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Wermelskirchen: Sommerschlussverkauf (SSV) 2018 bei über 30 Grad

Sommerschlussverkauf : Händler machen Platz für Herbstware

Schnäppchenjäger werden in diesen Tagen in der Wermelskirchener Bekleidungsbranche an allen Ecken fündig: Der Sommerschlussverkauf ist in vollem Gang. Noch gibt es Luftiges für heiße Sommertage.

Mitten im Sommer beginnt der Herbst: Während die Temperaturen immer weiter steigen, trifft in den Bekleidungsgeschäften in Wermelskirchen bereits die Herbstmode ein. Mäntel und Strickjacken, dicke Pullover und warme Socken hängen zuweilen gleich neben Badeshorts und Flatterhose. „Wir brauchen Platz für die Herbstmode“, beschreibt Stefan Rojewski, Inhaber der Modehäuser „Male“ und „Female“, das Offensichtliche. Und deswegen verkaufen die Wermelskirchener Händler beinahe unisono ihre Sommerkleidung zu reduzierten Preisen. Rote Plakate, Aufsteller, Angebote und besondere Aktionen: Wer sich in diesen Tagen ein bisschen Zeit nimmt zum Stöbern, kann viele Schnäppchen machen.

Daran haben auch die neuen Gesetze nichts geändert, die den offiziellen Sommerschlussverkauf vor 14 Jahren abschafften. „Früher haben wir in der letzten Juli- und der ersten Augustwoche den Abverkauf der Sommermode organisiert“, erinnert sich Iris Lawrenz von „Kindermode Rumpelstilzchen“.

Inzwischen kämen im Mai die ersten Kunden, die sich vorsichtig nach reduzierter Sommerware erkundigen würden. Spätestens Anfang Juli gingen die Einzelhändler dann in die Vollen. Und Monika Lawrenz zieht mit: Inzwischen können Kunden die Sommerware mit 30 Prozent Nachlass einkaufen. „Und es läuft gut“, sagt die Einzelhändlerin.

Viele Kunden würden vor dem Sommerurlaub hereinschauen, andere animiere das heiße Wetter. Aber Monika Lawrenz gibt auch zu bedenken: „Wir können nicht nur auf Ausverkauf setzen“. Das könne sich kein Händler leisten. Und das weiß auch Vera Morsches, Inhaberin des Geschäfts „Tausendschön“. Bis zu 30 Prozent gewährt auch sie aktuell auf Saisonmode. „Alle schreien wegen der aktuellen Temperaturen gerade nach Sommersachen“, sagt sie, „aber die Saison ist eigentlich vorbei.“ Flatterhosen gebe es nur noch vereinzelt und viele luftige Kleidungsstücke nur noch in bestimmten Größen. Aber wer sich ein bisschen Zeit nimmt und die Kleiderständer durchstöbert, der könne jetzt manch ein Schnäppchen machen.

Auch Stefan Rojewski hat in der vergangenen Woche festgestellt: „Die Shorts werden knapp.“ Obwohl das im Sommerschlussverkauf eigentlich als willkommenes Phänomen gilt, hat er sich mit seinem Team zusammengesetzt und sich auf die Suche nach einem Händler gemacht, der schnell Nachschub liefern kann. 70 kurze Hosen hat er bestellt – ungewöhnlich, so kurz vor dem Beginn der Herbstsaison.

Dass seine Kunden auf den Sommerschlussverkauf bereits gewartet hätten, kann Rojewski aber nicht beobachten. „Seit es den Saisonschlussverkauf nicht mehr gibt, starten wir das ganze Jahr über Rabattaktionen“, sagt der Händler.

Auch bei „Sweetex“ können Kunden in diesen Tagen viele reduzierte Kleidungs- und Lifestyle-Stücke finden. „Es richtig viel los“, sagt Inhaber Jörg Michels und freut sich über den Zuspruch der Kunden und den neuen Platz für die Herbstware. Aber der Händler will sich die Regeln für den Schlussverkauf nicht von der Textilindustrie diktieren lassen: „Und deswegen gibt es die Kleidung bei uns, wenn sie gebraucht wird“, sagt er. Er habe sich von jenen Modelabels getrennt, die Sonderverkäufe erzwingen würden, weil sie ständig neue Mode auf den Markt pumpen würden. Stattdessen regelt „Sweetex“ seine Rabattverkäufe nun selber.

Dabei sollen sowohl Kunden als auch Händler auf ihre Kosten kommen: „Beide Seiten können von den aktuellen Aktionen profitieren“, sagt Dankmar Stolz vom Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) und wirbt für einen Bummel in der Stadt. „Für die Wermelskirchener lohnt es sich, in diesen Tagen eine Runde durch die Innenstadt zu drehen“, sagt der WiW-Vorsitzende.

Und dann ergänzt er noch im Hinblick auf die große Internet-Konkurrenz: „Solche Angebote wie bei uns findet man auch nicht im Internet, schließlich braucht keiner neuen Platz für die Herbstware, der das ganze Jahr mit einem großen Lager arbeitet.“