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Wermelskirchen orona-Wutbrief von sechs Fraktionen an den Minister

Transportverbot von Impfstoff in Wermelskirchen : Corona-Wutbrief von sechs Fraktionen an den Minister

Die Wut aufs Gesundheitsministerium ist aus Wemelskirchener Sicht inzwischen so groß, dass ein von sechs Fraktionen unterzeichneter Brief an Minister Karl-Josef Laumann die Verärgerung über die Bürokratie zu Ausdruck bringt. Hintergrund ist das Transportverbot von Impfstoff sowie die Intervention von beratenden Apothekern, die das Impfen aus Sicht der Wermelskirchener Politiker verzögert.

Der Brief, den die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grünen, Bürgerforum, FDP und WNKUWG unterzeichneten, ging am Wochenende in Richtung Düsseldorf. Darin wird begrüßt, dass die Beschäftigten in Kitas, Grundschulen, Förderschulen ind in der Kindertagespflege ab 8. März in Impfstellen als auch durch mobile Teams in den Einrichtungen selbst stattfinden sollen. Mit Unverständnis reagierten die Politiker darauf, dass der Transport der Impfstoffe durch die Impfteams nicht genehmigt werde, obwohl sie gemäß Herstellerangaben transportiert werden könnten. Die Kommunalpolitiker beziehen sich dabei auf Informationen der Kreisverwaltung und des Impfarztes Dr.  Meyer.

Der Transport durch Teams sei aber zwingend notwendig, damit die Impfungen an einem Tag in möglichst vielen Einrichtungen durchgeführt werden könne. „Wenn jede Einrichtung separat beliefert werden müsste, würde dies dazu führen, dass gegebenenfalls viel Impfstoffverworfen werden muss“, so die Befürchtung. Die Folge: Dies macht eine sinnvolle Impforganisation für die Berufsgruppen durch mobile Teams sowie das Einrichten einer Shwerpunktpraxis (Verteilzentrum für die Hausarztpraxen) in Wermelskirchen unmöglich.

Die Politiker können nicht mehr nachvollziehen, warum die Möglichkeiten per Erlass geregelt seien, aber nicht entsprechend durchgeführt würden. Den Menschen werde Hoffnung auf ein unbürokratisches und dezentrales Impfangebot gemacht, was durch die Transportuntersagung nicht eingehalten werden könne.

Verärgert zeigen sich die Politiker auch darüber, dass Bürokratismus oder die Intervention verschiedener Stellen, wie  die das Ministerium beratenden Apotheker,  einen gültigen Erlass des Landes aushebeln. Warum laufe das in anderen Bundesländern besser und reibungsloser?, fragen sie.

Verwundert sind sie auch, dass AstraZeneca für Menschen über 65 Jahren von der Impfkommission empfohlen, vom Land aber noch nicht genehmigt sei. Auch hier wird schnelle Abhilfe gefordert.