Wermelskirchen: Stadtrat beschließt IKEHK mit Jugendfreizeitpark als erstes Projekt

Stadtrat beschloss das Förderkonzept „Wermelskirchen 2030“: Jugendfreizeitpark auf die Schienen gesetzt

Das Vorhaben an der Balkantrasse  soll das erste Projekt im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept sein. Der Stadtrat beschloss, dass für dieses Maßnahmen-Paket jetzt der Grundförderantrag gestellt werden soll.

Wenn junge Leute 2023 mit dem Skateboard über Rampen rollen, Basketballer auf dem Feld Korbleger trainieren, Cliquen sich abends zum Volleyball treffen und viele Menschen das Areal an der Balkantrasse in ihrer Freizeit nutzen, werden sie wahrscheinlich vergessen haben, dass nicht alle Politiker bei dem Beschluss über den Bau dieses Jugendfreizeitparks gejubelt haben: Die Liberalen sind nicht gegen das Projekt, kritisierten aber dessen Verteuerung gegenüber der ursprünglichen Planung. Am Ende wurde die Entwurfsplanung aber mit dem Gesamtpaket „Grundförderantrag für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (IKEHK) einstimmig beschlossen.

Wie berichtet, sind in diesem Langzeit-Konzept Projekte gebündelt, für die Fördergelder beantragt werden sollen – unter anderem aus dem Topf „Städtebauförderung“. Sie sollen allesamt die Innenstadt Wermelskirchens voranbringen, sie durch Attraktivierung fit für die Zukunft machen, sie sollen Impulse für weitere Entwicklungen und Investitionen geben. Der Förderzeitraum erstreckt sich bis 2030. Jedes Projekt innerhalb dieser Phase wird einzeln beantragt, sobald die Fördergeber für das Gesamtpaket grünes Licht gegeben haben. Das erste Vorhaben, das die Stadt anpacken will, ist der Jugendfreizeitpark an der B 51 im Bereich Zenshäuschen, dort, wo die Balkantrasse verlängert werden soll.

Niemand im Stadtrat war dagegen, dass für die Rollsportler eine Freizeitfläche geschaffen werden sollte, schließlich wurde dies bereits 2016 vom Rat beschlossen – allerdings als sehr viel einfachere und damit preiswertere Variante. An der Kostenfrage entzündete sich daher die Diskussion. Wie im Sportausschuss machte die FDP nochmals deutlich, dass sie das 750.000-Euro-Projekt nicht mittragen werde, trotz eines Förderzuschusses in Höhe von 70 Prozent. Heinz Jürgen Manderla (FDP): „Das sprengt für uns alle Dimensionen.“ Er erinnerte daran, dass der Freizeitplatz ursprünglich 290.000 Euro kosten, wovon die Stadt einen Eigenanteil von 44.000 Euro tragen und der Rest aus Spenden zusammengetragen werden wollte; derzeit seien 6000 Euro im Spendentopf. Die Stadt könne doch nicht den Ausbau des Sportplatzes Dhünn aus Gründen des Geldmangels ablehnen „und gleichzeitig für das Projekt am Bahnhof für einen überschaubaren Kreis von Skatern und anderen Freizeittreibenden 225.000 Euro in den Haushalt einstellen“.

Man solle die Vereine nicht gegeneinander ausspielen, konterte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Klicki. Der Vergleich mit dem Sportplatz Dhünn hinke. Spätestens wenn die Stadt die Haushaltssicherung überwunden habe, müsse der Umbau jenes Platzes umgesetzt werden. Aber jetzt habe Wermelskirchen die historische Chance einer Förderung. Gleichzeitig appellierte Klicki an Bürgermeister Rainer Bleek, auf mögliche Sponsoren zuzugehen. „Hier geht es nicht um Peanuts“, wandte SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein ein. Erst mit der Entwurfsplanung sei es überhaupt möglich, offensiv eine Spendenakquise zu betreiben. Sehr optimistisch, dass dies auch gelingen werde, zeigte sich Frank Kaluscha (Grüne). „Ich bin froh, dass wir das Signal an die Jugendlichen geben können, dass das Projekt auf die Schienen gesetzt werden kann.“ Seit rund sieben Jahren hätten die jungen Leute mit eigenen Mitteln den Rollsport am Leben gehalten. Es sei Zeit, den Jugendlichen gegenüber verlässlich zu bleiben wie gegenüber den Fußballern, ergänzte Bilstein. Auch Oliver Platt (Büfo) sprach sich für das IKEHK, „eins der größten Kostenvolumen“, und den Jugendfreizeitzeitpark aus.

„Wir hatten in Wermelskirchen jahrelang einen Stillstand im Bereich Jugend und Sport. Jetzt haben wir die einmalige Chance einer 70-prozentigen Förderung“, erinnerte der Sportausschussvorsitzende Karl-Heinz Wilke (CDU). Nun sei es sogar in den Jahren der Haushaltsicherung gelungen, drei Sportplätze mit neuem Belag auszustatten. Auch die WNKUWG stimmte dem Gesamtpaket zu, legte allerdings großen Wert darauf, dass im Protokoll der Zusatz „unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit“ aufgeführt wird.

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