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Wermelskirchen: Online-„Fernsehgarten“ begeistert Dawerkusen

Wermelskirchen-Dabringhausen : Online-„Fernsehgarten“ begeistert Dawerkusen

Als „Dawerkuser Fernsehgarten“ organisierte das Organisationskomitee eine Live-Übertragung via Internet-Stream. Die Corona-Alternative zum normalen Dorffest kam bei den Dorfbewohnern sehr gut an.

Ein Dorf schaute in die Röhre – genauer gesagt auf die Monitore von TV, PC, Tablet oder Handy: Angesichts der Corona-Krise und nach wie vor verbotener Großveranstaltungen ging das Dorffest-Komitee in Dabringhausen am Samstagabend für gut sechs Stunden auf Sendung. Via Online-Stream schickten die Organisatoren ein „Dawerkuser Fernsehgarten-Spektakel“ mit Spiel und reichlich Humor auf die heimischen Endgeräte in Wohnzimmern und Gärten. „Wir haben uns für das Programm ein paar Ideen und Inspirationen von bekannten Fernsehshows geholt“, begrüßte Moderator Tim Tiede, der gemeinsam mit Mayte Jakstait durch das Programm führte, die Zuschauer. „Wir rechnen mal mit dem Faktor Zehn hoch“, schätzte Tiede ein. Gemeint waren damit die zeitweise weit über 300 im Online-Stream registrierten Endgeräte, auf die in der Regel mehr als nur ein Zuschauer blickte – so werden es womöglich zwischen 3500 und 4000 Menschen gewesen sein, die den Dorffest-„Fernsehgarten“ verfolgten.

Den Beweis dafür traten die Zuschauer selbst an, denn vom Drehort zwischen Restaurant „Markt 57“ und evangelischer Kirche forderte das Dorffest-Komitee zum Zusenden von Fotos via Handy-Messenger auf und spielte diese in die Übertragung ein. Die belegten, dass sich zahlreiche Zuschauergruppen in Familienkreisen, Freundescliquen und Nachbarschaften vor Monitoren versammelt hatten – hinter bunt geschmückten Häuserfassaden, in mit Girlanden und Pavillons verzierten Gärten. Die während der Übertragung vollkommen leer gefegten Straßen im Dorfkern von Dabringhausen zeugten ebenso von der Strahlkraft des alternativen Dorffest-Programms, bei dem DJ Jonathan „Jona“ Gonzalez und Dabringhausens „Goldkehlchen“ Nadine Weyer mit ihrer Band „Popsofa“ für Musik sorgten

Dabei traten Vertreter von den Vereinen und Gruppierungen, die sich im vorigen Jahr auf dem Dorfplatz mit einem Stand am Dorffest beteiligt hatten, in zuvor ausgelosten Paarungen gegeneinander an. Dazu fungierte bei jedem der sechs Spiele ein Komitee-Mitglied als Wettpate, das auf einen Gewinner wettete. Setzte es auf den letztlichen Verlierer, muss im kommenden Jahr beim Dorffest eine Aufgabe erfüllt werden: So wird Philip Steinbach 2021 im Hasenkostüm für eine Stunde in die DJ-Rolle schlüpfen – Tim Tiede bleibt der Dienst am Toilettenwagen dagegen genauso erspart wie seinem Vater Harry das einstündige Zapfen von Freibier.

Als direkter Nachbar des Drehorts hatten Heiko Cürlis und sein Kumpel Reinhard Mrozek einen Logenplatz. Foto: Stephan Singer

Die Spieler kamen von den Fördervereinen der Evangelischen Kirche, des Kindergartens Bussardweg und des Freibads, den Jecken Wievern, der DTV-Fußball-Jugend, den Pänz us Ampelskirchen, dem Blasorchester Dabringhausen, der KG Noh bei Kölle, Dawerkuser Allerlei, der Altstadtgarde, den Grunewaldern und dem Grunewalder Tanzcorps, die bei der „Dorffest-Schlägerei“ und „-Bauchlandung“, beim „-Dinner“, „-Rollenspiel“, „-Dienstag“ oder „-Hamsterkauf“ gegeneinander antraten. So galt es beispielsweise, Toilettenpapier-Packungen treffsicher in einen Einkaufswagen zu werfen, möglichst schnell Sahne zu schlagen oder „völlig von der Rolle“ Klebeband, Handtücher sowie Absperrband abzurollen.

Für den Dorffest-„Fernsehgarten“ hatten die Organisatoren den Drehort mit Bauzäunen und Sichtschutz konsequent abgesperrt, um Ansammlungen von Schaulustigen zu verhindern. Thomas Ehl („Creative frame“) mit seinem Team sowie Licht- und Tontechnik Andreas Döbler mit seinen Mitstreitern schufen ein technisch ausgefeiltes Set, das für eine „flüssige“ und ansprechende Live-Übertragung sorgte.

Bürgermeister Rainer Bleek, der mit zuvor desinfizierten Händen das Fass zum Start angeschlagen hatte, verlor übrigens die „Saalwette“. Dafür hatten Phil und Leo alle Dorf-Kinder zum Ablegen von bemalten Steinen auf der Mauer an der Kirche aufgefordert – der Bürgermeister wettete, dass die Marke von 500 Steinen nicht geknackt wird. Letztlich wurden es 562, womit Bleeck beim Dorffest 2021 eine Stunde Dienst am Autoscooter tun und Zuckerwatte verteilen muss.