Photovoltaik in Wermelskirchen Solarstrom für über 3000 Haushalte

Wermelskirchen · Fakten + Hintergrund 1992 wurde die erste Photovoltaikanlage in Wermelskirchen gebaut. Heute sind es schon 452 – Tendenz steigend. Die Einspeisungsvergütung ist aber inzwischen verschwindend gering.

 550 Quadratmeter groß ist die Fläche der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Feuer- und Rettungswache. 74.119 kWh Solarenergie wurden 2018 dort erzeugt.

550 Quadratmeter groß ist die Fläche der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Feuer- und Rettungswache. 74.119 kWh Solarenergie wurden 2018 dort erzeugt.

Foto: Udo Teifel

Sonne liefer Energie frei Haus, wenn die Technik vorhanden ist. Daher leistet Photovoltaik auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung sollen rund 95 Gigawatt Photovoltaik erzeugt werden. Wie jetzt es aber in den beiden BEW-Städten Wermelskirchen und Hückeswagen aus?

Gibt es einen Unterschied zwischen Photovoltaikanlage und Solaranlage? Solaranlage ist der Oberbegriff für Anlagen zur Erzeugung von Strom (Photovoltaik) und Wärme (Solarthermie).

Wie funktioniert eine Photovoltaik-Anlage? Die Anlagen erzeugen Strom aus Sonnenlicht. Die Sonnenstrahlen treffen auf die Solarzellen in den Modulen. Dort wird die Sonnenenergie in elektrische Energie in Form von Gleichstrom umgewandelt? Da sowohl im Hausnetz als auch im öffentlichen Stromnetz Wechselstrom fließt, muss der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt ein Wechselrichter.

Wie geht man mit dem Strom um? Die selbst erzeugte Solarenergie kann man nun direkt im eigenen Haushalt nutzen. Besteht dort kein Bedarf, muss sie ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Wie viele Anlagen gibt es in den beiden Städten? In Wermelskirchen gibt es 453 Photovoltaikanlagen, in Hückeswagen 277.

Wie haben sich die Zahlen 2019 gegenüber 2018 verändert? Im gesamten Netzgebiet der BEW Netze gab es einen Zuwachs von 88 Anlagen in 2019. 2018 wurden 69 neue Anlagen gebaut, 2017 59.

Ist die Zahl der Anträge durch die Klimaschutz-Debatte gestiegen? Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ist in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen.

Wann und wo wurde die erste Anlage gebaut? Am 13. Oktober 1992 wurde die erste Anlage mit einer Leistung von 1,14 kW in Wermelskirchen gebaut.

Was erhielten damals die Eigentümer als Einspeisungsvergütung? Sie bekamen 0,5062 Euro je kWh, heute sind es nur noch 0,0997 Euro je kWh.

Gibt es heute noch Privateigentümer, die sich Anlagen aufs Dach bauen? Ja, auch die BEW unterstützt Privateigentümer bei der Planung der Anlage. In Wermelskirchen wurden 2018 38 Dachanlagen gebaut, in Hückeswagen 21 gefördert.

Wie hoch ist der Anteil der öffentlichen Gebäude mit Photovoltaikanlagen? Die Gesamtzahl kann die BEW nicht nennen. Aber allein die BEW hat 54 Anlagen auf öffentlichen Gebäuden in ihrem Gebiet errichtet.

Wer betreibt in der Region die meisten und größten Anlagen? Das ist die BEW.

Wie erfolgt die Vergütung? Vergütung erhält der Betreiber nicht nach der Fläche der Photovoltaikanlage, sondern für die eingespeiste kWh-Menge. Je nach gewähltem Modul ist die Leistung auch unterschiedlich.

Was kostet etwa der Quadratmeter Anlage in der Herstellung? Zurzeit rechnet man häufig mit rund 1200 Euro pro installiertem kW.

Wie hoch ist der Anteil dieses eingespeisten Photovoltaikstroms an dem Gesamtstromverbrauch? In Hückeswagen beträgt der Anteil vier Prozent, in Wermelskirchen zwei Prozent.

Wie viel „Man-Power“ setzt die BEW für diesen Strom-Bereich ein? Drei Mitarbeiter sind neben anderen Aufgaben intensiv mit dem Thema Photovoltaik beschäftigt.

Wie hoch ist die Gesamtmenge des eingespeisten Photovoltaikstroms? In 2018 wurden in Hückeswagen rund 3,25 Mio. kWh, in Wermelskirchen rund 2,82 Mio. kWh und un Wipperfürth rund 7,53 Mio. kWh eingespeist. Aufgrund der steigenden Anlagenzahl steigen die Mengen tendenziell. Die Sonnenernte kann aber je nach Anzahl der Sonnenstunden schwanken.

Wie verringert sich der CO2-Ausstoß durch die Menge des Photovoltaikstroms? Die CO2-Einsparungen im BEW-Bereich betrug im Jahr 2018 rund 5723 Tonnen.

Wie viele Haushalte können mit dem Photovoltaikstrom versorgt werden? Über 3000 Vier-Personen-Haushalte können mit dem Strom versorgt werden.

Gibt es ein Solarflächenkastater? Auf der Website www.bergische-energie.de befindet sich ein Solarplaner, mit dem jeder Hauseigentümer für sein Gebäude das individuelle Solarpotenzial berechnen kann.

Seit wann arbeitet die Stadt mit der BEW in diesem Bereich zusammen? Die Stadt Wermelskirchen hat im Jahre 2010 mit der BEW einen Vertrag über Photovoltaikanlagen geschlossen. Neun Anlagen wurden bislang gebaut. Die größte ist auf den Dächern der Feuer- und Rettungswache.

Wie ist das genau abgelaufen? Die Stadt stellte der BEW die Dachflächen zur Verfügung; die BEW hat darauf auf ihre Kosten Photovoltaikanlagen installiert und betreibt diese auch.

Was ist der Vorteil für die Stadt? Neben die Installationskosten geht auch die Wartung und Instandsetzung der Anlagen zu Lasten der BEW. Und trotzdem partizipiert die Stadt finanziell an der erzeugten Energie.

Was bekommt die Stadt? Die Stadt erhält jährlich eine fest Pacht für die Bereitstellung der Fläche. Diese Pacht ist gekoppelt an der installierten Leistung. Die Pacht hat auch einen variablen Teil, der sich aus der Menge der erzeugten elektrischen Energie berechnet.

Wie lange ist die Laufzeit des Vertrages? Sie beträgt 20 Jahre mit der Option auf zweimalige Verlängerung von je fünf Jahren.

Und was bekommt die Stadt dann konkret an Pacht? Das sind laut Stadtverwaltung Vertragsinterna mit der BEW. Darüber gibt sie keine Auskunft.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort