Wermelskirchener Stadtmitte Großes Interesse an Senioren-WG im Loches-Platz-Neubau

Wermelskirchen · Zwei Wohngemeinschaften entstehen im Neubau in der Stadtmitte: Kurz vor dem Bezug hatte die Diakoniestation zum Info-Nachmittag eingeladen. Viele Besucher nahmen die Chance wahr, um einen Blick hinter die Kulissen der „ewigen Baustelle“ zu werfen.

 Bald können die Senioren in die Wohngemeinschaft am Loches Platz einziehen. Andrea Siebeneich und Geschäftsführer Dr. Marc Deffland stellten die neuen Räume der Diakonie am Loches-Platz vor.

Bald können die Senioren in die Wohngemeinschaft am Loches Platz einziehen. Andrea Siebeneich und Geschäftsführer Dr. Marc Deffland stellten die neuen Räume der Diakonie am Loches-Platz vor.

Foto: Jürgen Moll

Es fühlt sich noch nach Baustelle an: Die Handwerker sind bei der Arbeit. Hier und da fehlen noch Details und die Abschlussreinigung ist noch nicht in Sicht. Wer aber die Schwelle der Wohngemeinschaft im ersten Stock des Neubaus übertritt, bekommt eine Ahnung vom zukünftigen Treiben am Loches-Platz. Ein Jahr später als geplant, kehrt hier Leben ein. Und zuvor öffnet die Diakoniestation die Türen für alle Interessierte.

Am kommenden Donnerstag, 23. Mai, ziehen zwölf Bewohner, die zwischenzeitlich in der Pflegeeinrichtung in Weltersbach untergekommen waren, in den zweiten Stock ein. Zum 1. Juni ziehen elf weitere Senioren in die neue Wohngemeinschaft im ersten Stock. „Vor den Umzügen wollten wir gerne der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen“, sagt Andrea Siebeneich, Einrichtungsleiterin der Diakoniestation. Sie weist den Besuchern den Weg durch die Baustelle bis in die hellen Flure und Wohnungen im ersten Stock.

Während im zweiten Stock schon die ersten Möbel der künftigen Bewohner stehen, können die Besucher im ersten Stock noch durch die leeren Zimmer wandern – samt benachbarten Badezimmern mit bodentiefen Duschen. Von Baustelle ist hier keine Spur mehr. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt losgeht“, sagt Andrea Siebeneich, „nachdem wir zwischenzeitlich das Gefühl hatten, es würde nie fertig.“

Die Verzögerung auf der Baustelle hatte die Diakoniestation im vergangenen Jahr in Bredouille gebracht: Denn der Mietvertrag für die WG an der Neuenhöhe lief aus, die Bewohner kamen schließlich vorübergehend in Weltersbach unter. „Auch unsere Mitarbeitenden sind jetzt froh, dass sie nicht länger jeden Tag nach Leichlingen fahren müssen“, erzählt Andrea Siebeneich von der sehnlichst erwarteten Rückkehr der WG nach Wermelskirchen. Große Vorfreude nehme sie auch bei den künftigen Bewohnern und den Angehörigen wahr. „Viele haben sehr darauf gewartet, dass sie einziehen können“, weiß die Einrichtungsleiterin. Sieben der neuen Bewohner des ersten Stockwerks kennen sich nun schon aus der Diakonie-Tagespflege, wo sie zwischenzeitlich ihre Tage verbrachten. Elf der zwölf Plätze sind belegt – einer war bei der Besichtigung noch zu haben.

 Auch die Brüder Michael Diel (links) und Gerry Diel (rechts) kamen zur Besichtigung und informierten sich bei Katja Zerbe von der Diakonie.

Auch die Brüder Michael Diel (links) und Gerry Diel (rechts) kamen zur Besichtigung und informierten sich bei Katja Zerbe von der Diakonie.

Foto: Jürgen Moll

„Es ist eine selbstverwaltete Wohngemeinschaft“, erinnert Andrea Siebeneich beim Rundgang durch die zwölf Zimmer, den großen Gemeinschaftsraum mit Küche, die Terrasse und die Leseecken mit Blick auf den Loches-Platz. Das heißt: Bewohner oder Angehörige treffen die Entscheidungen – die Diakonie sorgt für Hauswirtschaft und Pflege nach Bedarf. „Jeder macht hier das selbst, was er kann und will“, erklärt die Einrichtungsleiterin. Die Diakonie-Mitarbeiter kochen gemeinsam mit den Bewohnern. Wer will, lässt Zimmer und Bad reinigen und bucht auch den Wäschereinigungsservice. Pflegeleistungen gibt es ebenfalls nach Bedarf. Rund um die Uhr ist mindestens eine Pflegefachkraft in den beiden Wohngemeinschaften im Einsatz – auch nachts.

Auch Anita Sauer hat sich auf den Weg in die WG gemacht. „Ich wollte einfach mal gucken, wie das hier ist“, sagt die 93-Jährige bei einem Stück Streuselkuchen. Sie sei ja nicht mehr die Jüngste und für den Fall, dass sie irgendwann nicht mehr Zuhause leben könne, wolle sie die Möglichkeiten kennen. „Die Lage hier ist einfach perfekt“, sagt sie mit Blick auf den Loches-Platz, „man kommt völlig ohne Steigung in die Stadt und zurück. Das könnte ich mir irgendwann schon vorstellen.“ Neben ihr sitzt Helga Boshold: Sie lebt bereits in einer Einrichtung der Diakonie. „Ich war nur neugierig und wollte mal sehen, wie es hier so aussieht“, sagt die 89-Jährige. Und auch sie staunt über den guten Standort mitten in der Stadt. Die beiden lassen ihren Blick aus den großen, bodentiefen Fenstern über die Reste der Baustelle auf dem Platz schweifen. Währenddessen richten Angehörigen ein Stockwerk höher die Zimmer ein – schließlich steht bald schon der erste Umzug auf dem Programm.

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