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Wermelskirchen: Pfarrkarneval trumpft mit fast fünfstündigem Programm auf

Jecke aus den eigenen Reihen gestalten Pfarrkarneval : In Grunewald geschehen noch „Zeichen und Wunder“

Fast fünfstündiger Karnevalsabend lässt die Luft im „Apollo“-Pfarrheim zum Schneiden dick werden. Das Publikum feierte fröhlich die närrischen Akteure, die alle aus den Reihen der Grunewalder Gemeinde der Wermelskirchener Katholiken von St. Michael und Apollinaris stammen.

Von „U-Boot-Christen“, von „Don Chor-Saken“ oder von klingender Kasse erzählten die närrischen Akteure auf der Bühne beim Pfarrkarneval in „Apollo“ dem Publikum. Weit im Vorfeld war der Abend im Grunewalder Pfarrheim der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael und Apollinaris ausverkauft, knapp 120 Menschen drängten sich in den bestuhlten Raum an die Tische.

Das jecke „Apollo“-Treiben glänzt durch Kräfte, die aus den eigenen Reihen der Gemeinde das Programm gestalten, die nur für einen Abend vorbereiten und proben. „Das heimische, schöne, gemütliche Miteinander, macht diesen Abend so besonders“, meinte Heide Gockel, die fröhlich im Publikum feierte: „Das ist Karneval in ursprünglicher Form.“

Ein „Himmlisches Wellness-Paradies“ bauten die Damen der Apollinaris-Dienstagsrunde auf. Bei einem weiblichen „Petrus“ namens „Petra“ mussten die Frauen ihre Bonuskarte vorlegen, mit der dann überprüft wurde, ob der Punktestand für den Einlass ausreicht. Wer zu Lebzeiten im Apollinaris-Chor gesungen und es dann noch auf sich genommen hat, den Wermelskirchener Chor zu unterstützen oder wer beim Pfarrfest die „U-Boot-Christen“, die nur zu Festen aber nie zur Messe auftauchen, mit kleineren Essensportionen versorgt hat, bekam natürlich Extra-Punkte.

Genauso diejenigen, die „dreistündige Osternachtsmessen“ oder „lange Predigten“ ausgesessen haben, denn: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind.“ Als „Ein Mitglied des Kirchenvorstandes“ trat Heinz Schmitz in die Bütt und beschäftigte sich augenzwinkernd mit der Rolle der Frau in der Katholischen Kirche: „Laut Erlass unseres Kardinals wird beim nächsten Mal in der Krippe der Ochse gegen eine Kuh ausgetauscht.“ Als Zeichen des Wandels müssten alle Hähne auf den Kirchturmspitzen ab 2021 gegen Hennen getauscht werden. Der Redner stimmte anschließend an: „Tochter Zion freue dich“. Bei diesem und jedem weiteren Refrain, den Schmitz intonierte, sang die närrische Gästeschar eifrig mit, obwohl bei der „dicken Luft“ durchaus mal die Puste ausgehen konnte.

Schmitz berichtete von einem neuen Vorhaben, der „Ehe auf Probe“ – aber: „Sind Kinder da, geht die Probe-Ehe nicht mehr, denn dann haben die Beiden eindeutig zu viel geprobt.“ Mit Blick auf Pastor Michael Knab, Pfarrer Bernhard Kerkhoff und Kaplan Michael Schiller stellte der Büttenredner fest: „Unser geistliches Dreigestirn träumt bereits an Weihnachten vom Karneval in Grunewald. Hier geschehen noch Zeichen und Wunder.“

Die „Don Chor-Saken“ nutzten die Melodie des russischen Volksliedes „Kalinka“ und sangen „Klingeling“: „Hauptsache et klingelt in der Kass‘, dann hat der Pfarrer Spaß.“ Der Dawerkuser Altstadtgarde, die im Laufe des fast fünfstündigen Programms, mit dem Dabringhausener Dreigestirn aufgetreten war, tat es die „Apollo“-Männergemeinschaft gleich: Das Sextett stapfte mit Uniform und Dreieckshut auf die Bühne und mimte als „Alte Garde“ die Gardisten im Seniorenalter.