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Wermelskirchen Schnee-Geschichten vom Frosch und eiskalten Liebesdramen

Schneefall beflügelt Ideen zum Gestalten von Figuren in Wermelskirchen : Schnee-Geschichten vom Frosch und eiskalten Liebesdramen

Der Schneefall beflügelt manch einen Kreativschub zum Gestalten von Figuren, die zumindest bis zum nächsten Tauwetter die Betrachter erfreuen.

(sng/kel) Während Kinder den frisch gefallenen Schnee gerne zum Bauen eines Schneemanns nutzen, löst das lästige Schneeschippen auch bei Erwachsenen den einen oder anderen Kreativschub aus. Beispiel dafür lassen sich auf Wermelskirchener Stadtgebiet finden.

Von einem Ohr zum anderen lächelt auf der Eichholzer Straße in Dhünn ein Schneefrosch die passierenden Autofahrer und Spaziergänger an. Der Schneefrosch hockt dort im Yoga-Schneidersitz (genannt „Sukhasana“) friedlich-fröhlich meditierend im Vorgarten. Geschaffen hat ihn Ron Guse, der mit einem Lachen sagt: „Ich bekam einfach Lust dazu, als ich beim Schneeschippen merkte, dass der Schnee die optimale Konsistenz zum Gestalten hatte – Schneemänner macht ja jeder.“ Der Schnee-Künstler kann seiner Schneefrosch-Statue mindestens bis zum nächsten Tauwetter durchaus einen nachdenklichen Hintergrund abgewinnen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion, erläutert: „Bei dem ganzen Stress mit Corona kann der Frosch im Yoga-Sitz doch ein Zeichen dafür sein, in sich zu gehen, ruhiger zu werden und mit etwas Gelassenheit die Einschränkungen, die ein jeder tragen und ertragen muss, zu meistern – in der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten, in denen es dann zum Beispiel wieder Hoffeste mit Grillwurst und netten Gesprächen mit allen Nachbarn geben kann.“

 Judith Konrads Kinder halfen fleißig beim Bau der Schneefiguren.
Judith Konrads Kinder halfen fleißig beim Bau der Schneefiguren. Foto: Judith Konrad

Während in Emminghausen Daniel Konrad die Einfahrt vom Schnee befreite, machte sich am Sonntag Ehefrau Judith mit den Kindern Clarissa (6) und Clemens (4) im Garten ans Werk. „Wir wollten endlich mal eine Schneefrau bauen“, erzählt sie. Für den Farbklecks sorgte Töchterchen Clarissa, die mit Tuschkasten ans Werk ging und der Schneefigur ein Outfit verpasste, das „ein wenig trashig wirkte“, wie die Mama grinsend gesteht und die Schneefrau kurzerhand „wilde Honolulu-Hilde taufte“. Nun, die wilde Hilde sollte auch einen Mann bekommen, mit Schnurrbart und Toupet war schnell „Toupet-Torsten“ gebaut, der aber das Herz von Hilde nur kurzfristig erobern konnte, weil als Konkurrent dann noch Krawatten-Kai plötzlich im Garten stand.

 Dieser Frosch ist in Dhünn zu sehen.
Dieser Frosch ist in Dhünn zu sehen. Foto: Stephan Singer

Eine Scheefrau zwischen zwei Schneemännern – diese Liebesgeschichte bietet reichlich Stoff für eine schnulzige Telenovela im TV oder aber für eine Schneelevela im Garten der Konrads. Übrigens: Honolulu-Hilde hat Toupet-Torsten tatsächlich verlassen, um wieder mit Krawatten-Kai zusammen zu sein, verrät Judith Konrads zwinkernd, die zugibt: „Mit der Geschichte hat ich am meisten Spaß.“ Was noch nicht geklärt ist, ist die Frage, von wem das Kuckucks-Kind stammt. Beim nächsten Schee geht’s weiter.