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Wermelskirchen. Pflegeheime erfüllen Einzelzimmerquote

Heime erfüllen Einzelzimmerquote : Pflegeeinrichtungen sind gut gerüstet

Ab 1. August gilt in NRW für Pflegeeinrichtungen eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent: Die vier Einrichtungen in Wermelskirchen haben diese Vorgabe bereits umgesetzt. Es gibt aber auch gute Gründe für Doppelzimmer.

Das Ende der Frist naht: Ab 1. August müssen stationäre Pflegeeinrichtungen 80 Prozent ihrer Zimmer als Einzelzimmer anbieten. Ähnliches gilt für Bäder – sie dürfen aber von zwei Zimmern aus zugänglich sein. Während laut NRW-Gesundheitsministerium rund 550 Einrichtungen die Vorgaben noch nicht umgesetzt haben, einzelnen sogar ein Belegungsstopp droht, sind die heimischen Häuser auf die Quote vorbereitet. Alle Einrichtungen erfüllen die Vorgaben.

„Uns gibt es erst seit 2012“, erinnert Eveline Moll vom Seniorenpark „Carpe Diem“ in Dabringhausen. Weil die gesetzlichen Vorgaben und die Frist für die Einzelzimmerquote aber schon seit zwölf Jahren bekannt seien, würden neue Häuser ausschließlich mit Einzelzimmern ausgestattet. „Wir haben also eine 100-Prozent-Quote“, erklärt die Einrichtungsleiterin. Das bedeutet: Alle 67 stationären Pflegeplätze in Dabringhausen sind Einzelzimmerplätze. „Das ermöglicht eine ganz andere Lebensqualität“, sagt Eveline Moll, „die Bewohner können ihre Privatsphäre wie zuhause leben“.

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Allerdings erinnert sie auch daran, dass diese Situation nicht für alle Menschen im Alter erstrebenswert sei. „Es gibt Senioren, die haben nie alleine gelebt“, sagt sie, „ihnen fällt die Unterbringung in einem Einzelzimmer dann manchmal schwer.“

Auch deswegen halten andere Einrichtungen noch an wenigen Doppelzimmern fest. „Außerdem können wir in unserem Doppelzimmer auch Ehepaare unterbringen“, erklärt Rebecca Wünschmann von „Haus Regenbogen“. Aber auch in der Pflegeeinrichtung an der Remscheider Straße ist die Quote eindeutig: Im Haus gibt es noch ein Doppelzimmer, die anderen 49 Pflegeplätze sind auf Einzelzimmer verteilt. „Wir haben vor zwei Jahren ausgebaut“, erinnert Rebecca Wünschmann, „und auch die 13 neuen Betten sind in Einzelzimmern untergebracht.“ Allerdings habe es auch vorher nur zwei Doppelzimmer gegeben. „Wir hatten natürlich die gesetzlichen Vorgaben im Blick, aber auch die Vorteile, die Einzelzimmer für die Bewohner bedeuten“, sagt Rebecca Wünschmann.

Das gilt auch für das Evangelische Altenzentrum „Haus Vogelsang“. Im Frühling eröffnete die Rheinische Gesellschaft den Neubau mit 39 neuen Einzelzimmern. Sie wurden teilweise mit so genannten Tandembadezimmern ausgestattet, die von zwei Zimmern aus zugänglich sind, haben aber auch Solo-Bäder. „Durch den Neubau haben wir trotz Einhaltung der Quote die Bettenzahl nicht reduzieren müssen“, erklärt Einrichtungsleiterin Heidi Popko.

80 Einzelzimmer und 19 Doppelzimmer zählt das „Haus Vogelsang“ aktuell: eine Quote von 81 Prozent. Bei der Erfüllung hat der Neubau gleich doppelt geholfen: Auf der einen Seite wurden zusätzliche Einzelzimmer geschaffen, auf der anderen Seite sind Bewohner aus den Wohnbereichen des Haupthauses in den Neubau umgezogen – so entstanden auch im Haupthaus neue Einzelzimmer.

Auch im Seniorenpark „Carpe Diem“ in der alten Flöringschen Fabrik gibt es keine Sorgen vor dem Stichtag: „Einzelzimmer entsprechen ja auch unserem Konzept“, sagt Einrichtungsleiter Alexander Schmitter. Deswegen würden alle Häuser der Gesellschaft die Voraussetzungen erfüllen. Von Anfang an habe man auch im Wermelskirchener Seniorenpark auf eine Ausstattung mit Einzelzimmern gesetzt. 79 „Carpe Diem“-Bewohner leben alleine auf einem Zimmer, daneben gibt es aber auch zehn Doppelzimmer für ältere Paare in der Pflegeeinrichtung.