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Wermelskirchen: Sting-Tribute-Band begeistert im Haus Eifgen

Kultur in Wermelskirchen : Als wäre der leibhaftige Sting zu Gast im Eifgen

Die Cover-Band Stingchronicity präsentierte am Freitagabend im Biergarten des Haus Eifgen die größten Hits von Sting und The Police. Sänger Stephan Maria Glöckner kommt dem Original erstaunlich nah.

Sting hat definitiv eine so eigenständige Stimme, die im Rock-Zirkus sofort herauszuhören ist. Wer am Freitagabend zufällig am Biergarten des Haus Eifgen vorbeikam und hörte, was da gespielt wurde, musste sich beim Gesang von Stephan Maria Glöckner, Frontmann und Gitarrist der Sting-/The-Police-Coverband „Stingchronicity“ aus dem Rheinland, ernsthaft fragen, ob der leibhaftige Sting da nicht in diesen schmächtigen, bärtigen Mann gefahren war. Bei geschlossenen Augen klang Glöckner dem „Englishman In New York“ beinahe schon beängstigend ähnlich.

Wegen der Corona-Krise – und auch, weil das Wetter mitspielte – war das Konzert kurzerhand von 21 auf 19 Uhr und vom Inneren in den Biergarten verlegt worden. Was der Atmosphäre auf jeden Fall gut tat, was auch an den knapp 100 Zuschauer zu sehen war. Die waren gut gelaunt, auch wenn es, nachdem die Sonne verschwunden war, doch recht kühl wurde.

Aber dafür heizte das was Glöckner zusammen mit seinen drei Mitmusikern, Thomas Schmittinger an der Gitarre, Achim Klein am Bass und Michael Wilsberg am Schlagzeug, da auf der Bühne veranstaltete, auch durchaus ein. Das war die zweite wichtige Erkenntnis dieses Abends: Sting respektive The Police hatten im Laufe der Jahrzehnte einen riesigen Fundus an veritablen Hits zusammenkomponiert. Das ermöglichte es, dass mit „Don‘t Stand So Close To Me“ – dem „Corona-Motto-Song“, wie Glöckner trocken kommentierte – und „Every Little Thing She Does Is Magic“ gleich zu Beginn zwei der ganz großen Hits gespielt werden konnten. Und das, ohne dass die Hit-Dichte im Anschluss merkbar abnahm.

Selbst bei Songs aus der zweiten Reihe, wie etwa dem nachdenklichen „Spirits In The Material World“, dem satt rockenden „Man In a Suitcase“ oder dem düsteren „Heavy Cloud, no Rain“ war man nach nur wenigen Takten am Mitwippen. Bei jenen aus der ersten Reihe – etwa „King Of Pain“, „Can‘t Stand Losing You“ oder „All This Time“ - freute man sich vor allem über die leidenschaftliche Darbietung des Quartetts, das tatsächlich ein wenig rockiger klang als die 1980er-Jahre-Originale.

Sting war aber immer mehr als The Police, auch wenn Hardcore-Fans das anders sehen mochten. Und so entwickelten seine Solo-Stücke eben genauso großes Ohrwurm-Potenzial wie die The-Police-Klassiker. Etwa „If I Ever Lose My Faith In You“, bei dem alle vier Musiker sich zudem als kompetente Background-Sänger präsentierten. Aber es spielte gar keine Rolle, aus welcher Epoche der langen Karriere Stings, der im kommenden Jahr 70 Jahre alt wird, die Songs stammten. Tatsächlich machten sie alle gleichviel Spaß. Und wurden vom offensichtlich fachkundigen Publikum auch begeistert beklatscht.