40 Zentimeter Neuschnee: Wermelskirchen versinkt im Schnee

40 Zentimeter Neuschnee: Wermelskirchen versinkt im Schnee

Bei über 40 Zentimeter Neuschnee war der Räumdienst seit Freitagabend in Schichten fast 40 Stunden im Einsatz. Gestern Mittag ging teilweise nichts mehr. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, WiW schloss den Weihnachtsmarkt aufgrund der Blitzeis-Gefahr.

So etwas hat Wermelskirchen an einem zweiten Adventswochenende seit 20 Jahren nicht mehr erlebt: Über 40 Zentimeter Neuschnee - da lief manches langsamer, an anderen Stellen überhaupt nichts mehr. Der Räumdienst hatte bis gestern Morgen die Stadt einmal komplett geräumt - als gegen Mittag der heftige Schneefall wieder einsetzte, kamen die Männer des Betriebshofes wie auch die kleine Bereitschaft der beauftragten Firma nicht mehr hinterher. Dann gestern Nachmittag eine schwere Entscheidung: Blitzeis kündigte der Wetterdienst an - die WiW-Verantwortlichen schlossen den Weihnachtsmarkt. Marktbeschicker konnten aber auf eigene Gefahr weiter ihre Buden offen halten.

Foto: Teifel Udo

Tiefster Winter also in Wermelskirchen. Begonnen hatte es am Freitag, als sich die Straßen nach ersten Schneefall in Eispisten verwandelten. In Halzenberg rutschte ein Bus in den Graben; verletzt wurde niemand. Die alarmierten Rettungskräfte kamen selbst ins Rutschen: Der Rettungswagen setzte sich trotz angezogener Handbremse in Bewegung. Die Sicherung an der 14 Tonnen schweren Drehleiter half nicht: Sie rutschte ebenfalls. Erst Bremsklötze stoppten die Fahrzeuge. Zwei alarmierte Räumfahrzeuge von Straßen.NRW machten die Landstraße wieder befahrbar.

  • Fotos : 30 Zentimeter Neuschnee in Wermelskirchen

Zuvor hatte sich witterungsbedingt ein Unfall auf der L 101 in Sonne ereignet. Da die Fahrzeuge mitten auf der Straße zusammenstießen, wobei eine Person leicht verletzt wurde, staute sich der Verkehr bis Finkenholl. In diesem Stau steckte auch das Räumfahrzeug. Im Dauereinsatz seit Freitagabend waren die Hauptamtlichen der Feuerwache und die Freiwilligen der Löschzüge. Unter der schweren Last des nassen Schnees brachen Äste oder kippten Bäume um. Ingo Mueller von der Feuerwehr: "Sollte es wirklich regnen, wird's noch schlimmer. Dann bekommen wir noch mehr Schneebruch." Am Samstag war die Feuerwehr auch auf der Autobahn, um Bäume zu fällen.

Heftig wurde es dann ab gestern Mittag für vier Stunden: rund zehn Zentimeter Neuschnee und teils hohe Verwehungen. Da fuhr sich manches Fahrzeug fest. Wobei Autos dann doch eher seltener unterwegs waren. Dafür sah man Mountainbiker, die sich durch den Schnee kämpften, sowie zwei ganz verwegene Skifahrer: Sie ließen sich, verbotenerweise, hinter einem Auto durch die Telegrafenstraße ziehen. Eben zu jener Zeit, als eine durchgehende Schneedecke lag. Ansonsten ging es eher im Schritttempo über die Wermelskirchener Straßen.

(RP)
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