Willkommen in Wermelskirchen „Unpersönlich war nie mein Ding“

Wermelskirchen · Lutz Balschuweit lädt Geflüchtete zum Mitlaufen ein – vor Corona jeden Morgen um 6.30 Uhr, einmal um die Talsperre. Seit fünf Jahren. Dabei sind Freundschaften entstanden. Und genau das hatte er sich zu Beginn auch gewünscht.

 Sie sind auf der Laufstrecke Freunde geworden: Lutz Balschuweit und Bulbul. Seit fünf Jahren steht die Einladung zum Laufen in aller Frühe.

Sie sind auf der Laufstrecke Freunde geworden: Lutz Balschuweit und Bulbul. Seit fünf Jahren steht die Einladung zum Laufen in aller Frühe.

Foto: Lutz Balschuweit

Lutz Balschuweit läuft. Er hat darüber ein Buch geschrieben – über die Wirkung jedes einzelnen Kilometers, den er hinter sich lässt. Über Motivation und den Mut zur Veränderung. Jeden Morgen um 6.30 Uhr schnürt er die Laufschuhe und läuft los. Bevor die Corona-Pandemie persönlichen Kontakten einen Strich durch die Rechnung machte, war Lutz Balschuweit dabei selten allein. Oft begleiteten ihn andere Läufer – und die meisten von ihnen hatten stürmische Jahre der Flucht und Heimatsuche hinter sich. Es waren Männer aus Pakistan und Guinea, aus Marokko und Afghanistan. „Wir sind einfach zusammengelaufen“, sagt Balschuweit. Schon im August 2015 machte sich der Wermelskirchener plötzlich nicht mehr alleine auf den Weg zu seiner Laufrunde. „Ich nahm damals Kontakt zur Initiative ‚Willkommen in Wermelskirchen‘ auf, spazierte dann mit meiner Frau einfach ins Café International und erzählte, dass ich jeden Tag laufe und zum Mitlaufen einlade“, erinnert er sich. Er habe in jenen Zeiten, als viele Geflüchtete auf der Suche nach einer neuen Heimat nach Wermelskirchen kamen, etwas Sinnvolles für die Stadt tun wollen.