Wermelskirchen: „Sauter, Korn und Lorenz“ spielten erstmals gemeinsam auf einer Wermelskirchener Bühne

Sextett bot beste Unterhaltung auf hohen musikalischem Niveau : Gelungene Blues-Premiere im Haus Eifgen

„Sauter, Korn und Lorenz“ spielten erstmals gemeinsam auf einer Wermelskirchener Bühne, die sie von anderen Auftritten kannten. Sechs Musiker sorgten für Abwechslung für das bestens gelaunte Publikum.

Tobias Sauter, Bastian & Benny Korn sowie Peter Lorenz sind in Wermelskirchen alles andere als unbekannte Gesichter. Die Musiker spielten schon auf vielen Bühnen der Stadt – allerdings noch nie gemeinsam. Und so konnten die Vier, ergänzt um Gitarrist Michael Minholz und Bassist Henrik Herzmann, am Freitagabend eine mit rund 80 Besuchern sehr gut besuchte Premiere im Haus Eifgen feiern. Mitgebracht hatte das Sextett eine hervorragend mundende Mischung aus Rhythm‘n‘Blues, Boogie und Rock‘n‘Roll, die direkt in die Beine ging und Teile des zumeist weiblichen Publikums beseelt am Bühnenrand tanzen ließ.

Etwa zum herrlich trocken servierten „Knock On Wood“ von Amii Stewart, bei dem Bastian Korn sich am E-Piano ein herrliches Solo aus den Fingern schüttelte. Da sie ja mit Sauter, Lorenz und Bastian Korn gleich drei versierte Sänger in ihren Reihen hatten, konnten die sechs Musiker für Abwechslung für das bestens gelaunte Publikum sorgen.

So waren die Musiker mal zu viert auf der Bühne, dann wieder zu fünft, als Sauter etwa ganz nonchalant den Elvis gab und dessen Klassiker „All Shook Up“ präsentierte. Was im Publikum bestens ankam. Es war eine einzige Gute-Laune-Show, die die Band bot. Selbst bei ruhigeren Nummern wie dem mit reichlich Hall auf der Stimme dargebotenen Soul-Klassiker „You‘ve Lost That Lovin‘ Feelin‘“ von The Righteous Brothers, flauten weder Stimmung noch Bewegungsdrang im Publikum ab. Daran war deutlich zu merken, dass die Musiker echte Profis sind und ihre Zuhörer fest in der Hand hatten. Abgesehen davon, dass die Songauswahl clever war, kam der Spaß, den die Musiker hatten, unmittelbar beim Publikum an. Als Sextett war die Band aber immer wieder auf der Bühne, wie etwa in der hervorragenden Version von Bob Dylans „Maggie‘s Farm“.

Da gab Lorenz den herrlich näselnden Nobelpreisträger mit Schiebermütze und stampfendem Fuß, während Gitarrist Minholz ein Solo der Extraklasse aus seiner Sechssaitigen zauberte. Auch Michael Dierks vom Team im Haus Eifgen, selbst passionierter Organist, durfte beim Blues-Klassiker „Stormy Monday Blues“ mit auf die Bühne und eine Runde mitspielen, schickes Solo inklusive. Bei besagtem Montagsblues konnte zudem Minholz sowohl Verzerrer als auch Lautstärkeregler an seinem Verstärker beim Solieren in den roten Bereich hochjagen, während Lorenz später sogar ohne Mikro ins Publikum ging, um noch eine weitere Strophe zu singen. So sollte gutes Entertainment aussehen, keine Frage!

Aber auch verstärkt funktionierte seine Röhre natürlich einwandfrei. Etwa beim Ray-Charles-Gassenhauer „I Can‘t Stop Lovin‘ You“. Überhaupt hatte man das Gefühl, sämtliche Songs, die die Band den Abend über so gut gelaunt präsentierte, zu kennen, selbst wenn das gar nicht der Fall gewesen sein sollte. Letztlich spielte das keine Rolle, entscheidend war doch, ob man zu den Songs tanzen konnte. Und das konnte man fraglos, etwa zu Songs wie Al Greens „Let‘s Stay Together“ – oder bis hin zum letzten Ton der letzten und außerplanmäßigen Zugabe, der brandneuen Single „Meilensteine“ von Bastian Korn, die sich das Publikum noch frenetisch erklatscht hatte.

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