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Wermelskirchen / Remscheid: Trockenlegung des Löwenteichs

Trockenlegung in Wermelskirchen : Vorarbeiten am Löwenteich starten

Das Gewässer des Löwenteichs soll trocken gelegt werden. Die schützenswerten Edelkrebse werden hierzu umgesiedelt. Für die Lebewesen oberhalb und unterhalb des Teichs ist der Bach derzeit nicht durchgängig. Das soll sich nun ändern.

Mit ersten Vorarbeiten startete der Wupperverband am Montag im Auftrag der Technischen Betriebe Remscheid die Entwicklung im Bereich des Löwenteichs am Heintjesmühlenbach in Wermelskirchen.

In den kommenden Tagen wird der Wupperverband einen Vorteich vergrößern und vertiefen, der als Übergangsquartier für die Edelkrebse aus dem Löwenteich dienen soll. Außerdem wird der Betrieb einen weiteren Teich anlegen. Die Arbeiten dauern drei bis vier Tage. Danach können die Edelkrebse, die seit einigen Jahren im Löwenteich leben und sich vermehren, mit Reusen gefangen und in den Vorteich umgesiedelt werden.

„Damit auch die im Teich lebenden Fische in ein anderes Quartier umziehen können, wird der Wasserspiegel im Teich schrittweise gesenkt“, heißt es in einer Erklärung des Wupperverbandes. Wenn Krebse und Fische dann in ihrem neuen Zuhause sind, kann der Teich komplett entleert werden. Über die Wintermonate soll die bisherige Teichfläche vollständig abgetrocknet werden, damit im kommenden Jahr die neue Gestaltung des Bereichs erfolgen kann. Wie genau diese aussehen soll, muss noch entschieden werden.

Die Trockenlegung wird einerseits durchgeführt, da die Technischen Betriebe Remscheid (TBR), denen der Teich gehört, keine wasserrechtliche Erlaubnis des Rheinisch-Bergischen Kreises mehr haben. Diese ist ausgelaufen. Andererseits muss auch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien der Europäischen Union ab 2027 zur Durchgängigkeit von Gewässern gewährleistet werden. Denn der Löwenteich ist ein Bach im Hauptschluss. Das bedeutet, der Heintjesmühlenbach wird durch ein Dammbauwerk gestaut. Für die Lebewesen oberhalb und unterhalb des Teichs ist der Bach deshalb nicht durchgängig. Aus Sicht des Fließgewässers Bach stellt die Teichfläche zudem eine Beeinträchtigung der Wasserqualität dar.

„Da der Damm des Löwenteichs nicht mehr standsicher ist, besteht die Möglichkeit, an dieser Stelle den Heintjesmühlenbach durch Verzicht auf den Teich wieder durchgängig zu gestalten und seine Qualität dadurch zu verbessern“, heißt es vom Wupperverband. Fische und Kleinlebewesen können sich dann dort, wo früher die Teichfläche war, in dem neu gestalteten Bachabschnitt ungehindert bewegen. Zugleich soll ein Refugium für den geschützten Edelkrebs erhalten werden.

So sei aus den beiden Zielen „Verbesserung des Heintjesmühlenbachs“ und „Schutz des Edelkrebs“ eine Lösung entstanden: Der Damm soll geschlitzt und der Löwenteich abgesenkt werden. So kann der Heintjesmühlenbach in dem Bereich naturnah gestaltet werden. Für den Edelkrebs wird eine Stillwasserfläche geschaffen.