Wermelskirchen: Polizei gibt Schüsse ab - Mann drohte, Menschen zu erschießen

Polizei gibt Schüsse ab: Wermelskirchener drohte, Menschen zu erschießen

Der Wermelskirchener, der am Mittwoch von einem Polizisten angeschossen wurde, soll auch angedroht haben, Menschen zu erschießen. Seine Waffe war nicht scharf. Der Zustand des angeschossenen Mannes ist kritisch.

Die weiteren Ermittlungen haben etwas Licht ins Dunkel gebracht. Es handelte sich nicht um eine scharfe Waffe, mit der der Mann die Polizei bedroht habe, sondern um eine täuschend ähnlich aussehende Softair-Pistole. Das Motiv des Beschuldigten sei aber weiterhin unklar, sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Köln, gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Der junge Mann, der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, war der Polizei bereits bekannt, weil er unangenehm aufgefallen war.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich Folgendes am Mittwochmorgen abgespielt: In der Silvesternacht war der 26-Jährige von der Polizei wegen Ruhestörung in Gewahrsam genommen worden. Am Mittwoch hatte er dann in einem Anruf in der Wache Burscheid angedroht, jene Polizisten zu erschießen, die ihn eingesperrt hatten. Er besitze eine scharfe Schusswaffe, soll er gesagt haben, begehe gerade eine Ruhestörung und werde die Beamten bei Eintreffen erschießen, schildert Bremer den Ablauf. Kurz darauf habe er nochmals angerufen und angekündigt, er würde auf Menschen in Wermelskirchen schießen, sollten die Polizisten nicht anrücken. Und er habe auch unter dem Notruf 110 die Androhung wiederholt.

Die Polizisten erhielten die Information, dass der mutmaßliche Waffenbesitzer seine Wohnung verlassen habe - sie trafen ihn in der Schillerstraße an. Welche Szenen sich dann abspielten, kennen viele Menschen aus TV-Krimis: Der Beschuldigte zückte die Waffe und richtete sie auf die Beamten. Es war zu dieser Zeit noch dunkel, es regnete und stürmte.

Die Polizisten, die mit einem Streifenwagen angerückt waren, forderten den jungen Mann auf, seine Schusswaffe niederzulegen. Diese Aufforderung ignorierte er und hielt die Waffe auf die Beamten gerichtet. Ein Polizist gab einen Warnschuss ab - der mutmaßliche Täter zeigte sich davon unbeeindruckt. Daraufhin kündigte der Beamte an, nun von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen - der Beschuldigte hielt seine Waffe weiter auf die Polizisten gerichtet in der Hand. Schließlich schoss einer der Beamten auf den Mann, die Kugel traf ihn im Bauchbereich.

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Bremer: "Die Polizisten mussten davon ausgehen, dass es sich um eine scharfe Waffe handelt. Sie mussten daher angesichts der Drohungen handeln." Und nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben sie auch rechtmäßig richtig gehandelt, "sie werden strafrechtlich nicht belangt", betont der Oberstaatsanwalt.

Die Ermittlungen gegen den 26-Jährigen laufen weiter. Nicht nur in Kleinstädten wie Wermelskirchen sei solch ein Fall massiver Androhung eines Schusswaffengebrauchs selten, "das ist auch in Köln nicht an der Tagesordnung", sagt Ulrich Bremer. Der Beschuldigte war am Mittwoch stark alkoholisiert. Ob er psychische Probleme habe, sei nicht bekannt.

Anmerkung der Redaktion: Normalerweise lassen wir Blaulicht-Meldungen nicht kommentieren, aber bei diesem Artikel hatten wir aus Versehen das Kommentarfeld geöffnet. Zur Transparenz lassen wir die Kommentare stehen, haben die Diskussion aber inzwischen geschlossen.

(RP)