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Wermelskirchen: Thomas Gratza sammelt historische Feuerwehr-Utensilien

Der neuste Fund in Thomas Gratzas Sammlung : Historische Lederhaube mit Herzog-Krone

Thomas Gratza sammelt seit seinen Kindheitstagen historische Orden, Uniformen und Feuerwehr-Utensilien. Besonders angetan haben es ihm Stücke aus der heimischen Region – seine neueste Errungenschaft ist ein Helm der Dabringhausener Feuerwehr.

Seit Kindheitstagen ist Thomas Gratzas Sammelleidenschaft aktiviert. Der 60-Jährige kann sich an keine Zeit erinnern, in der er nicht von Uniformen, Orden, Helmen oder Degen und Dolchen fasziniert war. Neben Militaria haben es dem Wermelskirchener, der seit 1979 der Freiwilligen Feuerwehr angehört und beruflich als Betriebsratsvorsitzender in einer Wermelskirchener Firma tätig ist, vor allem historische Feuerwehr-Utensilien angetan. Besonders, wenn diese aus Region oder gar seiner Heimatstadt stammen.

Den neuesten Fund seiner Sammlung machte Thomas Gratza jüngst in Radevormwald, wo ein Erbe die Habe seines verstorbenen Vaters feil bot. Darunter ein Helm, genauer gesagt eine Haube, aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die einst bei den Sankt-Florians-Jüngern in Dabringhausen im Einsatz war. „Ähnliche habe ich auch von der damaligen Feuerwehr in Wermelskirchen“, sagt Thomas Gratza. Dabei handelt es sich um Lederhauben, die im Krieg noch als Pickelhauben die Soldatenköpfe schützen sollten.

Hauben dieser Epoche aus der Region erkennt Gratza an einem auf der Stirnseite eingeschlagenen Wappen: das der Feuerschutz-Versicherung Rheinprovinz. „Die haben damals die Finanzierung der Kopfbedeckung unterstützt und wollten sichtbar sein“, erläutert der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder: „Dazu wurden die Helme mit Namen der jeweiligen Gemeinde versehen.“ Die Haube aus Dabringhausen habe noch eine Besonderheit, die ihn als Sammler reize: „Sie ist obendrein mit einer Krone als Symbol für das herzögliche Wappen Jülich-Berg-Kleve versehen.“ Diese Lederhauben haben allerdings einen Schutzfaktor gleich Null.

„Es gibt spezielle Internet-Seiten und Tauschbörsen – dort herrscht ein schwunghafter Austausch“, beschreibt Thomas Gratza. Dabei wäre das Internet für Sammler gleichzeitig Fluch und Segen: „Zur Recherche ist das Internet klasse. Aber im Internet tummeln sich auch Laien, die meinen, dass sie Unsummen verlangen können, bloß weil ein Abzeichen auf einem Teil ist.“

Er sei innerhalb der Feuerwehren gut vernetzt, seine Kontakten reichen bis nach Thüringen, Hessen oder Österreich. „Es gibt in Deutschland 107 Berufsfeuerwehren, von denen ich gerade die Wappen sammele – 103 habe ich bereits zusammen“, erzählt Gratza. Das Wappen der Kölner Berufsfeuerwehr etwa war schnell ergattert – nicht nur wegen der regionalen Nähe, sondern weil dort Gratzas Sohn Tim arbeitet. „Durch ihn habe ich in Köln einen Feuerwehrmann mit ähnlicher Sammelleidenschaft kennengelernt. So fügt sich eines zum anderen“, sagt Gratza: „Und innerhalb von Wermelskirchen wissen die Feuerwehr-Kollegen um meine Leidenschaft und unterstützen mich.“

Einen Teil seiner Feuerwehr-Sammlung stellte Thomas Gratza während der 150-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr auf der Eickerberg-Wache aus. „Im entsprechenden Rahmen würde ich die Stücke gerne dauerhaft ausstellen – auf der Wache ist das aber nicht möglich“, stellt Gratza fest.