Wermelskirchen: Unbekannte beschmieren Mehrzweckhalle Dhünn

Anwohner berichtet von Vandalismus auch im vergangenen Jahr : Unbekannte beschmieren Mehrzweckhalle Dhünn

Die Stadt erstattet Anzeige wegen Sachbeschädigung. Dabringhauser Unternehmen bietet Gratis-Reinigung an.

Erst Dabringhausen, jetzt ist auch Dhünn von Vandalismus betroffen. Am Wochenende haben Unbekannte Fenster der Mehrzweckhalle, Verkehrsschilder und Bänke dick mit Farbe beschmiert. Auch der Bolzplatz wurde zur Zielscheibe der Täter. „Es wurden die Abfalleimer herausgerissen und überall Müll verteilt“, beschreibt Manfred Katerndahl, Anwohner der Hauptstraße, seine Beobachtungen am Sonntag. „Da wurde ganz schlimm gewütet.“ Ein Element des Ballfangzauns am Bolzplatz wurde entfernt und aufs Spielfeld geworfen.

Wer die Graffiti hinterlassen hat, sei unklar. Aber bereits im vergangenen Jahr gab es in Dhünn nach Trinkgelagen Jugendlicher auch Vandalismus-Schäden und eine Vermüllung am Treffpunkt Schulhof. Verärgert waren die Dhünner Bürger darüber, dass überall Glasscherben von zerbrochenen Bier- und Schnapsflaschen herumlagen – auf dem Schulhof, auf dem Mulch unter einem Klettergerüst für Kinder und auf dem Bolzplatz. Sie hatten Sorge, dass sich spielende Kinder verletzen können. „Wir haben nichts gegen feiernde Jugendliche, auch nichts gegen laute Musik. Sie brauchen einen Treffpunkt zum Feiern. Aber die jungen Leute sollten den Platz wieder sauber hinterlassen“, sagt der Anwohner.

Inzwischen hat sich eine Dabringhauser Gebäudereinigungsfirma bereit erklärt, die Schmierereien in Dabringhausen und Dhünn kostenfrei zu entfernen, sagte Andreas Müßener, Sprecher der Partei „Zukunft Wermelskirchen“. Wie berichtet, hatten feiernde Jugendliche im Dorfpark und in den Toiletten Schmierereien und Kritzeleien hinterlassen. Die Tags, die mit Eddingstift geschriebenen Zeichen, waren identisch. Die Stadt geht in Dabringhausen von den gleichen Täter aus, die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Auch diese Sitzbank wurde von den Schmierfinken nicht verschont. Foto: Manfred Katerndahl
Ebenso wurden Verkehrsschilder mit Farbe besprüht. Foto: Manfred Katerndahl

Die Stadt will nach Angaben von Stefan Görnert, Erster Beigeordneter, Anzeige gegen Unbekannt stellen: „Die Polizei muss erst einmal den Sachverhalt aufnehmen, vorher wird nichts entfernt.“ Die Stadt werde die Graffiti danach mit eigenen Kräften und Bordmitteln selbst entfernen – oder noch besser: Wenn es gelinge, die Verursacher zu finden, könnten die Spuren des Vandalismus in einer gemeinsamen Aktion beseitigt werden. „Das ist an der Schule Höferhof gut gelungen. Das war fast ein Happening“, erinnert Görnert. Aber bisher habe man keine Verdachtsmomente. Sollten es Jugendliche gewesen sein, werde die Stadt versuchen, auf sie zuzugehen. Allerdings fehle in der Verwaltung jemand, der über eine entsprechende Ausbildung in „zugehender, niederschwelliger Jugendarbeit“ verfügt. Das soll sich mit Einstellung eines Streetworkers ändern. Stefan Görnert betont, dass der Streetworker nicht allein der Probleme Herr werden kann, aber mit der richtigen Ansprache deeskalierend auf die jungen Menschen einwirken und ihnen Alternativen aufzeigen kann.

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