Zweikampf bis zum letzten Zug Wermelskirchens bester Schachspieler

Wermelskirchen · Sascha Mohaupt verteidigt bei einem spannenden Finale im Haus der Begegnung seinen Stadtmeister-Titel – aber nicht in der Dominanz der vergangenen Jahre.

Sascha Mohaupt bleibt am Schachbrett die Nummer eins in Wermelskirchen.

Sascha Mohaupt bleibt am Schachbrett die Nummer eins in Wermelskirchen.

Foto: Jürgen Moll

Am Ende muss die Buchholz-Wertung greifen: Denn als am späten Abend an den beiden Schachbrettern jeweils der Gegner besiegt ist, haben Sascha Mohaupt und Sebastian Kock beide fünf Punkte. In sechs Runden sind sie ungeschlagen geblieben – im direkten Duell blieb es bei einem Unentschieden. Jetzt zählt nach Buchholz-Wertung, wer während der Stadtmeisterschaften die besseren Gegner hatte.

Am Ende des Abends steht fest: Sascha Mohaupt hat den Titel des Stadtmeisters erneut verteidigt – allerdings längst nicht mehr so eindeutig wie noch in den vergangenen Jahren.

Und so hatte zu Beginn des Finalabends noch eine kleine Portion Aufregung in der Luft gelegen. Sascha Mohaupt und Sebastian Koch lagen gleichauf. Der eine: die ungeschlagene Nummer Eins im Schachverein in Wermelskirchen, der die Titel sammelt. Der andere: im vergangenen Jahr zum Schnuppern zur Stadtmeisterschaft gekommen, dann in den Verein eingetreten und seitdem in der Mannschaft nicht mehr wegzudenken.

„Ich würde schon gerne gewinnen“, hatte Kock zum Start des Wettbewerbs im Januar gesagt – und Sascha Mohaupt damit auch eine kleine Kampfansage gemacht. Die hatte der Titelverteidiger gut gelaunt angenommen. „Es wäre mir lieber gewesen, diese Meisterschaften schon früher zu entscheiden“, sagt er dann aber am Freitagabend im „Haus der Begegnung“ zwischen zwei Zügen.

Mohaupt spielt heute Abend gegen Manfred Kubiack. Gleich am Nebentisch haben Sebastian Kock und Gerhard Lohmann Platz genommen. Als Mohaupt seinen Zug gemacht hat, schlendert er kurz zum Nebentisch, grüßt den Kontrahenten, blickt aufs Brett und macht sich dann auf den Rückweg zu seinem eigenen Spiel. Beide gewinnen an diesem Abend ihre Partie. Sascha Mohaupt wird als neuer Stadtmeister gekürt.

Dafür hat der Schachverein in diesem Jahr nur sechs, statt sieben Runden gebraucht. „Die Beteiligung war etwas schwächer als sonst“, berichtet Vereinsvorsitzender Rainer Engels. Ausschließlich Vereinsspieler traten an – obwohl die Meisterschaften ausdrücklich auch für alle anderen geöffnet sind. Die Beteiligung bei den Jugendlichen allerdings freut Engels umso mehr: 17 Spieler unter 18 Jahren eröffneten seit Januar jeden Freitagabend die Partien im „Haus der Begegnung“.

Dabei machte vor allem Jaro Münnekehoff von sich Reden. „Der gewinnt alles“, stellt Engels beeindruckt fest. Weil der Wipperfürther in seiner Heimatstadt keine Möglichkeit hat, Schach im Verein zu spielen, ist er dem Wermelskirchener Verein beigetreten. Und obwohl die Stadtmeisterschaft der Jugendlichen erst eine Woche später endet, steht schon fest: Jaro Münnekehoff löst Arwen Steinhaus als Stadtmeister ab – nur mit kleinem Vorsprung, weil auch Arwen Steinhaus wie in den Vorjahren in den allermeisten Fällen als Siegerin vom Brett aufstand.

„Wir freuen uns insgesamt über ein hohes Niveau bei uns im Verein“, sagt Engels zum Ende der Stadtmeisterschaften der Senioren. Die erste Mannschaft spielt noch Regionalliga – muss sich allerdings in diesem Jahr mit dem Abstieg abfinden. Die zweite Mannschaft spielt in der höchsten Bezirksklasse und steigt gerade auf.

Ausdrücklich sind im Schachverein aber auch Anfänger willkommen, betont Engels. Jeden Freitagabend wird im „Haus der Begegnung“ Schach gespielt – ab 19 Uhr spielen die Jugendlichen, ab 20 Uhr die Erwachsenen.

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