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Wermelskirchen: Verein "Radieschen" spendiert Zirkus-Ferienprojekt

Ferienprojekt in Wermelskirchen : Großer Applaus für kleine Artisten

Verein "Radieschen" spendiert Kindern ein Zirkus-Ferienprojekt. Die Aufführung in der Mehrzweckhalle Dabringhausen krönt die Herbstferienwoche im Zirkus ZappZarap.

Die Aufregung ist greifbar. Vor der Manege haben Eltern und Großeltern Platz genommen, hinter dem Vorhang warten die kleinen Artisten. Sie sind in glitzernde Uniformen geschlüpft, in bunte Kostüme oder leuchtende Zaubermäntel. Und wer sie in diesem Moment beobachtet, der ahnt, dass sie im Kopf noch mal ihre Nummern durchgehen und dass sie es nicht erwarten können, bis der Zirkusdirektor endlich „Manege frei“ ruft. Als die Musik dann endlich laut durch die Mehrzweckhalle in Dabringhausen schallt, können die Kinder endlich ihr Können zeigen.

Eine Woche lang haben sie mit den Profis vom Zirkus ZappZarap ihren Auftritt geübt. Sie haben eigene Grenzen überwunden, mächtig Selbstbewusstsein getankt, sich plötzlich artistische Einlagen zugetraut, von denen sie vorher nicht einmal geträumt hatten. Zum Ende der Ferienwoche präsentieren sie nun das Ergebnis ihrer Arbeit. Und das Staunen und der Jubel im Publikum sind groß. Mehr als eine Stunde dauert die Show, die das begeisterte Publikum mit in die Welt von Magie und Clownerie, von Fakiren und Artisten, von großen Talenten und kleinen Künstlern nimmt.

Nicht umsonst hat sich der Verein Radieschen auch im fünften Jahr für das beliebte Zirkusprojekt in den Herbstferien entschieden: Der Verein finanziert kräftig mit, um das Projekt in Wermelskirchen zu ermöglichen. Und trotz Corona hat der Zirkus ZappZarap auch in diesem Jahr einen Weg gefunden, mit den Kindern zu trainieren. Dabei setzen die Profis so viel Geschick ein, dass sie jedes Kind nach seinem eigenen Vermögen fördern und fordern. Sie lassen den kleinen Artisten den Raum, den sie brauchen, um zu glänzen, um ihren Talenten eine Bühne zu geben – und stehen doch in der zweiten Reihe, wenn Hilfe gebraucht wird. Erstmal aber assistieren sich die Kinder selbst: Mal schlüpfen sie in die Rolle eines Artisten, dann sichern sie eines der anderen Kinder ab. Mal räumen Sie in der Manege auf, dann lassen sie sich vom Publikum bejubeln.

Die Zuschauer entdecken schnell, dass die Kinder gewachsen sind: Das gilt für die Clowns, die mit so viel Humor und Esprit – einzig durch Pantomime, völlig ohne Worte – durch die Manege stolpern und ihre Geschichten erzählen. Wer den Kindern ins Gesicht blickt, der entdeckt nicht nur große Freude an ihrer Arbeit – sondern vor allem eine wunderbare Ernsthaftigkeit für ihr Können. Das gilt genauso für die Feuerschlucker, die ausgesprochen verantwortungsvoll mit den Flammen umgehen und für Schnappatmung bei den Eltern sorgen, als sie die brennenden Fackeln schließlich im Mund löschen. Das Publikum jubelt. Kleine Artisten klettern mit ernstem Blick auf das Nagelbrett, wandern über Scherben und bauen Pyramiden. Sie jonglieren im Schwarzlicht mit leuchtenden Tüchern, zeigen ein beeindrucktes Können im Springseil. Immer mal wieder winken sie fröhlich ins Publikum, Eltern und Großeltern wirken stolz zurück. Die Kinder laufen auf riesigen roten Bällen, ohne zu wanken. Sie schlagen Rad, klettern und rollen einen Schrank in die Manege, in dem ein Kind verschwindet. Es macht ihnen sichtlich Freude, Schwerter durch die Schrankseiten zu stoßen und als einzige das Geheimnis zu kennen, wie das Kind trotzdem unversehrt bleibt und schließlich lachend aus dem Schrank klettert.

Die Kinder haben sich in Geheimniswächter verwandelt, sie sind tatsächlich zu kleinen Artisten geworden. Der riesige Applaus, der sie für ihre Show belohnt, klingt hoffentlich lange nach.