Zwischen Dabringhausen und Balkantrasse Rad-Brücke oder Sperrung der K 18?

Wermelskirchen · Der Ruf nach gute Radverbindungen wird in Zeiten der Verkehrswende lauter. CDU und Grüne fordern eine Radwegeverbindung von Dabringhausen zur Balkantrasse für Wochenend-Radler – und zukünftig für Rad-Pendler?

 Die WNKUWG regt eine neue Radwegeverbindung zwischen Dabringhausen und der Balkantrasse an. Die gestrichelte Linie zeigt die Stelle für eine mögliche Hängebrücke.    Archivfoto: WNKUWG

Die WNKUWG regt eine neue Radwegeverbindung zwischen Dabringhausen und der Balkantrasse an. Die gestrichelte Linie zeigt die Stelle für eine mögliche Hängebrücke. Archivfoto: WNKUWG

Foto: WNKUWG/WKKUWG

Alles klingt noch utopisch. Strampelt der Radfahrer über Feld- und Waldwege von Dabringhausen hinauf zur Balkantrasse? Kürzt er die Route über eine neu zu schaffende Brücke ab? Radelt er über die für den motorisierten Verkehr gesperrte K18, ohne Angst haben zu müssen, dass er in den Kurven von Autos touchiert wird? All diese Fragen sind noch nicht geklärt. Fakt ist aber: Die Politik meint es ernst mit der Forderung, den Ortsteil Dabringhausen besser an die Balkantrasse anzubinden. In welcher Form, soll nun geprüft werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr (STuV) gab grünes Licht für die Prüfung des gemeinsamen Antrags von CDU und Grünen zur Optimierung der Radewege-Verbindung.

Im September regte „Schwarz-Grün“ an, die Kreisstraße 18, die zwischen L101 in Dabringhausen und der B 51 verläuft, an Wochenenden und feiertags für den motorisierten Verkehr zu sperren. Ein Straßenabschnitt soll dann nur für Radfahrer (oder auch Fußgänger) frei sein. Dabringhausen habe keine gefahrenarme, nutzbare Anbindung für Fahrradfahrer an die beliebte Balkantrasse, die hier weitgehend entlang der B51 verläuft, argumentieren die Antragsteller. Mit Blick auf die Stadtkarte wurde ihnen eine mögliche Lösung klar: Es bestehen drei Verbindungsstraßen von Dabringhausen zur B51: die L294, die K18 und der Streckenzug K15/L157 nach Wermelskirchen. Warum nicht eine zumindest an Wochenenden für Autos sperren? Dazu seien unter anderem Verkehrsmessungen erforderlich.

SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein warnte, dass die Sperrung einer Kreisstraße an Wochenenden rechtlich betrachtet, eine hohe Hürde darstelle. „Man sollte eine Verbindung über einen Waldweg Richtung Rausmühle prüfen“, regte er an. Geprüft werden sollten alle denkbaren Varianten. Auch Martin Bosbach (CDU) räumte ein, dass der Gesetzgeber für eine klassifizierte Straße „viel vorgibt. Wir erhoffen uns aber von dem Antrag, dass die Kreisverwaltung uns aufzeigt, was machbar ist“. In Anbetracht der Tatsache, dass in Dabringhausen ein großer Edeka-Markt gebaut wird, der gut erreichbar sein soll, schlug Thomas Marner vor, sich im Antrag auf eine Sperrung der K 18 auf Sonn- und Feiertage zu beschränken.

Eine Radanbindung an die Balkantrasse sei auch für Berufspendler wichtig, „wir sollten das nicht auf Sonn- und Feiertage beschränken, sondern mutiger sein“, appellierte dennoch Stephan Theil (FDP). Stefan Janosi (Grüne) pflichtete ihm bei und rief dazu auf, den Antrag nicht zu zerreden. „Wir sollten endlich das Thema ,zukunftsfähige Mobilität’ anpacken.“ Ein Nebeneffekt sei, dass die Anwohner der K 18 an Sonn- und Feiertagen von Motorradlärm verschont bleiben. Man solle gegenüber dem Kreis argumentieren, dass die Verbindung zur Balkantrasse auch im Hinblick auf Berufs-Mobilität wichtig sei.

Hingegen äußerte Henning Rehse (WNKUWG) Bedenken, dass die Sperrung einer Kreisstraße überhaupt möglich ist: „Wir sollten einen Plan B haben.“ Damit erinnerte er gleichzeitig an den Alternativvorschlag seiner Fraktion, eine Verbindung über vorhandene Wege, die durch den Bau einer Fahrradbrücke noch optimiert werden könne, zu schaffen: Die Strecke zwischen Bechhausen 77 (Planskizze) und Asterweg 48.

Tiefbauamtsleiter Harald Drescher sicherte zu, dass die Prüfaufträge angenommen seien. „Wir wollen eine vernünftige Anbindung an die Balkantrasse. Die Fahrrad-Brücke ist eine tolle Sache, wenn Förderzuschüsse in Aussicht stehen, primär prüfen wir aber direkte Wege.“