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Wermelskirchen Nur wenig Zuspruch beim Session-Konzert im Eifgen

Jazz in Wermelskirchen : Nur wenig Zuspruch beim Session-Konzert im Eifgen

Mit der „Jazzgarage“ startete das Haus Eifgen die Reihe von Konzerten im Gebäude. Die Band war gut, leider aber nur vor wenigen Zuhörern. Am Hygienekonzept kann das nicht gelegen haben.

Der Publikumszuspruch bei der ersten Jazz-Session im Haus Eifgen am Donnerstagabend – im Biergarten hatte es auch zu Corona-Zeiten bereits Sessions gegeben – war leider sehr überschaubar. Nur eine Handvoll Interessierter hatte den Weg ins Eifgental gefunden. Was natürlich insbesondere für die Auftaktband „Jazzgarage“, die sich um die aparte und stimmgewaltige Sängerin Anchalita verstärkt hatte, sehr schade war. Und letztlich war es auch nicht ganz nachvollziehbar – denn schließlich waren die Restaurants und Kneipen in der Umgebung mittlerweile wieder gut besucht.

Warum das nicht auch bei Kultur-Veranstaltungen so war, konnte man sich im Grunde nicht wirklich erklären – zumal der Eintritt zu den Opener-Konzertens frei war. Das sah auch Michael Regenbrecht so, der sich um die Künstler für diese kleinen und feinen Konzerte kümmerte. „Es wäre schon schön, wenn wir ein paar mehr Leute interessieren könnten - aber vielleicht denken die, die sich für Jazz interessieren, einfach auch viel mehr über die Konsequenzen der Corona-Krise nach, als die, die in die Kneipe gehen“, sagte Regenbrecht. Er wünsche sich indes, dass die Menschen sich vermehrt zu Kultur-Veranstaltungen trauen würden.

Am Hygienekonzept im Haus Eifgen konnte es das alles nicht liegen. Denn nicht nur wurde regelmäßig durch geöffnete Fenster und Türen gelüftet, es standen auch fünf Luftreiniger im Saal, die für leises Hintergrundrauschen sorgten – und für saubere Luft.

Sängerin Anchalita hatte trotz des geringen Publikumszuspruchs genauso viel Spaß wie ihre fünf Mitmusiker, die zunächst instrumental loslegten - und gleich mit diversen solistischen Kabinettstückchen an Kontrabass, Trompete, Saxophon, Klavier und Schlagzeug zeigten, dass Jazz zum einen Musik zum ganz genauen und analytischen Hinhören war, sich mit harmonischen und melodiösen Schmankerln aber auch Easy-Listening zum einfachen Genießen sein konnte.

Die „Jazzgarage“ hatte sich tatsächlich vor allem eingängigen und weitgehend fröhlichen Jazz auf die Fahnen geschrieben, der vom lebendigen und leidenschaftlichen Zusammenspiel aller Beteiligten lebte. Und auch die zierliche Sängerin trug mit ihrer angenehmen, warmen und kräftigen Stimme dazu bei, dass die wenigen Anwesenden sich sicher sein konnten, gerade eine besondere Performance erleben zu dürfen.

Die Corona-Krise macht es ja vor allem den Kultur-Veranstaltern nicht gerade leicht. Sie sind vor allem auf die Unterstützung der Kultur-Liebhaber angewiesen – und die sind ja wegen des Coronavirus nicht plötzlich weniger geworden. Man sollte sich daher vielleicht einmal überlegen, was die Konsequenzen wären, wenn man den Besuch von Konzerten und Kleinkunst tatsächlich vollständig einstellte.