heike Feist und Jan Schönberg kommen mit „Im Bett mit Tucholsky“. Foto: Kulturverein Wermelskirchen

Ein literarisches Experiment wagt der Kulturverein am 13. Februar. Dann ist das Stück „Die Courasche“ nach dem Roman von Grimmelshausen von 1670 zu sehen. Das barocke Schelmenstück, auf dem später auch Brecht die „Mutter Courage“ gründete wird in kunstvoller, barocker Sprache aufgeführt. „Wir versuchen immer auch mal etwas Ungewöhnliches“, sagt Antje Buhl vom Kulturverein, „und sehen dann, wie es ankommt.“

Zum Varieté lädt der Verein am 19. März ein: Dann ist zum dritten Mal Stephan Masur mit Akrobatik, Zauberei und vielen Künstlern im Gefolge im Film-Eck zu Gast.

Seine Premiere auf der Wermelskirchener Bühne feiert am 23. April Marcel Kösling mit seinem Programm „Kösling geht aufs Ganze“. Der 30-Jährige gilt als Geheimtipp im Kulturverein – wegen seines Humors, seinen Geschichten aus dem Alltag und einem ironischen Blick auf sich selbst.

Gilla Cremer ist dann am 7. Mai mit ihrer satirischen Komödie „Das Wunschkind“ zu Gast. Das Stück bietet für die im Film-Eck bereits bestens bekannte Schauspielerin einen willkommenen Soloauftritt. Sie schlüpft gleich in mehrere Rollen, nimmt den Spagat zwischen Werbeagentin und werdender Mutter und will mit Dialekten, Akzenten und Gesten begeistern.

Nach den Sommerferien geht es am 10. September 2020 weiter mit dem Stück „Welcome Home, Elvis“, das von der einzigen Begegnung zwischen Elvis Presley und Frank Sinatra erzählt – und nicht nur viele Eindrücke aus der Garderobe des jeweilige Künstlers mitbringt, sondern auch die größten Hits der beiden Musiker.

Mit Heike Feist kommt am 8. Oktober 2020 dann ein weiteres bekanntes Gesicht auf die Bühne: Nach Ringelnatz gibt sie dieses Mal gemeinsam mit Kollege Jan Schönberg dem Literaten Kurt Tucholsky eine Stimme. Komik und Tragik, Liebesleid und große Dichtkunst wechseln sich ab.

Zum großen Finale der Herbstsaison 2020 lädt der Verein am 12. November zu „Being Freddy Mercury“ ein. 80 Minuten lang wandelt Kai Bettermann mit viel Gefühl und Ironie auf dem schmalen Grat zwischen Pop-Parodie und einer facettenreichen Ehrerbietung an den Sängern.

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