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Wermelskirchen: Unternehmen blicken wenig optimistisch in Zukunft

IHK-Umfrage : Wenig Optimismus bei Unternehmen im Kreis

Die IHK Köln hat Betriebe in der Region zu ihrer Geschäftslage befragt. Die Stimmung im Rheinisch-Bergischen Kreis ist wenig hoffnungsvoll.

Die Corona-Krise wirkt sich weiterhin negativ auf die Stimmung der Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis aus. Das stellte die Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK) in einer Umfrage zum Konjukturklima in der Region Köln fest. Im Zeitraum von Mitte August bis Mitte September befragte die IHK dafür 699 Unternehmen in Köln, Leverkusen, Rhein-Berg, Rhein-Erft und Oberberg.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wollen demnach nur wenige Betriebe neues Personal einstellen und nur rund ein Drittel rechnet mit einer positiveren Entwicklung für das kommende Geschäftsjahr. Viele bewerten ihre momentane Geschäftslage als schlecht. „Hatten wir im Sommer noch die Hoffnung, dass die Erholung in Form eines ‚V‘ stetig nach oben gehen würde, erleben wir jetzt einen weiteren Dämpfer,“ sagt Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg.

Ihren derzeitigen Zustand bewerten 47,4 Prozent der Unternehmen im Kreis als schlecht, nur 14,5 Prozent erfreuen sich dem eigenen Befinden nach einer guten Lage (Vorumfrage 11,3 Prozent). Im Gesamtbild ist die Stimmung in der Region Köln ein wenig positiver: Dort sind es 38 Prozent der Betriebe, die ihr Geschäft in einer schlechten Lage sehen, lediglich 19 Prozent bezeichnen die Lage als gut.

Auch in der Industrie hat sich die Bewertung verschlechtert, nur die chemische und die pharmazeutische Industrie melden eine minimal bessere Lagebewertung. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln: „Der sommerliche Optimismus mit der Hoffnung auf eine schnelle Erholung ist der Erkenntnis gewichen, dass es nur in kleinen Schritten voran geht und die Situation immer noch sehr fragil ist.“

Hinsichtlich der Erwartungen für das kommende Geschäftsjahr sind die Rheinisch-Bergischen Betriebe jedoch nicht ganz so pessimistisch wie der Durchschnitt der Unternehmen im IHK-Bezirk: Etwas weniger als ein Drittel, 30,3 Prozent, rechnet mit einer positiveren und 27,6 Prozent mit einer schlechteren Entwicklung für das kommende Geschäftsjahr. Im IHK-Bezirk denkt rund ein Fünftel der Unternehmen, dass sich die Lage verbessern wird, 30 Prozent hingegen gehen von einer Verschlechterung aus.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis wollen auch nur wenige Betriebe mehr Personal einstellen (7,9 Prozent), dagegen plant mit 44,7 Prozent knapp die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe mit weniger Personal als zuletzt. Etwas niedriger sind die Zahlen im gesamten IHK-Bezirk: Bei der Hälfte der befragten Unternehmen soll sich bei der Zahl der Beschäftigten in den nächsten Monaten nichts ändern. 37 Prozent planen mit weniger Belegschaft (Vorumfrage: 25 Prozent) und nur noch 13 Prozent möchten mehr Beschäftigte einstellen. In der Industrie planen alle Branchen mit weniger Personal als in der Vorumfrage. In den aktuellen Arbeitsmarktzahlen hat die Pandemie bereits deutliche Spuren hinterlassen. So stehen schon seit April in allen Regionen des IHK-Bezirks gestiegene Arbeitslosenzahlen einer deutlich reduzierten Anzahl offener Stellen gegenüber.

Das bisherige – langjährige – Top-Thema Fachkräftemangel ist mit den Auswirkungen der Pandemie in den Hintergrund getreten und liegt nun auf Platz fünf der genannten Risiken. „In der Krise sind die Hauptrisiken für die Unternehmen die Inlands- und Auslandsnachfrage sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, erklärt Eva Babatz. Dennoch klagen immerhin noch rund ein Drittel der befragten Unternehmen darüber, vakante Stellen langfristig nicht besetzen zu können, während 44 Prozent melden, dass sie zurzeit keinen Personalbedarf haben.

Die Umfrage zeigt: Aufgrund der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie und den erneuten Anstieg der Infektionszahlen überwiegen im Herbst 2020 die skeptischen Unternehmen. Das Konjunkturklima in der Region Köln liegt weiter im negativen Bereich.

Babatz zieht ein ernüchterndes Fazit: „Ohne Planungssicherheit wird keine Erholung möglich sein, dies wird von der Weiterentwicklung der Pandemie abhängen.“