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Wermelskirchen: OGS St. Michael macht Müllaktion mit Kindern

Kinder denken über Meeresmüll nach : Umweltagenten wieder auf den Straßen

Antje Mannheim von der OGS St. Michael sorgt mit den Kindern dafür, dass die Straßen in Wermelskirchen wieder sauberer werden. Dazu soll unter anderem auch ein Müllbaum am Kreisverkehr an der Bandwirkerstraße dienen.

Einigen Bürgern könnten sie in den folgenden Wochen wieder auffallen: Kinder der dritten und vierten Klassen, die mit Zangen und Eimern bewaffnet durch die Straßen von Wermelskirchen ziehen. Dabei tragen sie Sicherheitswesten und Buttons und sammeln Müll auf. Das sind die sogenannten „Umweltagenten“, die die Offene Ganztagsschule (OGS) St. Michael im neuen Schuljahr erneut einrichten möchte. „Wir haben einen besonderen Blick auf den Müll in Wermelskirchen“, erklärt Antje Mannheim von der OGS.

Schon während der Corona-Lockdowns haben sich die Kinder gemeinsam mit ihr und Petra Rossow mit dem Thema „Plastik im Meer“ beschäftigt. Dazu wurden in der Schule Filme angeschaut, die zeigten, wie Kinder im Meer schwimmen und dabei von Plastik umringt sind. „Die Kinder waren danach teilweise so schockiert, dass sie auch verstanden haben, warum wir dieses Projekt machen“, erzählt Mannheim. Danach ging es dann an die Arbeit: „Die Kinder haben unter anderem Plakate gebastelt, die auf die Verschmutzung der Meere und das Leid der Tiere hinweisen, wir haben einen Aushang gemacht und die Eltern eingeladen.“

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In Zeiten, in denen die Kinder ohnehin vor großen Herausforderungen standen und viel Langeweile hatten, verschrieben sich die Viertklässler dem Projekt. Unter anderem haben sie auch den Unverpacktladen besucht und starteten eine Müllsammelaktion in der Stadt. „Das Traurige ist ja, dass nicht viel passiert, weswegen das Thema immer noch aktuell ist“, meint sie. „Die Kinder werden sich jetzt im neuen Schuljahr intensiver darum kümmern.“

Das bedeutet, dass die OGS einen „Müllbaum“ am Kreisverkehr bei McDonald‘s setzen möchte. „Das ist auch schon seit über einem Jahr mit der Stadt abgesprochen“, erzählt Mannheim. „Ich habe die Unterstützung durch Sven Stricker von dem Holzunternehmen, der wollte uns das Grundkonstrukt hinlegen, sodass die Kinder den Baum selbstständig zusammenbauen und mit dem umliegenden Müll bestücken können. Das soll ein Zeichen setzen gegen die Verunreinigung.“ Die Idee zu diesem Müllbaum kam Mannheim vor eineinhalb Jahren, als sie von einem Bauern in Bayern gehört hat, der Müll von den Straßen aufgesammelt und an ein paar zusammengenagelte Latten auf seinem Feld gehängt hat. Auf diese Weise wollte er sich bei den Autofahrern beschweren, da diese oft ihren Müll aus dem Fenster werfen.

Eine Idee, die in eine etwas andere Richtung geht, jedoch auch mit dem Thema Müll zusammenhängt, ist die der Wildblumenwiese. „Wir haben in den Ferien bereits eine Müllvogelscheuche gebaut, die wird diese Woche noch auf dem Grundstück stehen“, erklärt die pädagogische Mitarbeiterin der OGS St. Michael. Auf der Wildblumenwiese sollen dann nur einheimische Pflanzen aus dem Bergischen Land angepflanzt werden. „Die Kinder sollen sehen, wie etwas wächst, wie lange die Pflanze braucht, um zu wachsen, und was dafür getan werden muss“, sagt Mannheim.

Damit die Kinder auch ein persönliches Stück Natur mit nach Hause nehmen können, wurden in den vergangenen Schuljahren auch Lesezeichen und Lampignons aus gepressten Blumen gebastelt. „Die Kinder waren super erstaunt, wie die Farben da zur Geltung kamen, das war eine schöne Geschichte. Aber da soll es weitergehen: Wir wollen das mit dem Blumen pressen beibehalten, aber das Projekt neben dem Thema Müll erweitern, da es nicht nur darum geht, sondern auch um die Umwelt, um Pflanzen und Tiere. Wenn wir uns nur mit Meeresplastik beschäftigen, dann ist das zu viel in der Grundschule, dann sind die Kinder ziemlich erschlagen.“

Das Thema Müll in Wermelskirchen geht Antje Mannheim auch privat sehr nahe. Wenn sie durch die Straßen läuft und eine Stelle sehe, an der illegal Müll abgeladen würde, mache sie schon mal ein Foto davon und schicke es an die Stadt. „Am Montag habe ich erst wieder ein Foto vom einem Supermarkt-Parkplatz in Tente gemacht“, sagt sie. Oft fielen ihr auch die Bürgersteige vor Lokalen auf, auf denen Gäste stünden, die sehr viel rauchten, und ihre Abfälle dann auf den Gehwegen entsorgten. „Das fuchst mich einfach unglaublich“, sagt Mannheim, die sich über die verschmutzten Flächen aufregt.

Um den Bereich vor der OGS sauber zu halten, „haben die Umweltagenten für dieses Schuljahr auch die Aufgabe, in regelmäßigen Zügen in dem Bereich Grundschule, Schillerstraße, Jörgensgasse und Königstraße Müll aufzusammeln, um einfach das Bewusstsein zu schärfen, dass wir es bei uns sauber halten wollen.“