Auch Junges Orchester der Musikschule zeigte sein Können Musiker boten musikalische Vielfalt

Wermelskirchen · Das Sinfonieorchester versetzte das Publikum in Adventsstimmung.

 Das junge Orchester der Musikschule unter der Leitung von David Hecker trat beim traditionellen Adventskonzert auf.

Das junge Orchester der Musikschule unter der Leitung von David Hecker trat beim traditionellen Adventskonzert auf.

Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Sie hat offensichtlich das richtige musikalische Gespür für den Winter. Die bergische Komponistin und Musikerin, Silvia Wimmershoff, dirigierte mit sanftem Gespür für herabfallende Schneeflocken ihre Komposition „Schnee in der Luft“ derart eindrucksvoll, dass die Schneeflocken der Versuchung anscheinend nicht widerstehen konnten, in der Nacht zum Sonntag Stadt und Land mit weißem Puder zu überziehen. Zu verlockend erfüllten die drei Sätze ihres Concerto grosso für Streichorchester mit Holzbläserquartett und Streichquartett. Sie erfüllten während des traditionellen Adventskonzertes des Sinfonieorchesters das Kirchenschiff der Evangelischen Stadtkirche Wermelskirchen. Es war dem Orchester auf den Leib geschrieben.

Die Solisten – vier Holzbläser und vier Streicher – konnten zeigen, was sie drauf hatten: Adventsstimmung machte sich breit. Vorher hatte das Junge Orchester der Musikschule Wermelskirchen unter der Leitung von David Hecker mit vier bekannten Filmmusiken die Pforten dafür geöffnet. Es zeichnet das Sinfonieorchester aus, dass es gerade den (blut)jungen Musikern die Möglichkeit bietet, auch vor großem Publikum zu spielen. Die jungen Talente können allein schon durch ihre musikalische Präsenz Aufmerksamkeit erzeugen und die Zuhörer fesseln. Je mehr die Zuhörer über ein Musikstück wissen, desto besser gefällt es.

Als Moderatorin des gesamten Adventskonzertes führte Silvia Wimmershoff die einzelnen Stücke prägnant ein. Sie hatte nicht nur auf die winterliche Schlittenfahrt in ihrem Concerto anschaulich hingewiesen, sondern auch in ihrer Einleitung zum Orgelkonzert in F-Dur von Georg Friedrich Händel (1685-1859) zwei Vogelarten erwähnt und so manchen der Besucher in aufmerksame Spannung versetzt. Wer hätte sonst im zweiten Satz auf das Motiv der Rufe von Kuckuck und Nachtigall spontan reagieren können? Solist Marcus Richter an der Orgel brachte unter dem Dirigat von Alfred Karnowka nicht nur dieses Thema eindrucksvoll zur Geltung. Das gesamte Konzert spiegelte Händels Lebendigkeit besonders in den barocken Auseinandersetzungen zwischen Orgel und Orchester glänzend wider.

Danach musste einfach musikalische Klassik folgen. Gut gewählt stand Josef Haydns (1732-1809) Sinfonie 104 auf dem Programm. David Hecker, der Leiter der Musikschule Wermelskirchen, führte das Sinfonieorchester in dieser nahezu nicht enden wollenden Sinfonie zu einer vehementen Berg- und Talfahrt durch alle musikalischen Höhen und Tiefen. Von donnergrollenden Pauken bis glasklaren, tirilierenden Flöten.

Das gesamte Orchester zeigte nunmehr, dass auch in einem Laienorchester variantenreiche, musikalische Vielfalt gepaart mit meisterlichem Können stecken können. Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus. Dieses Konzert von imponierenden Musikern aus der näheren Region hätte durchaus Standing Ovations verdient gehabt.

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