Politik in Wermelskirchen Oliver Wilke ist nun Christdemokrat

Wermelskirchen · Mit dem Austritt des 34-Jährigen aus der Zukunft-Wählervereinigung und -Stadtratsfraktion ist letztere bestandslos. Als „neue politische Heimat“ sei für ihn die CDU alternativlos gewesen, beschreibt der Mitbegründer von Zukunft.

 Der Fraktionsvorsitzende Michael Schneider (l.) und der Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich (r.) freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Oliver Wilke in der CDU.

Der Fraktionsvorsitzende Michael Schneider (l.) und der Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich (r.) freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Oliver Wilke in der CDU.

Foto: Stephan Singer

Der Stadtverordnete Oliver Wilke wird Christdemokrat und tritt mit seinem Mandat der CDU-Stadtratsfraktion bei. Damit hat die mitgliederstärkste Fraktion im Wermelskirchener Rat zukünftig nicht mehr 19, sondern 20 der insgesamt 54 Sitze. Oliver Wilke war seit der Kommunalwahl 2020 für die Wählervereinigung Zukunft im Rat vertreten und hatte dort mit Andreas Müßener eine Fraktion aus zwei Stadtverordneten gebildet. Durch sein Ausscheiden aus dem Zukunft-Wählerverein und der Zukunft-Fraktion verliert diesen ihre Fraktionsstatus. Ratsherr Andreas Müßener verbleibt ein Einzelmandat.

„Politische Differenzen und verschiedene Ansichten“ gibt Oliver Wilke als Begründung für seine Trennung von Zukunft an. Da er sein Mandat behalten und gleichzeitig „etwas bewegen“ wolle, sei ihm die CDU naheliegend erschienen und habe mit den Christdemokraten das Gespräch gesucht.

„Ich habe mit Oliver Wilke ein langes und sehr gutes Vier-Augen-Gespräch geführt. Es gibt sehr viele gemeinsame Ansichten, und seine Wertevorstellungen passen zu unserer Partei“, stellte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich fest. Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten, Michael Schneider, gab Leßenich an, dass sowohl Stadtverbandsvorstand als auch Fraktion einstimmig für die Aufnahme von Oliver Wilke votiert hätten.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagten Stefan Leßenich und Michael Schneider unisono. Letztgenannter wird Oliver Wilke am Donnerstag, 11. August, zu dessen ersten CDU-Fraktionssitzung begrüßen. Die beiden CDU-Spitzen stellten heraus, dass es keinerlei Abwerbung von Seiten der CDU gegeben habe, sondern sich der ehemalige Zukunft-Mann auf „der Suche nach einer neuen politischen Heimat“ an die Christdemokraten gewandt hatte.

„Als wir die Wählervereinigung gegründet haben, hatte ich keine Ambitionen in einer bundespolitisch aktiven Partei einzutreten“, erläuterte Oliver Wilke. Das habe sich inzwischen gewandelt, hinzugekommen seien die Differenzen: „Für mich blieb da gar nichts anderes als die CDU.“ Seine Vorfreude auf die Arbeit in der CDU sei groß, blickte Wilke aus: „Das ist eine große Gemeinschaft mit vielen Experten für unterschiedliche Themen dabei.“ Der 34-Jährige sieht nach eigenen Angaben die Schwerpunkte seiner politischen Arbeit und Interessen im Bereich der Kultur sowie der Stadtentwicklung. Für Zukunft war Wilke zuletzt bereits Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

„Für uns als CDU setzen wir mit der Aufnahme von Oliver Wilke auch den Prozess der Verjüngung unserer Stadtratsfraktion fort. Diese haben wir ja schon mit der Kommunalwahl vor zwei Jahren eingeleitet“, beschrieb Stefan Leßenich. Mit Oliver Wilke nimmt die CDU bereits den zweiten Ex-Zukunft-Vertreter auf. Unmittelbar nach der jüngsten Kommunalwahl, bei der er noch als Zukunft-Mann angetreten war, wechselte Dirk Rafael von der Wählervereinigung zur CDU. „In beiden Fällen haben wir vorher genau hingeschaut. Denn so ein Wechsel ist immer kritisch. Wir von der CDU sind mit vielen Vorstellungen von Zukunft nicht einverstanden.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort