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Wermelskirchen: Pflegedienst von Carpe Diem mit ersten E-Auto unterwesg

Geschäftsführung präsentiert erste Elektro-Auto : Elektro-Fuhrpark bei Carpe diem

Die Geschäftsführung präsentiert den ersten E-Smart am Standort Wermelskirchen.

Es muss sich rechnen, damit es funktioniert. Carpe diem hat gerechnet und festgestellt: Elektro-Autos sind wirtschaftlich. Die Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen stellte nun am Wermelskirchener Carpe diem-Seniorenwohnheim an der Adolf-Flöring-Straße den ersten E-Smart vor, der ab sofort im ambulanten Pflegedienst zum Einsatz kommt. Von diesen Modellen hat Carpe diem stolze 47 Stück bei der Smart-Niederlassung in Dortmund bestellt. Das Ziel: Innerhalb von zwei Jahren sollen alle brennstoffbetriebenen Fahrzeuge des Pflegedienstes gegen Elektro-Autos getauscht sein. Längerfristig will Carpe diem den gesamtem Fuhrpark auf E-Betrieb umstellen.

„Unser gesamter Fuhrpark hat 300 Fahrzeuge, die Hälfte davon sind kleine Flitzer im Einsatz des ambulanten Pflegedienstes“, erläuterte Fuhrparkleiter Katharina Wolff. Der erste E-Smart wird in Aachen eingesetzt, in den kommenden zwei Wochen folgen zwei weitere, die dann auf Wermelskirchener Straßen rollen. Allein am Standort hat Carpe diem 16 Mitarbeiter im ambulanten Pflegedienst.

„Schön ist doch, wenn es sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinvoll ist“, freute sich Carpe diem-Geschäftsführer Jan Schreiter. Die Geschäftsführung habe über den Umstieg schon länger nachgedacht und Gespräche mit mehreren Herstellern geführt – Smart brachte schließlich die Lösung. „Wir haben eine zweiwöchige Testphase gemacht. Das Auto ist optimal mit zwei Sitzplätzen und dahinter etwas Laderaum“, sagte Martin Niggehoff, ebenfalls Carpe diem-Geschäftsführer. Die vom Hersteller angegebene Reichweite von 160 Kilometern sei ausreichend, dabei müsse allerdings „das Radio ausgeschaltet bleiben“. Realistisch wäre das aber allemal, da ein Fahrzeug im ambulanten Pflegedienst in der Spitze zwischen 70 und 80 Kilometer am Tag fahre.

Zum Aufladen der Elektro-Autos nutzt Carpe diem sogar eigenen Strom: Das hauseigene Blockheizkraft an der Adolf-Flöring-Straße liefert den Nachtstrom, wenn die Wagen eh’ nicht benutzt werden. „Das funktioniert mit normalen 220 Volt-Steckdosen. Wir benötigen also lediglich Außensteckdosen, aber keine komplizierten Sonderanschlüsse“, verweist Jan Schreiter auf geringe Investitionskosten.

Sobald ein Leasing-Vertrag für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ausläuft, erfolgt der Austausch mit einem Elektro-Pkw. „Durch den staatlichen Zuschuss bewegt sich das Leasingraten-Niveau auf dem für ein brennstoffbetriebenes Auto. Die Einsparung erfolgt über die günstigere Energie“, rechneten Klaus Nagel, Leiter des Smart-Centers in Dortmund, und Smart-Verkaufsberaterin Tugba Aksu vor. Dadurch setze der Einsparungseffekt unmittelbar mit Inbetriebnahme ein. „Obendrein sinkt die Schadstoffbelastung in der Luft. Man muss nur konkret damit anfangen“, betonten Jan Schreiter und Martin Niggehoff.