Wermelskirchen: Salz auf Gehwegen macht Hunden zu schaffen

Wermelskirchen: Hundehalter verärgert über Salz auf Wegen

Anrufer berichtet über schmerzende Pfoten. Stadt: Streusalz ist nur bei Blitzeis und Eisregen erlaubt.

Sehr verärgert ist ein Anrufer am Bürgermonitor dieser Redaktion über den Zustand der Gehwege in der Innenstadt bei Frosttemperaturen. "Hier wird seit einer Woche gleich zentnerweise Salz gestreut. Das ist ökologisch betrachtet ein Wahnsinn und beschert Hunden regelrecht Qualen", sagt der Innenstadt-Bewohner, der mit seinem Hund auch über Telegrafenstraße und Co. geht. Dabei sei es doch in den vergangenen Tagen sehr trocken gewesen. Er habe viele Hundehalter getroffen, die sich ebenso aufregen, dass aus Bequemlichkeit oder einfach nur gedankenlos zum Streusalz gegriffen wird, wenn es schneit oder wenn es frostig wird, statt die Gehege freizuschaufeln oder zu fegen.

Die Hunde leiden darunter. "Ich creme die Pfoten immer ein, aber das Salz greift sie trotzdem an", sagt er. Über den Hinweis aus dem Rathaus, man könne dem Tier doch Schuhe anziehen, wundere er sich. Die meisten Hunde tragen solche Schuhe nicht einmal bei Verletzungen an der Pfote, sondern streifen sie ab. "Die müsste man für jeden Spaziergang festkleben."

Er wandte sich an die Stadt, um sich zu erkundigen, ob das Streusalzverbot aufgehoben sei - dies ist aber nicht der Fall. Nur in Extremfällen dürfe das Auftaumittel eingesetzt werden. Das bestätigte Arne Feldmann, Leiter des Ordnungsamtes, auf Nachfrage dieser Redaktion. Laut Ortssatzung dürfen, wenn die Anlieger den Gehwegstreifen freigeräumt haben, nur abstumpfende Mittel wie Sand oder Granulat gestreut werden. Bei extremer Glätte wie Blitzeis, Eisregen und glatter festgetretener Schneedecke dürfe Salz benutzt werden.

Er könne nachvollziehen, dass Hundehalter sich ärgern und es aufwendig ist, die Tiere an Hundeschuhe zu gewöhnen, räumte Feldmann ein. "Wir kontrollieren stichprobenartig und verwarnen zunächst mündlich, aber für flächendeckende Kontrollen fehlt uns das Personal." Wiederholungstäter müssen mit Verwarngelder rechnen.

(pd)