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Wermelskirchen: Umsetzung von „Wasser verbindet“ startet

Aqualon-Projekt an der Dhünn-Talsperre in Wermelskirchen : Das Projekt „Wasser verbindet“ startet

Der Verein Aqualon hat vor zwei Jahren einen Leader-Förderantrag für eine Ausstellung an der Großen Dhünn-Talsperre gestellt. Jetzt wurde der Antrag von der Bezirksregierung genehmigt.

Es hat lange gedauert, aber jetzt liegen die Dinge klar. Birgit Bär, die Geschäftsführerin des Wermelskirchener Vereins Aqualon, ist sichtlich erleichtert. „Wir haben lange Zeit warten müssen, bis alles geklärt war. Aber am 4. Dezember haben wir die Genehmigung der Kreisregierung für unser Leader-Projekt bekommen“, sagt Birgit Bär. Bereits einen Tag später habe der Verein der Agentur Kessler & Co. aus Mülheim/Ruhr das Signal zum Start der Umsetzung gegeben. „Und jetzt geht es los“, sagt Birgit Bär lachend. Die Ausstellung „Wasser verbindet“ kann jetzt umgesetzt werden, die Förderung durch die Europäische Union beträgt rund 95.000 Euro.

2017 hat der Verein Aqualon beschlossen, eine Ausstellung in Lindscheid an der Großen Dhünn-Talsperre vom EU-Programm Leader fördern zu lassen. „Es waren viele rechtliche Fragen zu klären, etwa ob wir eine öffentliche Ausschreibung machen müssen. Was der Fall war“, sagt Birgit Bär. Zuvor habe der Verein ganz genau die Kriterien für die Ausschreibung festlegen müssen. Im Rahmen der Ausschreibung habe sich die Zahl der Bewerber, die in Frage kämen, auf zuletzt vier reduziert. „Die haben wir zum Pitch eingeladen, in dem sie ihre Konzepte vorgestellt haben“, sagt Birgit Bär. Die Entscheidung sei dann auf die Mülheimer Agentur gefallen, die ein Spezialist für Ausstellungskonzeptionen im naturwissenschaftlichen Bereich sei.

 So soll einmal der Ausstellungspavillon ausstehen.
So soll einmal der Ausstellungspavillon ausstehen. Foto: Aqualon
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Die Ausstellung „Wasser verbindet“ soll in Lindscheid entstehen, in einem nicht mehr genutzten Gebäude des Wupperverbandes, direkt in der Wasserschutzzone 1. „Darin war einmal die Schlosserei des Wupperverbandes untergebracht, die aber irgendwann ausgelagert wurde. Derzeit wird das Gebäude umgebaut und renoviert“, sagt die Aqualon-Geschäftsführerin. Birgit Bär betont, dass diese Arbeiten nichts mit der Leader-Förderung zu tun hätten. Im Februar, spätestens aber März, sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. „Dann sind neue Fenster und Böden darin, die Räume sind entsprechend der Konzeption hergerichtet“, sagt Birgit Bär. Es wird sich um eine Dauerausstellung handeln, an die ein Multifunktionsraum und ein kleiner Gastronomiebereich angegliedert sind. „Von Leader wird aber nur der reine Ausstellungsbereich gefördert. Für das gesamte Projekt sind verschiedene Fördertöpfe angezapft worden. Nur mit Leader hätten wir es nicht umsetzen können“, sagt die Aqualon-Geschäftsführerin. Wohl aber seien diese Punkte im Förderantrag aufgeführt worden. Das habe sich positiv auf die Bewertung ausgewirkt.

Im Moment ist in Lindscheid nur eine Baustelle zu sehen. Wenn „Wasser verbindet“ aber fertig ist, dann werden die Besucher in einem kleinen Foyerbereich empfangen, an den sich zur rechten ein Kiosk mit Gastronomiebereich anschließt. Auf der anderen Seite schließen sich drei Räume an, die das eigentliche Herz der Ausstellung sind. „Dort werden die Themengebiete Trinkwasser, Talsperren, Natur- und Kulturlandschaft und Fließgewässer behandelt“, sagt Birgit Bär. Beim Trinkwasser geht es um die Qualität, die Aufbereitung und den Weg in den heimischen Wasserhahn, der Bereich Talsperren beschäftigt sich genau damit – warum gibt es sie überhaupt, wie sind sie entstanden, wie werden sie unterhalten? Die Natur- und Kulturlandschaft zeigt auf, warum Talsperren oft abgesperrt und nicht zugänglich sind. „Es werden aber auch die versunkenen Dörfer thematisiert sowie die seltenen Tier- und Pflanzenarten, die sich hier ansiedeln.“

Die Gastronomie wird vom Integrationsbetrieb Die Kette-Kochwerk aus Bergisch Gladbach betrieben. „Das ist mir besonders wichtig. Denn für Menschen mit psychischer Behinderung gibt es nur selten gute Arbeitsangebote. Sie haben ganz andere Ansprüche als Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung“, sagt Birgit Bär. Der Multifunktionsraum wird von der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln gefördert. Er ist für Schulungen und Klassenbesuchen gedacht, die sich dort intensiver mit dem Thema Wasser und Talsperren beschäftigen können. „Die Ausstattung ist mit Whiteboards und Beamer hochmodern“, sagt Birgit Bär.

Nachdem es nun runde zwei Jahre gedauert hat, bis aus der Idee die Fördergenehmigung wurde und es damit an die Umsetzung gehen kann, möchte der Wermelskirchener Verein Aqualon nun Nägel mit Köpfen machen. „Erfahrungsgemäß dauert es neun bis zwölf Monate, bis eine solche Ausstellung fertig ist. Wir haben im Verein aber bereits viel in Sachen Konzeption vorgearbeitet, so dass wir hoffen, dass es schneller geht“, sagt Birgit Bär.

Das Ziel sei es, zu „Unverdhünnt“ am 27. September 2020 fertig zu sein. „Das ist sicher ambitioniert, aber das wollen wir schaffen“, sagt die Geschäftsführerin.