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Wermelskirchen Öffnungszeiten für Wertstoffhof bleiben

Abfallentsorgung in Wermelskirchen : Öffnungszeiten für Wertstoffhof bleiben unverändert

Bürger beschweren sich immer wieder über die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs. Derzeit sieht die Stadt keinen Bedarf, die Zeiten zu verändern. Der Hof ist 14 Stunden in der Woche geöffnet – 17.000 Anlieferungen wurden gezählt.

Schlechte Nachrichten für Frank Steinhaus. Die Öffnungszeiten des Wermelskirchener Wertstoffhofs werden vorerst nicht erweitert. Der Dhünner hatte sich vor rund einem halben Jahr in diese Redaktion über die Öffnungszeiten des Wermelskirchener Wertstoffhofs beschwert. Er hatte dort an einem Mittwochvormittag zwei Teppiche entsorgen wollen. Geöffnet ist der Hof für Privatkunden aber dienstags, donnerstags und samstags. Vor dem gleichen Problem stand auch Henning Rehse, Fraktionsvorsitzender der WNKUWG, als er am vorigen Mittwoch „irrtümlich was den Wochentag anging, mit zwei Säcken Laub zum Wertstoffhof fuhr“. Er wurde von einem Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass die Abfallentsorgung an diesem Tag nicht kostenfrei erfolgen könne, sondern erst wieder am nächsten Tag. Rehse nahm die Angelegenheit nach eigenen Angaben mit Humor, stieß in der Verwaltung aber noch einmal die Debatte an.

Damals, nachdem sich Frank Steinhaus beschwert hatte, hieß es, an den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs würde sich bis auf Weiteres nichts ändern. Über eine Erweiterung der Öffnungszeiten entscheide die Stadt Wermelskirchen Ende 2020.

Diese Entscheidung ist nun gefallen: „Wir haben uns dazu entschieden, die Öffnungszeiten vorerst nicht zu erweitern“, sagte Kämmerer Dirk Irlenbusch am Freitag auf dem Wertstoffhof bei einem Pressegespräch. Er erklärt, dass der Platz des Wertstoffhofs nicht der Stadt gehöre, sondern das private Betriebsgelände der Revea GmbH sei und sich die Stadt über den Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) dort eingekauft habe. „Momentan kann der Wertstoffhof von den Bürgern aus Wermelskirchen 14 Stunden in der Woche für die Abfallentsorgung genutzt werden“, erklärt Irlenbusch. Für die Nutzung fallen jährlich rund 90.000 Euro an – finanziert durch die Abfallgebühren jedes Gebührenzahlers.

„Der Wertstoffhof befindet sich noch in der Erprobungsphase“, sagt Dirk Irlenbusch. Es gebe ihn in dieser Form erst seit einem Jahr. Und: „Die Nachfrage ist noch nicht so hoch wie das bei anderen Kommunen der Fall ist.“ So habe der BAV einen Vergleich der Anliefererzahlen zu anderen Wertstoffhöfen erstellt und bis Dezember hochgerechnet – der Verband geht in Wermelskirchen von 17.000 Anlieferungen am Wertstoffhof aus. In Leichlingen- Bremsen sei der Wertstoffhof elf Stunden in der Woche geöffnet, dort seien es 36.000 Anlieferungen pro Jahr. In Hückeswagen und Burscheid seien die Höfe jeweils 15 Stunden in der Woche geöffnet, ersterer verzeichne 25.000 Anlieferungen im Jahr, letzterer 32.000. „Überall mehr als in Wermelskirchen“, sagt Irlenbusch. Da stelle sich die Frage, ob sich eine Erweiterung der Öffnungszeiten lohne.

„Meiner Meinung nach haben wir hier ein gutes Angebot“, sagt Irlenbusch. „Und wenn sich der Wertstoffhof noch ein bisschen mehr etabliert hat und die Nachfrage steigen sollte, besteht immer noch die Möglichkeit, die Öffnungszeiten zu verändern.“ Die Stadt habe den Sachverhalt ständig im Blick und werde reagieren, falls „sich hier lange Schlangen bilden sollten“.

Der Wertstoffhof sei beispielsweise schon bei der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bau ein Tagesordnungspunkt.