Wermelskirchen: Tierheim vermittelt auch zur Weihnachtszeit

Tierheim Wermelskirchen : Tiere vermitteln zur Weihnachtszeit

Viele Tierheime geben derzeit keine Tiere heraus, weil sie nicht wollen, dass sie zum Weihnachtsgeschenk werden. In Wermelskirchen ist das anders.

Nicht selten steht auf den Wunschzetteln vieler Kinder in diesen Tagen auch das: Ein Haustier, ein kleiner Hund etwa oder eine Katze. Viele Tierheime folgen einer Empfehlung des Deutschen Tierschutzbundes und richten um die Feiertage einen Vermittlungsstopp ein. Der Grund: Wer Tiere verschenkt, habe sich häufig nicht mit der Frage auseinandergesetzt, ob der zukünftige Halter die Verantwortung für das Tier übernehmen kann. Und so werden viele Tiere in den Folgemonaten wieder zurückgegeben, wenn sie nämlich zu laut bellen, kratzen oder nicht stubenrein sind: Laut Tierschutzbund finden einige dieser Tiere schon im Januar ihren Weg zurück ins Heim. Die größte Rückgabewelle folgt dann im Sommer, wenn der Urlaub ansteht.

Auch das Tierheim in Remscheid gibt seit gestern keine Tiere mehr raus. Das gilt noch bis zum 2. Januar, Interessenten können aber reservieren. „Wir haben festgestellt, dass vor allem Häschen zu Weihnachten verschenkt werden“, sagt Mitarbeiterin Angelika Hännerling-Schier. Die neuen Besitzer würden nicht darüber aufgeklärt, dass die Tiere schnell trächtig werden und bringen im neuen Jahr die Jungen vorbei.

Kleintiere gibt es im Tierheim in Wermelskirchen nicht. Die Hunde und Katzen dort werden aber das ganze Jahr über vermittelt, sogar an den Feiertagen selbst, von 11 bis 14 Uhr. Heimleiter Günter Leuerer erklärt das mit einer Analogie: „Man wird ja auch nicht zwischen Weihnachten und Neujahr dick, sondern eigentlich zwischen Neujahr und Weihnachten.“ Das gelte auch für die Verantwortung gegenüber einem Haustier: Ob sich jemand angemessen kümmert oder nicht, sei nicht an der Jahreszeit auszumachen. Die Mitarbeiter überprüfen den Interessenten genau. Zum Beispiel schauen sie, ob er Erfahrung hat, denn ein Großteil der Hunde kommt aus dem Ausland und ist traumatisiert. Leuerer findet, dass sich gerade die Weihnachtszeit für einen Besuch im Tierheim eignet. „An den Feiertagen hat die ganze Familie Zeit und die Entscheidung wird zu dem, was sie werden soll: Eine Familienentscheidung.“

Auch das Tierheim in Solingen vermittelt über Weihnachten Tiere – allerdings mit der Empfehlung, noch bis nach den Feiertagen zu warten. „Das ist mit Weihnachten und vor allem Silvester ist einfach zu viel Stress“, sagt Tierpflegerin Ann-Kathrin Kruska. Interessenten werden auch dort genau überprüft: Wer einen Hund übernehmen möchte, muss mindestens drei Mal mit ihm Gassi gehen, die Mitarbeiter verschaffen sich auch einen Eindruck von der Wohnsituation. „Manche Leute sagen geradeaus, sie wollen das Tier verschenken. Dann treten wir davon zurück.“