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Wermelskirchen: Schüler kochen mit Stefan Marquard

Aktion an Verbundschule Nord : Schüler lernen mit TV-Star kochen

Im Rahmen des Projekts „Sterneküche macht Schule“ war am Dienstag Stefan Marquard zu Gast in der Verbundschule Nord. Er gab sowohl den Schülern als auch den Schulleitern Tipps, wie sie effizienter und gesünder kochen können.

Schon mehrere hundert Meter die Robert-Stolz-Straße hinunter riecht es nach deftigen Gewürzen. In der Verbundschule Nord war am Dienstag Starkoch Stefan Marquard zu Gast und hat gemeinsam mit zwölf Schülern gekocht. „Was sollen wir noch mal mit dem Fleisch machen, nachdem wir gerade Tomatenmark darauf geschmiert haben ?“, fragt Robin Tränkler den Chef. „Ich komme“, antwortet Marquard und eilt in die Aufwärmküche.

Dort haben Schüler und Schülerinnen, die Arbeitslehre auf ihrem Stundenplan stehen haben, in einer Gruppe bereits das Hähnchen geschnitten, Bleche mit Öl bestrichen und das Fleisch darin gegart. Auch Gemüse wurde in einer zweiten Schülergruppe schon zubereitet, indem es zuvor aktiviert worden war. Das bedeutet, das Gemüse vor dem Kochen mit einer Salz-Zucker-Mischung zu behandeln. „So wird die Garzeit reduziert“, erklärt Marquardt.

Der Profikoch hat im Rahmen des Projekts „Sterneküche macht Schule“ bundesweit bereits 100 Schulen besucht, um sich für die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. In diesem Rahmen gibt er auch Kurse für das Küchenpersonal an Schulen, um ihnen zu zeigen, „wie gesund, lecker und frisch Schulessen sein kann“.

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Dieses Training hat auch das Personal an der Verbundschule samt Schulleitung schon bekommen. Marquard hat den Erwachsenen dabei beispielsweise erklärt, wie man Lachs richtig anbrät. Die Zutaten für das Kochtraining hat die Verbundschule vom Rewe Center in Wermelskirchen erhalten. „Dabei hat speziell Herr Friedrichs einen großen Teil der Materialien gesponsert, um uns in diesem Bereich zu unterstützen“, erzählt Püttmann stolz.

Zudem durften bereits einige der Gerichte, die seit 8 Uhr zubereitet werden, probiert werden. Und was sagt das Personal dazu ? „Das Hühnchen war super“, meint Schulleiterin Olivia Püttmann. „Ich fand die Gemüsesuppe auch super“, stimmt Babette Luther von der OGS ihr zu.

Luther war es auch, die gemeinsam mit Henning Beeres, stellvertretender Schulleiter der Verbundschule Nord, das Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit der Knappschaft organisiert hat. Denn die Schule musste sich im Vorfeld dafür bewerben. „Die große Freude war für mich dann, dass unsere OGS ausgewählt wurde“, sagt Luther. „Die Kinder lernen das Kochen ja heute nicht mehr zu Hause. Aber wenn die das dann hier in der Schule lernen, nehmen die das mit. Darum sollen die Schüler auch im täglichen Turnus mitkochen, damit sie die Grundbegriffe des Kochens lernen.“

Das sieht auch Lucas Wilms so, der in seiner Freizeit gerne leckere Speisen zubereitet. „Ich bin hier, weil mein Nebenhobby Kochen ist“, sagt er. Jana Bohlius erzählt, dass sie von ihrem Lehrer für das Projekt eingeteilt wurde, „weil ich gerne koche. Meistens mache ich mit meiner Freundin Nudeln, aber auch Pfannkuchen.“ Robin Tränkler bringt schon ein bisschen mehr Erfahrung im Kochen mit, da sein Vater drei Jahre lang als Koch gearbeitet hat. „Ich übe gerade das bekannte Gericht Ratatouille, das kann ich noch nicht so gut“, sagt er. Kurz darauf läuft er wieder in die Küche, um mit den anderen weiter zu kochen.

Um 13 Uhr soll in der Verbundschule die Mittagspause eingeläutet werden. Damit bis dahin alle Gerichte soweit fertig sind, bestreichen einige Schüler gerade die Hähnchen mit einem Tomate-Basilikum-Topping. „Was haben wir alles da drin, wer weiß es?“, fragt Marquard in die Runde. Sofort erhält er von der Gruppe viele richtige Antworten. „Sehr gut“, lobt er die Schüler. Der Profikoch freut sich über den Besuch in der Verbundschule, da ihm neben seiner Arbeit als Gourmetpate bei Aida oder dem Training für Spitzenköche an seiner eigenen Kochakademie vor allem die Arbeit mit Kindern am Herzen liegt. „Die Quintessenz ist, jedem Kind die gleiche Wertschätzung entgegenzubringen – egal, ob Grundschulkind oder weiterführende Schule“, betont er.

Die Kinder sollen etwas über gesunde Ernährung lernen, die eine effiziente Arbeit erfordert, um den Energie- und Wasserverbrauch möglichst gering zu halten, und diese Begeisterung fürs Kochen anschließend nach Hause tragen. Um dieses Interesse zu fördern, sei die Schule eine wichtige Instanz. An der Verbundschule Nord gibt es daher seit 15 Jahren die Lehrküche, die von der Gruppe Arbeitslehre einmal in der Woche genutzt wird. Aber auch andere Klassen gehen in die Küche, erzählt Beeres. Das Problem bei dieser ist nur: Viele Arbeitsgeräte wie Bleche oder ein Mixer fehlen. „Wir hoffen, dass uns da der Schulträger unterstützt“, sagt Stefan Lembert, Managing Director bei Allrights. „Wir haben nur ein Ziel: Die vernünftige Verpflegung der Schüler.“