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Wermelskirchen Politik entscheidet jetzt über Burger King

Verkehrspolitik in Wermelskirchen : Politik entscheidet am Montag über Burger King

Die Stadt ist gegen eine Ampelanlage im Kreuzungsbereich Autobahnauf-/abfahrt und Tankstelle in Hünger, wo ein Investor gerne Burger King ansiedeln würde. Sie präferiert einen Kreisverkehr, will aber nichts zahlen.

Die Diskussion um die Ansiedlung eines Fast Food-Restaurants in Hünger neben der Shell-Tankstelle geht jetzt in die entscheidende Phase. Der Investor hat den Wunsch nach einer politische Entscheidung geäußert, so dass das Thema jetzt mit einer Beschlussvorlage am Montag im Ausschuss für Stadtentwicklung diskutiert wird. Er möchte, weil kostengünstiger, gern zur Verkehrsregelung eine Ampelanlage bauen; dies wird von der Stadtverwaltung abgelehnt. Sie befürwortet einen dreimal so teuren Kreisverkehr im Knotenpunkt von Autobahnauf-/Abfahrt und Shell-Tankstelle. Eine Kostenbeteilung lehnt die Stadt aber kategorisch ab. Sie würde aber diese Lösung unterstützen und bittet dafür um das Votum des Fachausschusses, wenn der Investor die Kosten von rund 900.000 Euro allein trägt.

Seit 2014 ist die Ansiedlung eines Burger King-Restaurants neben der Tankstelle ein Thema, mit dem sich die Stadt sowie der Investor beschäftigt. Seither gab es viele Abstimmungsgespräche auch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, die schließlich als Baulastträger der L 157 einverstanden sein muss. Laut Stadtverwaltung bittet der Investor erstmalig 2018 um eine Kostenbeteiligung durch Straßen NRW und/oder Stadt, da man ja mit einem Kreisverkehr eine verbesserte Kreuzungssituation schaffen würde.

 So könnte ein Kreisverkehr in Hünger verlaufen – dieser Entwurf ist aus dem Jahr 2014.
So könnte ein Kreisverkehr in Hünger verlaufen – dieser Entwurf ist aus dem Jahr 2014. Foto: Stadt

Die Stadt signalisiert die Bereitschaft, Kostenbeteiligung und Ampelanlage zu prüfen; will aber gleichzeitig in einer Gegenüberstellung die Leistungsnachweise für Ampel und Kreisverkehr verlegt bekommen. Wie aus den Unterlagen des Fachausschusses hervorgeht, kommt die Stadt im März 2019 zu dem Schluss, dass man aus den zugesandten gutachterlichen Stellungnahmen des Investors keine belastbaren Aussagen treffen könne – und gibt diese Unterlagen auch nicht für den Fachausschuss frei. Im Mai 2019 gibt es dann eine aktualisierte Version, deren „Aussagefähigkeit weiterhin aus unzureichend erachtet wird“, so das zuständige Fachamt. Hinsichtlich der Verkehrsqualität zeigt der Kreisverkehr einen besseren Verkehrsfluss mit geringeren mittleren Wartezeiten und kurzem Rückstau an die Ampel. Nach weiteren Abstimmungsgespräche teilt der Investor im Sommer 2020 über eine Anwaltskanzlei mit, dass die von der Stadt geforderten Kosten für eine simulationsgestützung Untersuchung einer Ampelanlage zu hoch seien und das Gutachten nicht in Auftrag gegeben werde.Gleichzeitig teilt die Kanzlei mit, dass die eingereichten Unterlagen geeignet seien für ein politisches Votum.

Die Kosten für den Umbau des Knotenpunktes belaufen sich schätzungsweise auf etwa 311.000 Euro, der von der Stadt favorisierte Kreisverkehr könnte 890.000 Euro kosten. Der Erschließungsträger ist bereit, davon Kosten in Höhe von 500.000 Euro zu übernehmen. Bei einem Kreisverkehr wäre auch die Verkehrssicherheit ausreichend gegeben, so die Stadtverwaltung. Wobei die Position der Verwaltung klar sei: Das Projekt stehe und falle mit der Übernahme der Kosten.