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Wermelskirchen: Schriftliches Abi geschafft – Abiball fällt aus

Am Gymnasium in Wermelskirchen : Schriftliches Abi geschafft – Abiball fällt aus

Unter erschwerten Bedingungen fanden die Abiturprüfungen statt. Jetzt stehen die mündlichen an. Bis zu 40 Lehrer waren teilweise im Einsatz. Wie die Zeugnisausgabe erfolgt, ist noch völlig offen.

Lara Vieth war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Gerade hatte sie die letzte Klausur abgegeben und unter ihr schriftliches Abitur einen Haken gemacht. „Es ist ganz gut gelaufen“, befand die 18-Jährige gestern Mittag. Die 133 Abiturienten am Gymnasium haben mit dem Ende der schriftlichen Prüfungen eine Hürde genommen. „Wir sind froh, dass unsere Abiturienten die Prüfungen machen konnten und jetzt nicht den Corona-Stempel tragen“, befand Jahrgangsstufenleiter Timo Stallmann.

Über Wochen hatte die Politik darüber diskutiert, die Abiturienten ohne Abschlussprüfungen zu entlassen. „Als die Schüler im April dann aber in den Unterricht zurückgekehrt sind, ahnten wir, dass auch die Prüfungen stattfinden würden“, sagt Koordinatorin Ulrike Gerber, „unter Auflagen.“ Der Kraftakt sei für die Schule groß gewesen, sagt sie. Hätten zum Beispiel die 23 Schüler eines Mathe-Leistungskurses in normalen Zeiten zur Prüfung in einem Raum gesessen, seien wegen der Abstandsregelungen nun drei Räume nötig gewesen – „und damit entstanden auch deutlich mehr Aufsichtszeiten“, sagt Gerber. An den beiden Großkampftagen waren bis zu 40 Lehrer im Einsatz. Springer mussten die Kommunikation zwischen den Räumen ermöglichen, wenn es Fachfragen gab. Lehrer mussten den Toilettengang der Schüler aus verschiedenen Räumen im Blick behalten. Die Schüler der Q1 und der Einführungsstufe, die bereits wieder zum Unterricht kamen, mussten zuhause bleiben, um genug Räume in der Schule vorhalten zu können. „Aber trotzdem hatten wir ein Abiturgefühl, als es erstmal los ging“, erzählte Stallmann.

Das galt auch für die Schüler: Die Lernzeit sei sehr lang gewesen, schließlich hätten die Prüfungen am Ende drei Wochen später als eigentlich geplant begonnen. „Da war es nicht immer einfach, sich zu motivieren“, sagt Lara Vieth. Hinzu kam: Alle Spaßfaktoren des Abiturs seien einfach ausgefallen.

Vom 10. bis 12. Juni sollen nun die mündlichen Prüfungen stattfinden: Noch haben die Schüler ihre Termine nicht. Seit gestern steht fest, dass auch Lehrer der Risikogruppen zu den Prüfungen kommen müssen. Putzpläne sind ausgearbeitet, um ausreichend gereinigte und desinfizierte Prüfungsplätze vorhalten zu können.

Für gewöhnlich herrscht danach Feststimmung: Aber auch die wird in diesem Jahr wohl verhaltener Ausfallen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine Zeugnisvergabe zu ermöglichen“, sagt Ulrike Gerber, „aber wir sind auf die Politik angewiesen.“ Es sei unvorstellbar, den Schülern ihr Zeugnis am Ende per Post zuzusenden. Auch der Abiball steht noch auf der Kippe: Den Termin am 27. Juni haben die Abiturienten absagen müssen. In einer Abstimmung gewann ganz knapp die Gruppe derer, die sich für eine Verschiebung eingesetzt hatte. „Wahrscheinlich feiern wir im Herbst“, sagt Lara Vieth, „aber mal wieder müssen wir abwarten.“