Wermelskirchen: Schultour und „Youthnited“-Festival erfahren so viel Resonanz wie noch nie.

Schultour und „Youthnited“-Festival ziehen immer weitere Kreise : Feuer und Flamme für Jugendprojekte

Schultour und „Youthnited“-Festival erfahren so viel Resonanz wie noch nie. Dabei ziehen die Projektideen immer weitere Kreise und übernehmen Vorbildfunktion für andere ehrenamtlich Engagierte. Sogar aus Ostdeutschland besuchten Interessierte die Veranstaltungen, um sich mit den Organisatoren auszutauschen.

Wenn Christian Herbst von „Freude und Feuer“ spricht, steht ihm die Euphorie ins Gesicht geschrieben. Der Schlagzeuger der österreichischen Gruppe „Solarjet“ gehört mit seinen Bandmitstreitern inzwischen zum „Inventar“ der Schultour und des „Youthnited“-Festivals, die vom Wermelskirchener Jugendcafé (Juca) und der Christlichen Allianz aus den verschiedensten Wermelskirchener Kirchengemeinden veranstaltet und getragen werden. Beide Projekt ziehen immer weitere Kreise über die Region hinaus und entwickeln Vorbildfunktion für andere Aktive.

Mit knapp 2000 Besuchern an drei Tagen konnte die dritte Auflage des „Youthnited“-Festivals auf dem Hof von Gaby und Rolf Sonnborn so viele Besucher verzeichnen wie noch nie. Charakteristisch für das Festival, bei dem in diesem Jahr elf Bands mit Stilrichtungen von HipHop, Rap, Rock, Pop bis hin zu Hardcore auftraten: Alle Musiker und ehrenamtlich engagierte Helfer bekennen sich zu ihrem christlichen Hintergrund, es gibt keinen Alkohol im Ausschank, der Eintritt ist frei, Zielgruppe sind vornehmlich Teenager im Alter von 14 bis 16 Jahren.

„Es ist einfach begeisternd, wenn wir erleben, wie Feuer und Flamme die Schüler an den Schulen sind“, beschreibt Christian Herbst die Schultour, bei der in diesem Jahr die beiden Bands „Solarjet“ und „Jack say free“ mit ihrem Tross elf Schulen in Wermelskirchen, Radevormwald, Paffrath, Remscheid, Wiehl, Hückeswagen, Opladen, Köln und Wipperfürth besuchten, im Unterricht für Fragen und Gespräche zur Verfügung standen und auch Kurzauftritte absolvierten. „In den Jugendlichen steckt so unendlich viel Potential und Talent. Gemeinsam erkennen und vermitteln wir, dass es sich lohnt, zu träumen und an sich zu glauben“, meint Christian Herbst. Von der „krassesten Schultour aller Zeiten“ spricht André Frowein, Leiter des Juca. Das Team habe sich verjüngt, Helfer und Musiker würden gleichberechtigt auf Augenhöhe agieren, jeder entlaste fortlaufend und nach Bedarf jeden.

„Wir hatten dieses Mal sogar mit Sabrina und Marian zwei 15-jährige Schüler dabei, die im Rahmen der Schultour ihr Schulpraktikum vor den Sommerferien absolvierten“, erzählt Frowein. Und weiter: „Unsere Jugend ist alles andere als oberflächlich. Es geht ihnen um Fragen wie Mobbing an Schulen oder um ‚Was mache ich mit meinem Leben nach der Schule?‘.“ Interessiert habe die Schüler immer wieder, wie sich Freundschaften innerhalb einer Band unter den Musikern entwickeln und wie diese aufrecht zu halten seien.

Für einige Tage besuchten Gäste aus Ostdeutschland sowohl die Schultour als auch das „Youthnited“-Festival. Aus der Nähe von Chemnitz stammt Cindy Görner. „Wir machen ein ähnliches Projekt, bei dem es anfangs nur um Werbung für ein Festival ging und das sich nach und nach mit immer mehr pädagogischen Anspruch füllte.“ Für die 24-Jährige klar: „Wir Aktiven können uns gut über unsere Erfahrungen austauschen und voneinander lernen.“

Um das „Youthnited“-Festival mit abschließenden Gottesdiensten stemmen zu können, kamen 150 Helfer zusammen. „Die jungen Leute bringen sich ein und machen das Festival so zu ihrem“, beschreibt André Frowein. Einer dieser Helfer war Chris, der bei Auf- und Abbau mithalf und während des Festivals bei den Bühnenumbauten für die einzelnen Bands mit anpackte. Der 19-Jährige sagte im Gespräch mit dieser Redaktion: „Ich liebe es, unter Leuten zu sein und denen davon zu erzählen, was mir auf dem Herzen liegt. Wir alle wollen zeigen, dass Christen auch feiern können.“ Die Freundinnen Josie (14 Jahre), Helena (16, beide aus Remscheid) und Luka (15, aus Wermelskirchen) kamen als Besucherinnen zu „Youthnited“: „Viele von unseren Freunden sind hier. Deshalb gefallen uns die Leute. Außerdem mögen wir die Musik und das tolle Ambiente.“

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