1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Verfahren gegen 46-Jährigen nach Urkundenfälschung eingestellt

Wermelskirchen : Urkundenfälschung: Verfahren wurde eingestellt

Weil zwischenzeitlich eine zivilrechtliche Lösung gefunden worden war, blieb es für einen 46-Jährigen bei einer Zahlungsauflage von 500 Euro an die Staatskasse. Er hatte die Unterschrift seiner Ex-Frau für eine Vollmacht kopiert.

Eigentlich waren die Dinge geregelt. Dann kamen allerdings die Gefühle in den Weg und sorgten dafür, dass ein 46-jähriger Installateur aus Wermelskirchen sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als die Unterschrift seiner Ex-Frau zu fälschen. Dafür musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Weil er die Unterschrift seiner geschiedenen Partnerin für eine Vollmacht nicht bekam, mit deren Hilfe er eine Abmahnung für die Kündigung eines Pachtvertrags hätte erwirken können, hatte er auf dem Dokument kurzerhand selbst unterzeichnet. „Mein Mandant räumt den Vorwurf ein“, sagte auch der Rechtsanwalt des 46-Jährigen. Allerdings, so der Anwalt weiter, sei die Angelegenheit ein wenig komplexer. Für die Zeit der Ehe, die 2014 geschieden wurde, habe es einen Ehevertrag gegeben. In dessen Rahmen sei die fragliche Pachtfläche an seinen Mandanten gefallen. „Allerdings gab es formalrechtliche Gründe, nach denen er für die Kündigung des Pachtvertrags, die Unterschrift der Ex-Frau benötigte – auch wenn das Grundstück mittlerweile ihm selbst gehörte“, sagt der Verteidiger.

Grundsätzlich, so der Anwalt, sei das kein Problem. Allerdings sei das Verhältnis nicht das Beste gewesen. „Man könnte es auch als zerrüttet bezeichnen.“ Und so habe sein Mandant angenommen, dass er die Unterschrift ohnehin nicht bekommen würde. „Das hat dann dazu geführt, dass er das Dokument selbst unterschrieben hat – und damit die Unterschrift seiner Ex-Frau gefälscht hat.“

Der Rechtsanwalt ergänzte noch, dass die ursprüngliche Annahme gar nicht so abwegig gewesen sei, da er in einem Gespräch mit der als Zeugin geladenen Frau genau diese Aussage bekommen habe. „Sie wollte die Unterschrift nicht leisten“, sagte er. Somit eigentlich ein klarer Fall. Allerdings habe sich die Realität als schneller als die juristischen Mühlen erwiesen. „Mittlerweile hat sich mein Mandant mit den Anwälten seiner Ex-Frau auf zivilrechtlichem Wege dahingehend geeinigt, dass er die benötigte Unterschrift bekommen hat“, erklärte der Verteidiger. Abschließend räumte er noch ein, dass sein Mandant den Fehler gemacht habe, bat jedoch um Verständnis. „Aus der Sicht des juristischen Laien war sein Verhalten durchaus verständlich“, sagte er. Da sein Mandant zudem nicht vorbestraft sei, stellte der Verteidiger die Frage nach der Einstellung des Verfahrens in den Raum. „Es ist ja eine zivilrechtliche Lösung gefunden worden – und außerdem ist ja kein Schaden entstanden“, ergänzte er.

Sowohl die Vorsitzende Richterin als auch die Staatsanwältin schlossen sich dieser Sichtweise an, so dass das Verfahren gegen eine Zahlungsauflage von 500 Euro an die Staatskasse eingestellt wurde.